„Alle meine Freunde spielen Frisbee heut’ Nacht...“ So singt die Band Bilderbuch in einem ihrer Lieder. Und ein bisschen stimmte das seit Samstag in Finsterwalde, als auf dem Disc-Golf-Kurs in der Bürgerheide die ersten „Sängerstadt Open“ stattfanden. Auch wenn das Turnier zwar um 8:30 Uhr am Morgen, aber doch nicht in der Nacht begann.

Dieses Turnier zu organisieren bedeutet viel Arbeit für die Mitglieder der Initiative Discgonauts, die die Idee von Disc-Golf in Finsterwalde auf den Weg gebracht hat. Zum Kreis der Disc-Golf-Enthusiasten gehören inzwischen etwa 20 Personen, sagt Nadine Kilian.

Viele Passanten hätten sich aufgeschlossen und interessiert gezeigt, berichten die Discgonauts. In der Tat bleiben am Samstag immer wieder Passanten in der Bürgerheide stehen und schauen zu, wenn sie das Spiel im Gang sehen. Einige von ihnen zeigen dabei durchaus auch Interesse, selbst einmal Scheiben zu werfen.

Andere sind vor allem beeindruckt, wie gut das den Spielerinnen und Spielern gelingt: "Es ist schon sagenhaft, wie sie die Kurven werfen", sagt eine ältere Spaziergängerin. "Das ist etwas Neues, natürlich muss man sich das mal anschauen."

Dass sich nicht alle so offen gezeigt haben und Informationen über die öffentliche, allgemein zugängliche Anlage angenommen haben, finden manche der Finsterwalder Disc-Golfer schade. Dass es immer noch Bedenken gegenüber dem Sport und der Anlage in der Bürgerheide gebe, sei aber auch ein Ansporn, weiter in Diskussionen um Verständnis zu werben.

Dass es sich bei der Organisation des Turniers um eine Teamleistung handelt, betont Marko Ziske. Er zeigt sich überrascht von den "weit überwiegend positiven Rückmeldungen" der Turnier-Starter. Selbst spielen kann Ziske an diesem Tag nicht: Bei den letzten Vorbereitungnen verletzte er sich am Rücken und kann so nur passiv an dem Turnier teilnehmen. In dieser Woche hatte er es sich aber nicht nehmen lassen, eine der ersten Runden auf dem Kurs zu spielen und eine persönliche Marke zu setzen, an deren Verbesserung er nun arbeiten will.

Die Organisation und den Kurs lobt auch Christian Stelter, der am Samstag gemeinsam mit seinen Potsdamer Mitspielern Janek Buchheim, Philipp Röbke und Sara Krieg die erste Runde auf dem Kurs bestreitet. Vor allem die Bahnen im Wald sind sportlich herausfordernd, aber auch interessant für die Spielenden. „Man taucht wirklich ein in die Natur“, beschreibt Sara Krieg das Spielgefühl: „Man sucht Wege und Routen, durch die man zwischen den Bäumen spielen kann. Das führt sogar dazu, dass man durch die Stadt geht und denkt: Diese Passage hier könnte auch eine schöne Bahn sein...“

Sara Krieg ist eine von 4 Frauen im 53 Personen großen Starterfeld des Turniers. "Die Disc-Golf Szene ist insgesamt noch stark von Männern geprägt. Und es gibt, gerade bei manchen 'alten Hasen' schon eine Macho-Einstellung", sagt Sara Krieg. "In meinem Umfeld ist das aber gar nicht so, und insgesamt wird das Bewusstsein stärker, auch Frauen spezifische Angebote zu machen, etwa eigene Turniere oder Trainings, um sie zu dem Sport zu bringen." Dabei gebe es aber noch einiges zu tun: Bei den professionellen Turnieren in den USA könne man die Benachteiligung der Frauen an den Startzeiten ablesen. Und auch die Infrastruktur - etwa mit Blick auf Toiletten - komme Frauen nicht immer entgegen.

Zwischenstände und Ergebnisse des Turniers können Sie hier live verfolgen.