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| 11:23 Uhr

Kleinod in der Bürgerheide „nicht verramschen“
Tierpark Finsterwalde ist mehr wert

 Im Tierpark Finsterwalde ist die kleine Eseldame Lotti der Liebling von Tierpflegern und Besuchern. Sie ist erst drei Monate alt und beschnuppert hier einen Apfel, den ihr Tierparkleiter Torsten Heitmann hinhält. Die Erhöhung der Eintrittspreise würde auch den Tierparkbewohnern zugute kommen.
Im Tierpark Finsterwalde ist die kleine Eseldame Lotti der Liebling von Tierpflegern und Besuchern. Sie ist erst drei Monate alt und beschnuppert hier einen Apfel, den ihr Tierparkleiter Torsten Heitmann hinhält. Die Erhöhung der Eintrittspreise würde auch den Tierparkbewohnern zugute kommen. FOTO: Heike Lehmann
Finsterwalde. Die Finsterwalder Stadtverordneten haben im August über eine geänderte Entgeltordnung zu entscheiden. Für den Tierpark soll der Eintritt erhöht werden. Von Heike Lehmann

„Wir sind einfach mehr als zwei Euro wert.“ So bringt Tierparkleiter Torsten Heitmann auf den Punkt, was die Stadtverordneten ab der kommenden Woche beschäftigen wird und worüber sie am 28. August zu entscheiden haben. Die Verwaltung hat einen Beschlussvorschlag erarbeitet, mit dem die Entgeltordnung der Stadt angepasst werden soll. Für den Tierpark in der Bürgerheide sollen die Eintrittsgelder angehoben werden. Vorausgesetzt, die Abgeordneten folgen dem, dann zahlt künftig ein Erwachsener statt bisher 2 Euro 4 Euro Eintritt (ermäßigt statt 1,50 Euro 3 Euro). Jahreskarten für Erwachsene würden von 20 Euro auf 40 Euro angehoben, Jahreskarten für Kinder ab dem vollendeten 4. Lebensjahr von 10 Euro auf 15 Euro und Jahreskarten für Ermäßigte von 15 Euro auf 20 Euro.

Unangetastet bleiben soll der Eintrittspreis für Kinder, sagt Kämmerin Anja Zajic. „Sie zahlen weiter nur 1 Euro.“ Kinder von 0 bis 4 Jahre dürfen kostenfrei in den Tierpark, Jugendliche ab 15 Jahre zahlen 3 Euro.

Der Tierpark hat sich mit Torsten Heitmann, der seit mehr als sieben Jahren dort Chef ist, prächtig entwickelt. „Von den fast 30 000 Besuchern im Jahr kommt etwa ein Drittel aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und einem Umkreis von 50 bis 100 Kilometern“, sagt der Tierparkchef. Besucher hätten gefragt: „Ihr habt so einen schönen Tierpark und nehmt nur 2 Euro Eintritt. Wie könnt ihr euch das leisten?“ Das gab den Anstoß, sich bei vergleichbaren Zoos zu informieren. „Die liegen alle bei vier bis sechs Euro“, sagt Heitmann. Stadtsprecherin Paula Hromada formuliert: „Die Leute fragen, warum verramscht ihr euren Tierpark so?“

Für Frank Zimmermann, zuständiger Fachbereichsleiter, ist das der Zeitpunkt, aus der Stadtverwaltung heraus die Diskussion zu einer Entgeltanpassung anzuschieben. „Ein Tierpark kostet eben“, sagt Anja Zajic, die Frau fürs Geld. Er zählt wie die Bibliothek, die Ferienspiele, das Freizeitzentrum oder die Vereinsförderung zu den sogenannten freiwilligen Leistungen der Stadt, soll heißen: Man leistet ihn sich, obwohl man nicht müsste. Im Jahr 2018 sind allein durch Eintrittsgelder 54 400 Euro eingenommen worden. Über die Tierpatenschaften kamen noch 12 600 Euro hinzu. Mit den höheren Eintrittsgeldern würden bei gleichbleibender Besucherzahl statt 54 000 Euro etwa 92 000 Euro eingenommen.

Die laufende Unterhaltung kostet  jährlich 24 000 Euro, die Bewirtschaftung (Strom, Gas, Wasser, Reinigung) 40 000 Euro und das Futter 30 000 Euro – Futterspenden nicht mitgerechnet. Für 1800 Euro werden die Bedarfe der Tierpfleger abgedeckt. Das ist vorwiegend Arbeitskleidung. Die Personalkosten schlagen mit 352 000 Euro zu Buche. Neun Mitarbeiter hat der Tierpark mit Chef. 2018 hat die Stadt 390 000 Euro zugeschustert. Mit Investitionen waren es 609 000 Euro. 1,4 Millionen Euro hat die Stadt für alle freiwilligen Aufgaben 2018 ausgegeben. Aber: Die weitere Umsetzung des Tierparkkonzeptes – Gibbongehege, Afrikasavanne, Rundweg und Durchwegung des Damwildgeheges haben schon für mehr Attraktivität gesorgt – und dringende Investitionen wie die Erneuerung der Besuchertoiletten stehen an.

Noch vor der Diskussion im Ausschuss für Bildung, Soziales, Sport und Kultur am Mittwoch, 14. August, gibt es öffentlich Widerstand. Die Wählergruppe Unabhängige Bürger Finsterwalde verkündet: „Durch die Befürworter der Stadthalle wurde der Tierpark permanent als Beispiel angeführt, was sich die Stadt leisten kann. Nun sehen wir, dass offensichtlich doch Anpassungen nötig werden, da auch die Stadthalle zukünftig unterhalten werden muss.“ Einer Anpassung der Eintrittspreise in dieser Größenordnung werde man nicht zustimmen.

Der Tierpark Finsterwalde ist täglich geöffnet! Februar bis April: 9-17 Uhr; Mai bis September 9-19 Uhr; Oktober bis Januar 9-16 Uhr. Letzter Einlass ist jeweils eine Stunde vor Schließung.

 Im Tierpark Finsterwalde ist die kleine Eseldame Lotti der Liebling von Tierpflegern und Besuchern. Sie ist erst drei Monate alt und beschnuppert hier einen Apfel, den ihr Tierparkleiter Torsten Heitmann hinhält. Die Erhöhung der Eintrittspreise würde auch den Tierparkbewohnern zugute kommen.
Im Tierpark Finsterwalde ist die kleine Eseldame Lotti der Liebling von Tierpflegern und Besuchern. Sie ist erst drei Monate alt und beschnuppert hier einen Apfel, den ihr Tierparkleiter Torsten Heitmann hinhält. Die Erhöhung der Eintrittspreise würde auch den Tierparkbewohnern zugute kommen. FOTO: Heike Lehmann