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| 02:40 Uhr

Entwicklungsoption der Biosphäre soll "von unten wachsen"

Finsterwalde. Die Idee vom Zusammengehen der Naturparke Niederlausitzer Heidelandschaft und Niederlausitzer Landrücken in einer Biosphäre Niederlausitz war einer breiten Öffentlichkeit das erste Mal im September 2011 bekannt geworden. Hier hatten sich die Kuratorien beider Naturparke, in denen die Idee geboren worden war, mit großer Mehrheit für einen gemeinsamen Aufbruch zu einem von der Unesco anerkannten Status ausgesprochen. Gabi Böttcher

Nach umfangreichen Vorbereitungen in Verwaltungen, der Gründung einer Arbeitsgruppe, in der die betroffenen Landkreise Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz und Dahme-Spreewald vertreten sind, werden die Informationen zum Thema nun auch in die Kreistage gebracht.

Zunächst standen die Leiter der Naturparke, Lars Thielemann und Udo List, am Mittwoch im Kreisentwicklungsausschuss Rede und Antwort. Lars Thielemann betonte die Herangehensweise an das Vorhaben, das als eine "Entwicklungsoption" für die Region betrachtet werde. Es solle "von unten wachsen und verschiedene Interessengruppen einbinden". Garantien dafür, dass es zu keinerlei Behinderungen zum Beispiel von Projekten der Verkehrsinfrastruktur kommen würde, konnte Thomas Lehmann (CDU) erwartungsgemäß nicht erhalten. Derlei Entscheidungen würden wie gewohnt immer in einem Abwägungsprozess zu treffen sein. Doch eine Biosphäre sei nicht als eine Käseglocke zu verstehen, betonte Lars Thielemann. Und Udo List verwies auf den Kerngedanken des Unesco-Programmes, der auf das Miteinander von Mensch und Natur setzt.

Knackpunkt in der Debatte um mögliche zusätzliche Einschränkungen durch einen Biosphärenstatus ist nach Auffassung beider Akteure: Die für eine Biosphäre geforderte Kernzone ohne wirtschaftliche Nutzung auf drei Prozent der Gesamtfläche sei kein Problem, da Flächen im Eigentum von Naturschutzstiftungen bereits jetzt einer natürlichen Entwicklung überlassen sind und sich dieser Anteil auf fünf Prozent ausweiten soll. Weitere, bereits vorhandene Natur- und Landschaftsschutzgebiete könnten ebenfalls schon in der Gegenwart die geforderten Pflege- und Entwicklungszonen abdecken.

Wie weiter auf dem Weg zur Biosphäre? Der erste Entwurf eines Antrages soll bis September dieses Jahres an das Brandenburger Umweltministerium übergeben werden. Von dort führt der Weg weiter zum Nationalkomitee für das Unesco-Programm "Der Mensch und die Biosphäre" (MAB) und zur Unesco nach Paris. Es wird von einer mindestens zwei Jahre dauernden Antragsphase ausgegangen.