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Ende Juni schweben Brückenteile

Das Brückenbauwerk über die Bahnanlagen der Strecke Halle – Guben wächst zwischen Finsterwalde und Massen. Noch in diesem Monat sollen Fertigelemente auf die Brückenpfeiler aufgesetzt werden. Ein Lärmschutzwall wird auf einem Abschnitt von etwa 250 Metern errichtet.
Das Brückenbauwerk über die Bahnanlagen der Strecke Halle – Guben wächst zwischen Finsterwalde und Massen. Noch in diesem Monat sollen Fertigelemente auf die Brückenpfeiler aufgesetzt werden. Ein Lärmschutzwall wird auf einem Abschnitt von etwa 250 Metern errichtet. FOTO: Gabi Böttcher
Finsterwalde. Die Straßenbauer auf dem neuen Abschnitt der B 96 in Finsterwalde klotzen ran. Am Fertigstellungstermin 30. Juni 2018 wird nicht gerüttelt. Gabi Böttcher

Imposant sind die Baufortschritte für die neue Trasse der Bundesstraße 96, die der Sängerstadt spürbare Entlastung von Verkehrsströmen bringen soll. Das Brückenbauwerk über die Bahnanlagen der Strecke 6345 Halle - Guben hat Form angenommen. Gegenwärtig laufen die Transporte von Sand und Kiesmaterial zur Aufschüttung des Straßendammes und die Anbindung an die Brücke. In einzelnen Lagen wird das Material aufgebracht und verdichtet. Das Unterfüllen des Anschlussbereiches von Brücke und Straße unterliegt einer besonders strengen Kontrolle, versichert Silka Halmel von der Bauüberwachung Uwe Voigt. Für Ende des Monats ist auf der Brückenbaustelle die besonders spektakuläre Montage der Fertigteile für die künftige Fahrbahn angekündigt. Jeweils ab 23 Uhr sollen die Arbeiten am 30. Juni und 1. Juli über die Bühne gehen.

Zuvor wird auf dem Abschnitt vom Knoten 1 am Gröbitzer Weg bis zum Knoten 2 Am Holländer und von dort noch etwa 300 Meter weiter in Richtung Massen Asphalt auf die vorbereitete Trasse aufgebracht. Vom 26. bis 30. Juni soll das geschehen, kündigt Uwe Voigt an. Gegenwärtig werden Am Holländer die Regenabläufe und Straßenborde gesetzt. Eine behindertengerechte Querungsinsel ist bereits erkennbar. Maik Krüger von der Firma Eurovia: "Es geht gut voran."

Dass der Kreisel zur Anbindung der Umfahrung an die etablierte B 96 in Massen nicht mehr in diesem Jahr, sondern erst im kommenden Frühjahr gebaut werden soll, sieht er als unproblematisch. Nicht zuletzt habe man damit Rücksicht auf die gegenwärtig laufenden weiteren Straßenbauarbeiten in Finsterwalde genommen. Die Zufahrtsstraße aus Richtung Oberspreewald-Lausitz wäre mit dem Kreiselbau auch noch dicht gewesen. Schließlich würden in diesem Bereich "riesige Medienpakete" zusammenlaufen, sodass unter Vollsperrung gearbeitet werden müsse. Deshalb soll der Kreisel ab dem 1. März kommenden Jahres gebaut werden. Das verschafft Zeit, um auch das in Regie von Günter Napieralski, Geschäftsführer der Norm- und Sonderschrauben GmbH, im Entstehen befindliche Kreisel-Kunstwerk vorzubereiten. Eine Abstimmung dazu gibt es mit dem Landesbetrieb Straßenwesen in der kommenden Woche.

Für Bauüberwacher Uwe Voigt zählen im Endeffekt nur Baustellenbeginn und -ende. Verschiebungen der Bauabläufe innerhalb dieses Zeitraumes könne es immer geben. Derweil nähert sich die neue Trasse ihrer künftigen Anbindung an die alte B 96. Hier türmen sich Wälle aus Mutterboden auf. Die Deckschicht wurde abgetragen, um das Planum für die Trasse vorzubereiten. Es wird eine Baustraße angelegt, um den schweren Baufahrzeugen sicheren Zugang zu ermöglichen.

Während die Brücke über die Bahnanlagen noch voll im Bau ist, fehlen bei der kleineren Brücke über den Ponnsdorfer Graben nur noch die Anschlüsse und der Asphalt. In den Beton eines Brückenpfeilers ist die Jahreszahl 2016 eingelassen. Silka Halmel weist auf die an der Bahnbrücke bereitliegenden Betonelemente für die Amphibiendurchlässe hin. Mitarbeiter der Firma Matthäi sind mit dem Verrohren des Ponnsdorfer Grabens am Übergang zu angrenzenden Grundstücken beschäftigt. Im Bereich der Bahnbrücke wird der Graben verlegt, um eine Kreuzung mit der Bundesstraße zu vermeiden. Auf einem Abschnitt von etwa 250 Metern wird ein Lärmschutzwall errichtet, um die Massener vor Immissionen zu schützen. Im Bereich an der Ortslage Massen könnten die Bauleute noch mit Überraschungen konfrontiert werden. In der Nähe des künftigen Kreisels werden Bodendenkmale vermutet. Die Suche des Munitionsbergungsdienstes nach Kriegshinterlassenschaften an den Bahngleisen war im vorigen Sommer ohne den Fund scharfer Munition vonstatten gegangen.

Zum Thema:
Die Verlegung der B 96 Finsterwalde erfolgt auf einer Trasse von insgesamt 2520 Metern. Es werden drei Knotenpunkte, ein innerörtlicher fünfarmiger Kreisverkehr, eine Lärmschutzwand und ein -wall, zwei Brücken, sechs Amphibiendurchlässe sowie Sanierungen der unterirdischen Medienwelt vorgenommen. Die Stadt Finsterwalde und das Amt Kleine Elster sind mit 244 000 Euro beteiligt, der Bund übernimmt rund 9,3 Millionen Euro. Geplantes Bauende: 30. Juni 2018. Am 23. Mai vorigen Jahres hatte es am Gröbitzer Weg die ersten Spatenstiche gegeben.