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| 12:36 Uhr

Offenbar eine Folge des extremen Sommers
Entkräftete Tiere und ein Pechvogel in Oppelhain

Bevor es in die Freiheit geht: Falko Göbert (r.) und Silvio Herold beim Beringen aufgepäppelter Vögel, hier mit einem Turmfalken.
Bevor es in die Freiheit geht: Falko Göbert (r.) und Silvio Herold beim Beringen aufgepäppelter Vögel, hier mit einem Turmfalken. FOTO: Göbert
Oppelhain. In der Auffangstation des Landesbetriebes Forst waren die Auswirkungen des extremen Sommers zu spüren. Von Gabi Böttcher

So viele hilfebedürftige Vögel hatten die Mitarbeiter der Greifvogelstation in Oppelhain lange nicht mehr aufzunehmen. Leiter Falko Göbert: „Es waren extrem mehr Tiere als voriges Jahr, darunter viele Jungvögel.“ Dies sei offenbar der extremen Witterung dieses Sommers zuzuschreiben. Die Elternvögel hätten nicht genug Futter gefunden. Jungvögel seien zu früh aus dem Nest geworfen worden. Doch auch Pechvögel wie ein Waldkauz landeten in Oppelhain. Letzterer war von einer Naturfreundin aus Drößig entdeckt worden. Der Vogel war in ein Rohr gerutscht, das aufrecht im Wald stand. Die Frau habe am Montagabend Alarm geschlagen. Feuerwehrleute aus Pechhütte hätten das Tier aus seiner misslichen Lage befreit und der Station übergeben. Ziel sei es, alle Tiere wieder auszuwildern, nachdem diese zu Kräften gekommen sind.

Von Juni bis August sind 16 Turmfalken, zwei Waldohreulen, drei Waldkauze, ein Rotmilan und zwei Seeadler, einer davon ein Jungtier, sowie eine größere Zahl von Mäusebussarden in der Greifvogelstation des Landesbetriebes Forst Brandenburg in fürsorgliche Betreuung geraten. Die Herkunft der Tiere umschließt ein großes Einzugsgebiet. So sei der Rotmilan aus Lübbenau gekommen, weitere Tiere aus Lauchhammer und Wahrenbrück. Eine Seeadler-Dame ist von Anwohnern bei ihren Spaziergängen an den Teichen bei Moritzburg beobachtet worden. Das Verhalten erkannten sie als nicht artgerecht, fingen das Tier und brachten es nach Oppelhain. Zu Mitgliedern des dortigen Greifvogelvereins gibt es seit Jahren Kontakte. Bevor die Tiere wieder in die Natur entlassen werden, erhalten sie einen Ring der Vogelwarte Hiddensee. So werden sie Teil eines wissenschaftlichen Monitorings über die Entwicklung der Vogelwelt. Gut zehn gefiederte Patienten waren zum Wochenende noch in der Krankenstation. Sie sehen in den nächsten Tagen ihrer Entlassung in die freie Wildbahn entgegen.

Auch wenn Falko Göbert und seine Kollegen nicht allen Tieren helfen konnten – gut zwei Drittel der Patienten konnten gerettet werden.