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| 18:47 Uhr

Schauspiel mit Kran in Finsterwalde
Erstes neues Brückenteil liegt sicher

Schwierige Schneise an einem Baum vorbei in Richtung Bestimmungsort. Den Baum hätte man doch fällen können, hieß es vielfach von den Zuschauern.
Schwierige Schneise an einem Baum vorbei in Richtung Bestimmungsort. Den Baum hätte man doch fällen können, hieß es vielfach von den Zuschauern. FOTO: LR / Gabi Böttcher
Finsterwalde. Nicht wie geplant gegen 14 Uhr, aber sicher gelandet um 17.40 Uhr. Das erste neue Trogsegment ist in die Bahn-Brücke über der Sonnewalder Straße in Finsterwalde eingebracht. Von Gabi Böttcher

Es ist geschafft. Um 17.40 Uhr liegt das erste neue Trogsegment für die Bahnbrücke über die Sonnewalder Straße auf den Widerlagern. Um 16.26 Uhr noch eine Zitterpartie. Die Seile, an denen der 750-Tonner-Kran das 120 Tonnen schwere Segment einheben soll, sind zu lang. Kürzere Seile sind zur Stelle. Kurze Anflüge von Nervosität. Doch die Lösung ist schnell gefunden. 21 Meter lang und 5,30 Meter breit ist die Trogbrücke, die bereits in der Nacht zum Freitag aus der Schiffswerft Roßlau nach Finsterwalde geliefert wurde. Frank Koppe und seine Kollegen sind stolz auf die aus zusammengeschweißten Blechen bestehende Konstruktion. „Ich freue mich, wenn das Teil wohlbehalten auf den Widerlagern ankommt“, so Frank Koppe gegen Mittag. Stunden später ist auch er zufrieden.

Gegen 6 Uhr begannen die Männer von Maxikraft mit dem Aufstellen und Einrichten des Kranriesen an der Nordseite der Brücke. Der erste Versuch an der Südseite war Tage zuvor gescheitert, nachdem sich der Standort als nicht risikofrei erwiesen hatte.

Doch auch der Standort an der Nordseite hatte es in sich. Kranfahrer Christian Prinz musste den Brückenkoloss in der Häuserzeile und noch dazu an einem Baum an der Brandruine des ehemaligen Hauses der Freundschaft vorbei in die richtige Spur Richtung Brückenwiderlager bringen. Alles ohne Hektik. Nur einige der zahlreichen Zaungäste waren inzwischen zum Kaffeetrinken nach Hause gefahren. Hatten sie doch gegen 14 Uhr mit dem Einschweben des Segmentes gerechnet.

Um das Segment ohne Komplikationen in die Mitte der noch vorhandenen anderen zwei Gleisanlagen zu heben, wurde gegen 14.30 Uhr noch ein Stück Brückenüberbau abgetrennt. Die Männer von TAS Logistik aus Coswig fuhren auf schwerem Sattelschlepper die Traversen heran, die zum Anheben der Trogbrücke zunächst mit dieser verbunden werden mussten. 15.47 Uhr können sie ihren Sattelschlepper aus dem Baustellenbereich hinausfahren. Für weitere Arbeiten zur Befestigung des Brückensegmentes auf den Widerlagern hatten sie entsprechendes Zubehör abgeladen.

Dieter Müller, Bauleiter vom Klostermann-Bauunternehmen, verweist auf die Arbeiten, die noch bis spät in die Nacht hinein und in den nächsten Tagen folgen werden. Die Lager vergießen, dann schottern und den Gleisbau ausführen. Schließlich soll die Fahrt für Züge auf dem neuen Segment am Mittwoch, 15. August, ab 6 Uhr wieder frei sein.

Noch in den späten Abendstunden des Freitag wird der nördliche, nicht mehr benötigte Brückenüberbau abgetragen.

Fred Schneider, Projektleiter Brücke der DB Netz, und Bauüberwacher Frank-Rainer Jacob zeigen sich zufrieden mit dem Ablauf der Arbeiten an diesem Freitag.

Der prognostizierte Baustellen-Tourismus hat Interessierte zahlreich angelockt. Und der tatsächlich aus Leipzig angereiste Hobbyfotograf derartiger schwergewichtiger Aktionen, Lothar Hammer, tröstete nach der Zitterpartie mit den zu langen Seilen: „Ich habe ganz selten mal so eine Aktion gesehen, wo wirklich alles ganz glatt gegangen ist.“

Parallel zum Einbau des Brückensegmentes laufen jetzt die Tiefengründungen für das südliche Gleis an. Insgesamt müssen bis weit in den September hinein 14 bewehrte Bohrpfähle in den Boden gebracht werden. Lärmbelästigungen – auch des Nachts – sind laut DB-Projektleitung damit verbunden.

Der Brückentrog schwebt auf engstem Raum zwischen den Hauswänden in der Sonnewalder Straße in Richtung Brücke.
Der Brückentrog schwebt auf engstem Raum zwischen den Hauswänden in der Sonnewalder Straße in Richtung Brücke. FOTO: LR / Gabi Böttcher
Frank Koppe hat das Trogsegment für die Brücke aus Roßlau gebracht.
Frank Koppe hat das Trogsegment für die Brücke aus Roßlau gebracht. FOTO: LR / Gabi Böttcher
Der Brückentrog schwebt zu seinem neuen Bestimmungsort auf der Brücke der Bahn in der Sonnewalder Straße.
Der Brückentrog schwebt zu seinem neuen Bestimmungsort auf der Brücke der Bahn in der Sonnewalder Straße. FOTO: LR / Gabi Böttcher