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| 16:28 Uhr

Regionale Produkte
Extreme Trockenheit hat Auswirkungen auf Roggenernte

Bubners Roggenfeld bei Kleinkrausnik im Juni 2018.
Bubners Roggenfeld bei Kleinkrausnik im Juni 2018. FOTO: Eva Kallinich
Doberlug-Kirchhain/Sonnewalde. Ernteeinbußen von mehr als 50 Prozent zwingen Bäcker Bubner und die Sonnewalder Landwirte, nach anderen regionalen Lösungen zu suchen.

Bereits im vierten Jahr baut die Bäckerei Bubner gemeinsam mit ihren Partnern von der Agrargenossenschaft Sonnewalde eine ursprüngliche, reinerbige Roggensorte für ihre Roggenprodukte an. Dem Bäckerei-Inhaber Thomas Bubner geht es vor allem um „die ursprünglichen Eigenschaften dieser alten Sorte Conduct, die Geschmack und Qualität einfach besser machen“.

Daneben sei aber vor allem die Regionalität wichtig. „Als regional verwurzeltes Familienunternehmen ist es uns ein großes Anliegen, wo möglich mit regionalen Erzeugern und Unternehmen vor Ort zusammen zu arbeiten, um das Vertrauen in heimische Produkte und Erzeuger zu stärken und regionale Wirtschaftskreisläufe zu unterstützen.“

Die anhaltende Dürre hat jedoch dem diesjährigen 46 Hektar großen Feld in Kleinkrausnik, auf dem der Bubner-Roggen wächst, arg zugesetzt. Von der für die Bäckerei geplanten Ernteertragsmenge von 270 Tonnen wurden laut Chef der Sonnewalder Agrargenossenschaft Thomas Jülke nur 140 Tonnen geerntet und nach Reinigung des Getreides werden nur etwa 120 Tonnen übrig bleiben.

„Eigentlich rechnen wir beim Roggen pro Hektar mit sechs Tonnen Ertrag, in diesem Jahr waren es aber nur drei Tonnen. Die Halme waren da, aber teilweise waren die Ähren gar nicht gefüllt und die, die gefüllt waren, haben sehr kleine Körner“, so der Agrarwirt. „So kompakt hatten wir es noch nie, es war schon sehr extrem in diesem Jahr. Über alle Früchte gesehen, hatten wir ein Viertel bis die Hälfte Ertragseinbußen. Beim Roggen, der bewusst auf schwächeren Standorten angebaut wird, ist es besonders heftig. Hier liegen wir bei durchgängig 50 Prozent weniger als sonst.“

Die Ernte 2018 habe drei Wochen früher als normal begonnen. „Ab Mai hatten wir einfach durchgängig zu extreme Temperaturen, im Durchschnitt drei Grad höher als sonst und dadurch einen höheren Wasserbedarf.“ Der Niederschlag kam aber nicht, was große Auswirkungen auf alle Kulturen gehabt hätte. „Die Pflanzen sind notreif geworden, haben einfach aufgehört zu wachsen und sind dadurch zu früh abgreift, obwohl sie noch nicht voll ausgebildet waren“, fasst Henry Schoppe, Leiter der Pflanzenproduktion die Gründe zusammen. Eine gute Nachricht hat der Landwirt dann aber noch. „Durch die extremen Bedingungen gibt es zwar weniger und viel kleinere Körner als gewohnt, aber die Qualität des diesjährigen Roggens ist eigentlich insgesamt sogar noch besser.“

Bäckermeister Thomas Bubner möchte aber seiner Linie treu bleiben und regionalen Roggen verbacken. Gemeinsam mit der Agrargenossenschaft Sonnewalde werde deshalb geprüft, ob die Sorte Conduct in Nachbarbetrieben geerntet wurde oder ob aus den Erntemengen der Genossenschaft vorhandene Roggensorten den Qualitätsansprüchen der Bäckerei Bubner entsprechen und verwendet werden können.

(pm/leh)