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Fachwerkhaus auch innen wie neu

Das Fachwerkhaus bildet mit der Stadtkirche Kirchhain und deren Kirchturm mit der Doppelspitze ein unverwechselbares Ensemble.
Das Fachwerkhaus bildet mit der Stadtkirche Kirchhain und deren Kirchturm mit der Doppelspitze ein unverwechselbares Ensemble. FOTO: Heike Lehmann
Doberlug-Kirchhain. Es ist ein bekanntes und beliebtes Postkartenmotiv: das Fachwerkhaus neben der Stadtkirche Kirchhain. Einem Förderkreis, der sich vor zehn Jahren gefunden hat, und geschickten wie engagierten Handwerkern ist es zu verdanken, dass das jahrhundertealte Gebäude außen wie innen wie neu ist. Heike Lehmann

Wo eine erste große Kaffeetafel dieser Tage die Hauptakteure für die Sanierung des Fachwerkhauses vereint, ragte vor Jahren noch ein dicker Schornstein bis durchs Dach. Mühsam und mit vielen freiwilligen Stunden wurde das marode Gebäude, einstige Wohnstätte für Lehrer, Pfarrer und Küster, entkernt und saniert, um es für gemeindliche Zwecke nutzbar zu machen. Das Fachwerk, das aus dem 16./17. Jahrhundert stammen könnte, war wurmstichig und von Braunfäule befallen. Ein Zimmerer hat es stückweise ausgebessert beziehungsweise erneuert. Jetzt ist das Haus wärmegedämmt und energietechnisch auf neuestem Stand.

Seit auf Initiative von Pfarrer Malte Koopmann der Förderkreis ins Leben gerufen worden ist, um die Kirchengemeinde bei der Sanierung des Fachwerkhauses zu unterstützen, sind zehn Jahre ins Land gegangen. "Am 12. Januar 2007 hat die erste Versammlung Fachwerkhaus im Gemeindezentrum stattgefunden", zitiert Rudolf Mänzel aus seinem Notizbuch, in dem er alle wichtigen Stationen festgehalten hat. Eine alte Liste mit Unterschriften für den Erhalt und die Nutzung des Hauses wird rumgereicht. Das Fachwerkhaus ist kein Einzeldenkmal. Es genießt jedoch Ensembleschutz mit der Kirche. "Und wir sind bei den Arbeiten denkmalgerecht vorgegangen, haben mit Lehm statt Gipskarton gearbeitet und einen Restaurator zu Rate gezogen. Auch Gerd Günther von der unteren Denkmalbehörde war oft vor Ort", betont Bernd Heinke. "Wir wollten alle, dass das Haus schön wird", bestätigen die anderen die große Mühe.

"Wir würden heute hier nicht sitzen, wenn nicht immer wieder viele Leute der Gemeinde gedrängelt und andere mitgezogen hätten", unterstreicht Ronny Hauske, der im September 2011 die Pfarrstelle in Kirchhain übernahm. Nur für Spezialarbeiten wurden Firmen engagiert. Rainer Schönfeld, ihr "Holzwurm" wie sie alle liebevoll sagen, Erhard Schwarze, Steffen Sandmann und viele andere, darunter viele Rentner, haben viel Zeit ins Projekt gesteckt. "Am Ende war es ein großes Bauprojekt geworden, was anfänglich keiner so auf dem Schirm hatte", sagt Bernd Heinke. Etwa 100 000 Euro sind hineingeflossen. Die Gemeinde selbst hat aus Haushaltsmitteln 70 000 Euro aufgebracht. Stadtsanierungsmittel halfen bei der Erneuerung der Fenster. Von der Investitions- und Landesbank Brandenburg gab es 1000 Euro. Viele Privatspenden, auch von Spendern, die nicht genannt werden wollen, halfen, das Fachwerkhaus zu erhalten. Gesundheitsdienstleister und Bauunternehmer Andreas Schumann nutzt seine Kontakte, um weitere Gelder einzuspielen.

Bis auf Keller und Dachgeschoss ist das Haus fast fertig. Die Küche ist eingerichtet. Für die Nutzung fehlen noch Tische und Stühle. Ausstellungen, Vorträge, Versammlungen, Treffen, private Feiern sind künftig dort denkbar. Die Idee vom Begegnungszentrum ist jetzt zum Greifen nah.