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Erneut Flammen in Finsterwalde

Gegen 10 Uhr musste die Feuerwehr am Sonntag noch einmal zum Finsterwalder Haus der Freundschaft ausrücken. Erneut war ein Glutnest aufgeflammt. In der Nacht zum Freitag war es angezündet worden.
Gegen 10 Uhr musste die Feuerwehr am Sonntag noch einmal zum Finsterwalder Haus der Freundschaft ausrücken. Erneut war ein Glutnest aufgeflammt. In der Nacht zum Freitag war es angezündet worden. FOTO: Jürgen Weser
Finsterwalde. Der Großbrand am ehemaligen Haus der Freundschaft bewegt Finsterwalde auch am Wochenende nach der Brandnacht. Einen dingfest gemachten Täter gibt es nach Auskunft der Polizei bislang nicht. fc/gb

Am Freitag hatten Gerüchte von drei festgenommenen Tatverdächtigen die Runde gemacht. Nach einer Brandserie in der Woche zuvor ist am Samstag, 5.05 Uhr, erneut ein Brand gemeldet worden. Dabei habe es sich nach Auskunft der Polizei jedoch um eine illegale Entsorgung gehandelt. In einem Erdloch in der Gartenanlage Hainstraße sei Müll verbrannt worden.

Das 1866/67 erbaute ehemalige Hotel Victoria, das später als Haus der Freundschaft zum Kulturtempel wurde und zuletzt Sitz der Kreisverwaltung war, ist nach einem Beschluss des Kreistages aus dem Jahr 2008 bundesweit und bedingungsfrei ausgeschrieben und an den Meistbietenden verkauft worden. Für das Gebäude bedeutete dies keinen Neuanfang, vielmehr nun ein trauriges Ende.

Am Sonntag waren im Gebäude erneut Feuer aufgeflammt. Die Feuerwehr musste um 9.53 Uhr alarmiert werden. Zuvor waren seit Freitag bereits umfangreiche Abrissarbeiten am Gebäude erfolgt. Die Wucht der Flammen und die Hitze hatten die Giebelseite an der Brandruine zum Sicherheitsrisiko für Verkehrsteilnehmer an der vorbeiführenden Bundesstraße 96 gemacht. Bereits am Freitag hinzugezogene Statiker hatten die Notwendigkeit eines Teilabrisses bekräftigt. Die Brandruine wurde am Wochenende für viele Finsterwalder zum Pilgerort. So mancher von ihnen verbindet mit dem Haus persönliche Erinnerungen. Sowohl Jugendweihen, als auch vielfältige Kulturveranstaltungen fanden hier statt. Und es kochen Emotionen hoch. Dominic Hake, stellvertretender Ortsvereinsvorsitzender der SPD Finsterwalde, ließ sich im sozialen Netzwerk zu einer Attacke unter der Gürtellinie hinreißen. Danach habe der Bürgermeister das Haus "nicht vor dem Brand retten wollen". Rainer Genilke, CDU-Stadtverordneter ist entsetzt: "Hier werden eindeutig Grenzen überschritten", so sein Kommentar.