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| 18:01 Uhr

Besuchermagnet
Erstmals schwitzen auch Frauen als Sportholzfäller an der F 60

STIHL Timbersports an der F60 in Lichterfeld: Beim Qualifikationswettkampf zur Deutschen Meisterschaft startete auch Lokalmatador Jan Philipp Stumpe aus Strausberg, hier beim Wettbewerb Standing Block Chop
STIHL Timbersports an der F60 in Lichterfeld: Beim Qualifikationswettkampf zur Deutschen Meisterschaft startete auch Lokalmatador Jan Philipp Stumpe aus Strausberg, hier beim Wettbewerb Standing Block Chop FOTO: Mirko Sattler
Lichterfeld. Die Förderbrücke F 60 in Lichterfeld ist bekannt für spektakuläre Veranstaltungen. Zum dritten Mal traten die besten Sportholzfäller gegeneinander an. Von Mirko Sattler

Waren in den beiden zurückliegenden Jahren nur ausschließlich männliche Stihl Timbersports Athleten dabei, so kämpften in diesem Jahr auch Frauen und Nachwuchssportler in separaten Wettkämpfen gegeneinander.

Dass diese Sportart bei den Besuchern ankommt, beweisen die Besucherzahlen. „Wir konnten bis zu 500 Karten im Vorverkauf absetzen. Die Besucherzahl bewegt sich im Rahmen der letzten Jahre bei rund 1500 Gästen“, verriet Christin Rathke. Die 51-Jährige ist Koordinatorin der deutschen Stihl Timbersports Series und beaufsichtigt diese Veranstaltung.

Unter den 24 teilnehmenden Sportlern, war nur ein Sportholzfäller aus Ostdeutschland. „Ich bin heute zum dritten Mal an der F 60, jedoch starte ich in einem Wettbewerb zum zweiten Mal in der Kategorie Rookies, was so viel wie Anfänger bedeutet“, sagte Jan Philipp Stumpe aus Strausberg bei Berlin. Der heute 41-Jährige nahm den klassischen Weg wie alle Teilnehmer dieses Wettbewerbs. „Über die Internetseite von STIHL Timbersports kann man sich zu einem Probetraining anmelden. Dort wird man dann für diesen Sport entdeckt oder nicht. Meine Leistung überzeugte und so wurde ich zu weiteren Trainingseinheiten eingeladen“, erzählt Stumpe, der als Kommunalgerätemechaniker auch in seinem Job viel mit Stihl-Geräten zu tun hat, die er schließlich repariert. Seine Grundausrüstung – sechs Äxte und zwei Sägen im Wert von rund 12 000 Euro – schaffte er sich über Sponsoren an. Die Geräte sind das eine, das Training ist das andere. „Ich übe einmal wöchentlich mit Axt und Säge und einmal wöchentlich etwas Kondition. Dabei absolviere ich ein Lauf- oder Radfahrtraining. Der wichtigste Grundsatz ist jedoch: Kraft entscheidet, Präzision gewinnt“, so Stumpe weiter. Im  nächsten Jahr, sofern alles klappt, will er in die Profiliga aufsteigen.

Dass er das Zeugt dazu hat, bestätigt auch Nationaltrainer Phillip Vielwerth: „Stumpe macht sich gut, ist aber nicht so trainingsfleißig. Trotzdem ist er mit dem Herzen dabei“, sagt der 53-jährige Trainer.

Bis zu 15 Personen je Veranstaltungstag könnten sich für ein Probetraining anmelden. „Bei den insgesamt 20 Trainingsterminen trennt sich dann die Spreu vom Weizen. Im Osten tut sich nun etwas. So gibt es drei bis vier Interessierte, die das Zeug dazu haben. Sie kommen unter anderem aus Rostock und Leipzig“, weiß Phillip Vielwerth. Drei von insgesamt sechs Wettkampfdisziplinen werden bei dem Schnuppertag ausprobiert. So zum Beispiel Stock Saw (Athleten sägen mit einer serienmäßigen Motorsäge zwei vollständige Cookies), Single Buck (mit einer zwei Meter langen Zugsäge sägen die Sportler einen vollständigen Cookie) und Underhand Chop (der Sportler steht auf einem waagerecht verankerten Holzblock, den er durchschlagen muss). „Im Jahr verarbeite ich mit meinen Schützlingen bis zu 300 Festmeter Pappelholz, die aus Plantagen stammen. Das Holz darf nicht gelagert sein, sondern muss noch frisch sein. Daher ist es auch bei diesem Wettkampf hier gegen austrocknen geschützt. Für alle sechs  Disziplinen brauchen wir für die 13 Profi-Teilnehmer 40 Hack- und zehn Sägeblöcke“, meint der Nationaltrainer, der sein Trainingscamp in Mellrichstadt hat. Momentan betreut er 30 Sportler vom Anfänger bis zum Profi.

Die Gewinner aus dem Wettbewerb an der F 60 erhalten eine Fahrkarte zur Deutschen Meisterschaft am 18. August im Eisstadion in Deggendorf. Die deutschen Meister wiederum können an den beiden internationalen Wettkämpfen in Liverpool (Weltmeisterschaft 2018) und der Champions Trophy MuCem teilzunehmen.

Im Rahmenprogramm des STIHL Timbersportwettkampfes in Lichterfeld gab es für die Besucher noch viel am Rande zu erleben. Neben dem Fanshop und verschiedensten Verkaufsständen hatten die Besucher die Möglichkeit, einmal selbst einen sogenannten Cookie mit der Single Buck abzusägen. „Es ist anstrengend. Heute mache ich das zu ersten Mal. Habe es mir leichter vorgestellt“, meint der 15-jährige Tom Klein aus Pirna, der mit der ganzen Familie nach Lichterfeld gekommen ist. Den abgesägten Cookie bekommt seine Mama, die ihn dann schließlich als Ausstellungsstück ins Regal stellt.

Nicht ins Regal, sondern an die Wohnzimmerwand kommt der Cookie von Christian Heinze aus Lauchhammer. „Bei den Profis sieht es immer so leicht aus. Die Veranstaltung hier finde ich genial“, sagt der 28-Jährige, der bei einem Gewinnspiel eine VIP-Karte gewonnen hatte. Eric Bensemann, der den Stand betreut, gibt den Gästen hilfreiche Tipps. Er selbst hat im November 2017 mit diesem Sport angefangen und zählt derzeit als sogenannter Rookie.
Die nächsten Höhepunkte an der F 60 sind die Pyrogames am 11. August und das Art Lake Festival vom 15. bis 18. August.