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Jubiläum
Erster Coup war der Kauf eines Dorfes

Gottfried Richter bekam gestern Glückwünsche für 25 Jahre als Amtsdirektor von Kleine Elster. Chefassistentin Simone Erpel reihte sich ein.
Gottfried Richter bekam gestern Glückwünsche für 25 Jahre als Amtsdirektor von Kleine Elster. Chefassistentin Simone Erpel reihte sich ein. FOTO: Heike Lehmann
Massen. Gottfried Richter leitet seit dem 12. November 1992 die Amtsverwaltung Kleine Elster. Von Heike Lehmann

Bislang hat Gottfried Richter geglaubt, immer zu wissen, was in seiner Amtsverwaltung vor sich geht. Bis der Amtsdirektor von Kleine Elster gestern Vormittag so sehr überrascht wurde, dass er „sprachlos und gerührt“ war.

Fast auf den Tag genau ist Gottfried Richter 25 Jahre der Amtsdirektor vom Amt Kleine Elster. „Gewählt wurde er am 12. November 1992 um 19 Uhr“, wie Bernd Güttes in der kleinen Überraschungsrunde mit engsten Mitarbeitern und Bürgermeistern des Amtsgebietes erinnerte. Güttes hatte das Sitzungsprotokoll von damals dabei und erzählte: „Die Wahl 1992 war ähnlich chaotisch wie die Wiederwahl 2017. Nach sechs Sitzungen des Amtsausschusses war Gottfried Richter damals gewählt. „Weil ich zuerst mit den Stimmen von Eichholz, Drößig und Fischwasser gewählt war, die dann doch nicht  zum Amt gehören durften, musste die Wahl wiederholt werden“, erinnerte sich Richter.

Gordon Weißenborn, Hauptamtsleiter und zweiter Stellvertreter des Amtsdirektors, würdigte Richters Engagement: „Sie haben das halbe Berufsleben für das Amt und die Gemeinden geopfert und sehr viel bewirkt.“ Was in den Jahren entstanden ist, könne sich sehen lassen – von den Industrieansiedlungen in Massen bis zu den Sehenswürdigkeiten und der F60 als touristischer Leuchtturm.

Gottfried Richter erklärte: „Ich denke, ich habe nur meinen Job gemacht und das manchmal ein bisschen mehr, wie hier und da zu erkennen ist.“ Er dankte für die gute Zusammenarbeit, insbesondere den Bürgermeistern, die ihn letztlich auch zum Wiederantritt bewogen hätten. Richter sprach sich für das Amtsmodell aus, weil es den schnellen Dienstweg ermögliche und die Dinge „kurz und entschlossen“ angepackt werden können. So habe man eine „in Brandenburg einmalige Infrastruktur bei 5500 Einwohnern mit vier Schulen und vier plus zwei Kitas geschaffen.“. Zwei Kitas sind in freier Trägerschaft. Der erste Coup im Amt war Anfang der 1990er-Jahre der Kauf eines ganzes Ortes. Weil der Kohlebagger kurz vor Klingmühl Stopp machte, hatte sich die Gemeinde Sallgast für dessen Wiederbesiedlung entschieden.