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| 09:47 Uhr

Himmelsschauspiel am Wochenende
Es regnet Sternschnuppen vom Himmel

Mehrere Sternschnuppen am Nachthimmel – so könnte es von Samstag zu Sonntag aussehen.
Mehrere Sternschnuppen am Nachthimmel – so könnte es von Samstag zu Sonntag aussehen. FOTO: dpa / Daniel Reinhardt
Doberlug-Kirchhain. Peter Taubert, Leiter der Volkssternwarte Doberlug-Kirchhain, erklärt, worauf es ankommt, wenn man die Sternschnuppen am Wochenende beobachten will. Von Heike Lehmann

Der Meteorstrom der Perseiden bringt uns am Sonntag, 12. August, die größte Sternschnuppennacht 2018. Pro Stunde werden mehr als 100 Sternschnuppen aufleuchten. Meteore der Perseiden können aber auch vor und nach diesem Termin am Nachthimmel aufleuchten. Zwischen dem 9. und 13. August liegt die maximale Tätigkeit dieses wohl schönsten und reichsten Sternschnuppenstromes des Jahres.

Darunter sind auch sehr helle Exemplare, die als Boliden oder Feuerkugeln bezeichnet werden. Die Sichtung wird in dieser Nacht nicht vom Mondlicht gestört. Nur einen Tag vorher ist nämlich Neumond.

Wo und wann sind die Perseiden am besten zu sehen?

Die Perseiden tauchen im Sternbild Perseus auf, das zu dieser Jahreszeit in nordöstlicher Richtung am Himmel steht. Dort liegt der scheinbare Ausgangspunkt der Perseidenmeteore, der sogenannte Radiant.

Den besten Blick auf die Perseiden hat man zwischen zwei und vier Uhr nachts, wenn es am dunkelsten ist. Wer am 12. August nicht nachts zusehen kann, hat auch in den Nächten zuvor und danach gute Chancen auf zahlreiche Sternschnuppen.

Was sind die Perseiden?

Die Perseiden sind ein Meteorstrom, der in einem festen Rhythmus den Weg der Erde kreuzt. Die Zahl der Meteore, die auf die Atmosphäre treffen, erreicht immer um den 12. August jedes Jahres ihr Maximum.

Die Meteore, die für die Sternschnuppen der Perseiden sorgen, stammen vom Kometen 109P/Swift-Tuttle, der auf seiner Umlaufbahn rund 133 Jahre benötigt, um die Sonne zu umrunden. Am 14. August 2126 fliegt er in einem Abstand von „nur“ 25 Millionen Kilometern an der Erde vorbei. Im Jahr 3044 kann er der Erde gefährlich nahe kommen. Bei jedem Umlauf verliert der Komet Teile, die als Staubpartikel den Meteorstrom bilden. Die Trümmerteile von 109P/Swift-Tuttle bewegen sich mit 60 Kilometer pro Sekunde, womit sie zu den sehr schnellen Meteoren gehören. In einer Höhe von 80 bis hundert Kilometern erzeugen die kleinen Staubteilchen dann die Lichterscheinungen, die Sternschnuppen genannt werden.

Die Perseiden sind nicht der einzige Meteorstrom, auf den die Erde im Laufe eines Jahres trifft. Es ist jedoch der ergiebigste Strom. Deshalb gilt der August auch als der „Sternschnuppenmonat“.

So bekamen die Perseiden ihren Namen: Für einen Betrachter sieht es so aus, als ob die Sternschnuppen aus dem Sternbild Perseus („Radiant“) kommen. Von diesem scheinbaren Ursprung leitet sich auch der Name Perseiden ab. Wenn die Perseiden 2018 über den Himmel ziehen, wird man aber auch wieder auf den Namen „Tränen des Laurentius“ stoßen. So werden die Sternschnuppen im August vom Volksmund genannt. Der Grund hat nichts mit Astronomie zu tun, dafür aber mit Geschichte. Das jährliche Ereignis am Himmel findet seinen Höhepunkt kurz nach dem Todestag des Märtyrers Laurentius. Es ist überliefert, dass er am 10. August des Jahres 258 hingerichtet wurde.

Ein Volksglaube besagt, dass sich ein Wunsch erfüllt, wenn man bei der Sternschnuppenbeobachtung daran denkt. Man darf aber diesen Wunsch niemandem sagen oder ihn laut äußern.

Wie beobachtet man Sternschnuppen?

Das Schönste an diesem berühmten Meteorstrom ist, das man ihn in einer milden Sommernacht auch ohne besondere technische Hilfsmittel genießen kann – einfach nur so vom Liegestuhl aus von einer dunklen Stelle aus entspannt in Richtung Nordost-Himmel blicken und die Augen offen halten.

Wer die Perseiden-Sternschnuppen etwas genauer beobachten will, sollte eine Strichliste führen und mindestens eine Stunde deren Anzahl erfassen (Erfassung der stündlichen Zenitrate ZHR: Name des Beobachters, Standort, Datum, Uhrzeit, Anzahl der Perseiden). Das Ergebnis kann gern der Volkssternwarte Doberlug-Kirchhain telefonisch mitgeteilt werden (Telefon 0353322 30174, AB).

Wer den Meteorstrom fotografieren will, sollte eine Kamera mit einem Weitwinkelobjektiv auf ein Stativ montieren und eine Langzeitbelichtung wählen. Ein Objektiv mit einer kurzen Brennweite sorgt dafür, dass ein großer Ausschnitt des Himmel abgelichtet wird. Das ist wichtig, da man nie wissen kann, wo genau die nächste Sternschnuppe aufglüht. Die Kamera auf den Nordost-Horizont ausrichten und 25 Sekunden lang bei hohen Empfindlichkeiten  von 800 bis 1600 ISO belichten.

Die Volkssternwarte Doberlug-Kirchhain bleibt in der „Nacht der Sternschnuppen“ vom 12. zum 13. August geschlossen, da deren Leiter selbst auf „Perseiden-Jagd“ unterwegs ist.