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| 16:13 Uhr

Integration von Geflüchteten
Facebook-Beitrag sorgt in Finsterwalde für Aufregung

 Screenshot AfD
Screenshot AfD FOTO: LR
Finsterwalde. Die arabische Übersetzung des Wortes „Schulleiterin“ entfacht eine Diskussion über die Integration von geflüchteten Schülern. Von Josephine Japke

Mit einem Post auf Facebook sorgt der stellvertretende Vorsitzende im Kreisverband Elbe-Elster der AfD, Peter Drenske, derzeit für reichlich Gesprächsstoff. Thema der Diskussion ist ein Bild aus der Grundschule Stadtmitte, das das Namensschild der Schulleiterin zeigt. Darunter zu sehen ist die arabische Übersetzung.

„Neue Amtssprache an Finsterwalder Schule?“, hinterfragt Peter Drenske die Maßnahme. Mitnichten, antwortet die Stadt Finsterwalde prompt und veröffentlicht eine eigene Stellungnahme: „In einer Finsterwalder Grundschule lernen viele Schülerinnen und Schüler mit (arabischem) Migrationshintergrund. Sie sprechen Deutsch als Zweitsprache, beteiligen sich rege bei der 150-Jahr-Feier der Schule, nehmen an Schulwettkämpfen teil. [...] Dass die Kinder und Eltern, deren Muttersprache Arabisch ist, dadurch aber das deutsche Wort ,Schulleiterin’ praktisch anwenden und daher lernen können, fällt ihm nicht auf. Diese Übersetzung wurde angebracht, um genau das Gegenteil von dem zu bewirken, was der AfD-Kreisverband sich zusammenfantasiert“, steht unter anderem geschrieben.

Eine Gegendarstellung, für die die Stadt Finsterwalde durchweg positiven Zuspruch erhält, wie Pressesprecherin Paula Vogel bestätigt. „Viele finden es gut, dass endlich mal Stellung bezogen und Klartext gesprochen wird“, sagt sie und lobt die Arbeit des Sprachmittlers. Dieser wurde schon 2017 eingesetzt und leiste seitdem hervorragende Arbeit, die zur Integration der geflüchteten Schüler und deren Eltern beitrage. „Er ist Anlaufstelle bei Elterngesprächen, Hausaufgaben und der Essensausgabe. Er unterstützt die Grundschule wo er kann und ist ein wahrer Segen“, erklärt Paula Vogel.

„Das Namensschild (neben diesem Artikel zu sehen/d. Red.) wurde im Übrigen schon vor vielen Monaten für die damals etwa 50 geflüchteten Schüler an der Grundschule angebracht. „Das ist Integration und keine Parallelgesellschaft“, heißt es abschließend in der Mitteilung der Stadt Finsterwalde.

Die Argumentation der Verwaltung kann den Presseverantwortlichen des Kreisverbandes der AfD nicht überzeugen. „Es war bestimmt gut gemeint. Aber unserer Auffassung nach sendet das Anbringen arabischer Beschriftungen in Schulen und Ämtern falsche Signale“, erklärt Jeffrey Halbin auf Nachfrage der RUNDSCHAU. Die Frage sei, bis zu welchem Punkt eine Übersetzung norwendig sei und wann man sie wieder entfernen könne. „Wir wollten damit eine Diskussion anregen, und das ist uns gelungen. Das bewegt die Leute“, sagt Jeffrey Halbin. Tatsächlich wurde der Post in sozialen Netzwerken mehrfach geteilt und kommentiert – allerdings nicht immer positiv, wie auch er zugeben muss. Die Formulierung „Zweite Amtssprache an Finsterwalder Schule“ hält auch Jeffrey Halbin für überspitzt.