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| 11:07 Uhr

Kulturpreise Elbe-Elster 2017
Er machte den Jazz-Pop-Gesang zum Markenzeichen

Chris Poller (l.), hier im Zusammenspiel mit Max Ender, bekommt den Kunstpreis 2017.
Chris Poller (l.), hier im Zusammenspiel mit Max Ender, bekommt den Kunstpreis 2017. FOTO: Heike Lehmann
Herzberg. Der Kunstpreis 2017 geht an den Musikpädagogen Chris Poller.

Aus der Laudatio: Mit dem Kunstpreis des Landkreises Elbe-Elster für das Jahr 2017 wird ein Musikschulpädagoge geehrt, der innerhalb einer sehr erfolgreichen Einrichtung als Person zu einer Institution geworden ist. In seinem bisherigen drei Jahrzehnte umfassenden Wirken kann er auf Erfolge verweisen, die sowohl für uns als Bürger dieser Region als auch für die Schüler, die seinen Unterricht durchlaufen haben, überaus fruchtbringend waren.

Chris Poller wurde 1966 in Herzberg geboren. Seit dem Jahre 1989 ist sein beruflicher Werdegang mit unserer Kreismusikschule, damals noch mit dem Namen Finsterwalde versehen, verbunden. Parallel dazu studierte er von 1990 – 1994 Jazz-Pop-Gesang und von 1993 – 1997 Gitarre an der Musikhochschule „Carl Maria von Weber“ Dresden. Er begann seine Lehrtätigkeit nach den Februar-Ferien 1989 mit elf Schülern – am Schuljahresende waren es 40. Diese Erfolgskurve schon im ersten halben Jahr ist symptomatisch für seine Arbeit bis heute. Sie sagt etwas aus über die Qualität seines Unterrichts, aber auch über Sympathiewerte, die man ihm als Person entgegenbringt. Seit 1994 ist er Fachbereichsleiter für Popularmusik an der Kreismusikschule „Gebrüder Graun“. Das Genre Jazz-Pop-Gesang wurde unter seiner Leitung zu einem Markenzeichen unserer Musikschulausbildung. Keine andere Musikschule Brandenburgs kann in diesem Bereich auf eine ähnlich erfolgreiche Entwicklung verweisen. Chris Poller konnte fast in jährlicher Regelmäßigkeit einen seiner Schüler so weit entwickeln, dass er oder sie einen der wenigen Studienplätze an einer Musikhochschule belegen konnte. Alle unsere weiteren sechs Pädagogen im Jazz-Pop-Gesang sind durch seine Schule gegangen. Seit dem Jahr 2000 ist er auch einmal wöchentlich als Dozent an der BTU Cottbus im Studiengang Instrumental- und Gesangspädagogik tätig.

Unter seiner Leitung etablierten sich unverwechselbare Ensemble an unserer Schule, die schon im Schüleralter professionelles Format besaßen - wie die „Darkwood Singers“ von 1995 – 1998 und „Seven up“ von 1998 – 2002. Sie haben ihren Platz im Erinnerungsschatz unserer Kulturlandschaft gefunden. Aber auch aktuell eilt mit den „Heartbreakers“ ein Ensemble von Chris Poller bei Wettbewerben von einem Erfolg zum Nächsten.

Neben seinen herausragenden musikpädagogischen Fähigkeiten kreierte Chris Poller mit der Offenen Bühne und der Sommerparty zwei Veranstaltungsformen an der Kreismusikschule, die seit Jahren einen festen Platz im Jahresveranstaltungskalender der Region einnehmen und Vorbild für weitere Veranstaltungsangebote der Einrichtung wurden. Hier entdeckt man das ausgeprägte organisatorische Talent des Preisträgers. Gemeinsam mit dem Kulturamt des Landkreises und der Sparkassenstiftung „Zukunft Elbe-Elster-Land“ gehört er zu den Organisatoren des Regionalen, aber insbesondere auch des Internationalen Wettbewerbs um den „Finsterwalder Sänger“, mit dem unsere Region seit 2002 alle zwei Jahre zu einem Treffpunkt junger professioneller Vokalisten im Jazz-Pop-Bereich aus ganz Europa avanciert und somit der hiesigen Pflege der Sangestradition eine moderne Note mit internationaler Ausstrahlung hinzufügt.

Schließlich rundet die eigene künstlerische Tätigkeit das Bild des diesjährigen Kunstpreisträgers ab. Mit seiner Band „Marble Cake“ besitzen wir im Landkreis Elbe-Elster eine Formation, die mit einem hohen Qualitätsanspruch Jazz-Standards, Songs und Rockballaden zu interpretieren weiß und damit ihre Zuhörer verzaubert.

(pm/leh)