Von Jürgen Weser

„So viel Farbe in unseren Räumlichkeiten, das ist schön“, schwärmten schon beim Aufbau der 26. Sparkassen-Kunstallee Mitarbeiterinnen der Hauptgeschäftsstelle in Finsterwalde. Ähnlich erging es Ende vergangener Woche den etwa 80 Besuchern der Vernissage. Für die leuchtenden Farben und das Spiel mit dem Licht sorgen Marzenna Otto und ihr Sohn Marcin mit ihren Bildern zur Ausstellung „Licht, Farbe und Expression“. Bis zum 20. Dezember sind die Arbeiten in den öffentlich zugänglichen Räumen der Sparkasse zu sehen.

20 Jahre lebendige Partnerschaft

Gleichzeitig macht die Ausstellung aufmerksam auf das Jubiläumsjahr der deutsch-polnischen Partnerschaft zwischen den Landkreisen Nakielski und Elbe-Elster, wie Landrat Christian Heinrich-Jaschinski in seiner Laudatio deutlich machte. Zu der vor 20 Jahren begründeten und lebendigen Partnerschaft gehören zahlreiche Begegnungen in Sachen Kunst und Kultur, stellte er heraus. So habe Marzenna Otto die Kinder-Kunst-Woche in Saathain mit Teilnehmern begleitet und Werke von ihr waren auch in der jüngsten Elbe-Elster-Kunstausstellung im Atelierhof Werenzhain zu sehen. Beide Künstler leben und arbeiten in Naklo nad Notecia, wo in dieser Woche die feierlichen Veranstaltungen zum Jubiläum stattfinden.

Einige Werke sínd schon verkauft

Marzenna Otto lässt den Betrachter in der Ausstellung mit ihren Ölmalereien vor allem in eine lebendige und einladende Natur eintauchen. Dabei flimmern die Farben mit dem Licht um die Wette beim „Morgen im Wald“ ebenso wie auf der „Weidenallee“ oder wenn sie auf dem „Zeichenloserweg“ spazieren lässt. Ihre Malweise zwischen Spachtel und Pinselstrich verstärkt die optische Wirkung von Farbe und Licht. Auch mit ihrer Vorliebe für Blumenarrangements kommt die Malerin mit mehreren künstlerischen Studienabschlüssen bei den Betrachtern sehr gut an. Die Nummer Eins auf der Beliebtheitsskala in der Ausstellung ist allerdings das „Rotkäppchen“ vor allem wegen der farblich dezent gestalteten Waldlandschaft, durch die das Mädchen im Hintergrund spaziert.

Kein Wunder, dass der rote Punkt schnell ein „Verkauft“ signalisierte. Auch etliche weitere Bilder von beiden Künstlern mit dem „Verkauft“-Symbol machten noch während der Vernissage deutlich, dass ihre künstlerische Handschrift bei den Besuchern gut ankam. Dazu gehören auch die etwas expressiveren Acrylbildern von Marcin Otto, der nach dem Kunstlyzeum in Bydgoszcz 2010 die Kunstakademie Krakau absolviert hat. „Insel“ und die Strandbilder rücken seinen expressiven Malstil in den Vordergrund, während Arbeiten wie die aus menschlichen Körpern geformte „Gerbera“ seine Vorliebe für lustvolle Phantasieszenen zeigen, die der Betrachter auch auf den filigranen Tusche, Papierzeichnungen mit Federhalter entdecken kann, wozu auch eine Reihe von Aktzeichnungen gehören.

Zur Vernissage zeigten sich die Ottos ganz in Familie und auch etliche ihrer Bilder in der Ausstellung belegten, dass daraus künstlerische Inspiration geschöpft wird.