Ein doppelter Oberschenkelhals-Bruch, Krankenhaus-Aufenthalt, eine notwendig gewordene Hüftprothese und dazu anschließende Reha mit drei Monaten auf Krücken und nachfolgende Beschwerden – die Liste der Beschwerden, die Ingrid Julia Weihe aus Doberlug-Kirchhain vorträgt, ist lang. Zurück geht sie auf einen Fahrradsturz, für den die 79-Jährige die gefährliche Ausgestaltung eines Radwegs in Doberlug-Kirchhain verantwortlich macht.

Konkret geht es dabei um ein Wegweiser-Schild in der Straße am Am Hagwall kurz bevor diese in Kirchhain in einen Kreisverkehr mündet. Weil dort auf dem ohnehin nur 115 Zentimeter breitem Radweg auch noch ein Hinweisschild steht, bleibe kaum mehr als ein Meter Platz für Radfahrende. Der Gehsteig für Fußgänger ist etwa 130 Zentimeter breit. Der Radweg ist damit deutlich schmaler als die 1,85 Meter, die der Interessenverband der Radfahrenden Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (ADFC) einfordert.

Die Verankerung des Schildes auf dem Radweg Am Hagwall. Als sie an der Stange hängen blieb, stürzte die 79-jährige Ingrid Weihe.
© Foto: Daniel Roßbach

So sei Weihe bereits im November letzten Jahres mit dem Lenker ihres Rades an dem Mast des Wegweiseers hängen geblieben, gestürzt und mit ihrer Hüfte auf den Bordstein gefallen.„Dieser Mast dort müsste dringend nach rechts versetzt werden“, ist für Ingrid Weihe die klare Folge aus Unfällen wie ihrem.

Denn aus ihrer Sicht ist diese Situation sogar lebensgefährlich, wenn Radfahrende durch Stürze auf die Straße fallen, wie es auch ihr selbst passiert sei. Deshalb besteht sie auf Abhilfe, und fordert die auch von den Behörden ein: „Es geht mir um die Beseitigung dieses Gefahrenpunktes!“

Zuständig ist dafür der Landesbetrieb Straßenwesen, weil die Straße Am Hagwall ein Teil der Landstraße L70 ist. Aber auch beim Ordnungsamt der Stadt Doberlug Kirchhain ist man sich der Problematik bewusst, heißt es auf Nachfrage der RUNDSCHAU: „Es gab dazu bereits einen Vor-Ort-Termin mit dem Straßenverkehrsamt und der Polizei.“

Dass darauf bisher keine Taten folgten, liege daran, dass die zunächst vorgeschlagenen alternativen Standorte für den Wegweiser auf Privatgrundstücken liegen. Deshalb sei die Verlegung des Schildes noch nicht umgesetzt worden, obwohl deren Notwendigkeit alle Beteiligten eingestehen.

Das soll sich aber nun ändern: Angela Lehmann aus dem Dezernat Verkehrstechnik des Landesbetriebs in Cottbus zu Folge soll bis zum 15. November die Gefahrenstelle beseitigt werden. „Die Aufstellung des Vorwegweisers an der L 70 in Doberlug-Kirchhain ist unbestritten vor Jahren ungünstig erfolgt und bildet eine Gefahrenquelle für die Nutzer des kombinierten Rad- und Gehweges“, räumt Lehmann ein.

Das Schild soll nun auf einem Grundstück der Wohnungsgenossenschaft Finsterwalde eG stehen. Eine Baugenehmigung des Landkreises dafür liege seit September vor, und der Auftrag für die Arbeiten sei vergeben, so der Landesbetrieb Straßenwesen. Warum das Schild überhaupt an einer Stelle errichtet wurde, an der es Radfahrende behindert oder gefährdet, wurde dabei nicht begründet.