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Ex-Boxprofi Axel Schulz zapft Bier

Fürs Brauereitreffen vereint: Kristin Mäurer (pro agro), Uwe Oppitz, Geschäftsführer des Verbandes der Klein- und Gasthausbrauereien, Tobias Frenzel, Brauer aus Sachsen, Finsterwaldes Braumeister Markus Klosterhoff, Bürgermeister Jörg Gampe und Bierkönigin Carolin Käbermann.
Fürs Brauereitreffen vereint: Kristin Mäurer (pro agro), Uwe Oppitz, Geschäftsführer des Verbandes der Klein- und Gasthausbrauereien, Tobias Frenzel, Brauer aus Sachsen, Finsterwaldes Braumeister Markus Klosterhoff, Bürgermeister Jörg Gampe und Bierkönigin Carolin Käbermann. FOTO: fc
Finsterwalde. Neuer Rekord: 17 Klein- und Gasthausbrauereien zapfen beim 4. Brandenburger Brauereitreffen auf dem Finsterwalder Marktplatz Bier – und Brandenburgs Bierbotschafter Axel Schulz ist mittendrin. Frank Claus

Schon wieder eine Riesensause in Finsterwalde. Nach dem Sommer-Open-Air mit 6500 Zuschauern lockt nun Brandenburgs 4. Brauereitreffen am 25. und 26. August auf den Marktplatz. Was vor zwei Jahren schon ein Riesenerfolg wurde, wird nun noch mal getoppt. Waren es damals noch elf Klein- und Gasthausbrauereien, die ihr bernsteinfarbenes, kastanienbraunes oder sonnengoldenes Hopfengetränk ausschenkten, werden es diesmal 17 sein. Uwe Oppitz, Geschäftsführer des Brandenburger Verbandes: "Elf Brauereien werden mit einem eigenen Ausschankwagen anreisen, weitere sechs Bierbrauer stehen an den Zapfhähnen des Gemeinschaftsstandes." Markus Klosterhoff, Braumeister im Finsterwalder Brauhaus, rechnet mit mehr als 30 verschiedenen Biersorten, die somit ausgeschenkt werden.

Am Zapfhahn steht auch der ehemalige Boxprofi Axel Schulz, seit Mai dieses Jahres der erste Brandenburger Bierbotschafter. Er wird die neue Bierkönigin küren, die nach zweijähriger Amtszeit die Finsterwalderin Carolin Käbermann ablösen wird. Die Kandidatinnen, alle teilnehmenden Brauereien sind im Vorfeld aufgefordert, je eine Bewerberin zu stellen, müssen den Umgang mit Bier zelebrieren können und dazu natürlich auch fachlich auf der Höhe sein.

Für Finsterwaldes Bürgermeister Jörg Gampe hat der neuerliche Bier-Termin in seiner Stadt vor allem zwei Gründe: "Wir sind innovativ und arbeiten eng miteinander." Auf die Frage, ob es neben dem Sängerlied nicht auch bald ein Finsterwalder Bierlied geben müsste, zeigte sich das Stadtoberhaupt sehr sicher: "Die Finsterwalder Sänger sind schon immer für eine Überraschung gut. Vielleicht dichten sie ja eine spezielle Zeile dazu."

Für Kristin Mäurer vom Marketingverband pro agro passt das Finsterwalder Biertreffen "hervorragend" in das diesjährige Themenjahr. "Handgemacht mit Lust und Liebe - Genuss made in Brandenburg", ist es überschrieben. "Da gehören die Produkte von Fleischern und Bäckern eben genauso dazu, wie die von Brauern und Brennern", sagt sie.

Für Janine Kauk ist das Brauereitreffen eine ideale Ergänzung zu den Aktivitäten rund um den Luther-Pass im Jubiläumsjahr 500 Jahre Reformation. "Wer kein Bier hat, hat nichts zu trinken", soll Luther mal gesagt haben, so die Pass-Erfinderin, die den Bier-Pass für die Erkundung der Brandenburger Bierstraße trefflich findet. "Wir fördern den Kulturtourismus und ihr den Genusstourismus. Passt doch", zwinkert sie den Brauern zu.

Neu dabei ist eine sächsische Brauerei. "Die Region interessiert uns", sagt Tobias Frenzel von Frenzel-Bräu aus Bautzen. "Es gibt immer mehr kleine Geschäfte, die lokales Bier anbieten möchten. Wir sind dabei", sagt er und stellt gleich mal sein Schätzchen vor: ein Senf-Honig-Bier.

Dass er damit in den Wettstreit mit den anderen Brauereien treten muss, weiß er. Denn da ist ja noch der Frauenbierversteher Markus Klosterhoff: "Wenn man in die Geschichte schaut, haben ja eigentlich die Frauen uns Männer zum Bier gebracht. Denn im Mittelalter waren sie es, die gebraut haben." Inzwischen würden es übrigens immer mehr Frauen werden, die gern ein kühles Bierchen genießen.

Deutschlandweit haben regional erzeugte Biere von Klein- und Gasthausbrauereien deutlich Aufwind. Zuwachsraten von bis zu 25 Prozent werden erreicht. Und dennoch bleiben die "Kleinen" im Durst-Wettstreit mit den Großbrauereien nur Außenseiter. Aber was für ein leckerer!