ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:25 Uhr

Elbe-Elster-Kunstausstellung 2007: Mühlberger Postkarten provozieren

„Mühlberger Postkarten“ , Digitalprint/ Collage, zwölf Teile 60 x 80 Zentimeter
„Mühlberger Postkarten“ , Digitalprint/ Collage, zwölf Teile 60 x 80 Zentimeter FOTO: Jürgen Weser
Die Elbe-Elster-Kunstausstellung im Refektorium des ehemaligen Klosters Mühlberg, die Ende Juni ihre Pforten öffnete, ist laut Elbe-Elster-Kulturamtsleiter Andreas Pöschl noch bis zum 7. Oktober zu sehen. 24 bildende Künstler aus dem Landkreis Elbe-Elster und Gastkünstler aus Partnerkreisen und -städten in Nordrhein-Westfalen, Polen und Wales zeigen Arbeiten zum Thema „Wasserspiegel“ . Die RUNDSCHAU nimmt die internationale Ausstellung zum Anlass, einzelne Werke und Künstler in loser Folge vorzustellen und damit Lust auf den Besuch der Schau zu machen. Heute: Paul Böckelmann, Maler aus Altenau. Von Jürgen Weser

Der Maler Paul Böckelmann hat sich dem Thema „Wasserspiegel“ auf für ihn typisch-provokante Art genähert. Mit seinen im aufwändigen Verfahren erstellten Digitalprint-Collagen „Mühlberger Postkarten“ , einer zwölfteiligen Bilderserien im Format 60 mal 80 Zentimeter, hat er das Elbe-Hochwasser vor Mühlberg schlimme Realität werden und in die Stadt eindringen lassen. So zeigen sich auf den Bildern Straßenzüge, Klostergebäude mit Refektorium und Kirche der Stadt vom übermächtigen Wasser umspült. Spiegelungen des Lebens über und unter Wasser ergänzen sich, zeigen fast wieder schöne Landschaften.
Böckelmanns Bildersprache geht rabiat mit den damaligen Ängsten der Menschen um, erzielt einerseits gespenstische Wirkung, setzt die fiktive Welt aber auch mit ironischem Augenzwinkern ins Bild, etwa wenn er den Fischer mitten in der überschwemmten Stadt einen prächtigen Fang präsentieren lässt.
Paul Böckelmann hat das Collageverfahren als Kombination zwischen manueller, fotografischer und am computergestützter Arbeit in eine Dimension moderner mystischer Wirkung gehoben, die der Altenauer Künstler in diesem Jahr schon mit der gemeinsamen Ausstellung mit seiner Frau Elke (E.R.N.A) bei Vattenfall in Cottbus belegt hat. Ein Kunstraum ganz besonderer Art ist das von Böckelmann mit seiner Frau E.R.N.A. seit 1982 zum Atelierhaus ausgebaute ehemalige Pfarrhaus in Altenau.

Zur Person Paul Böckelmann
  Der im Jahr 1952 in Dessau geborene Böckelmann machte 1971 sein Abitur und anschließend eine Lehre als Gebrauchswerber. Ab dem Jahr 1974 arbeitete der Künstler beim Maler und Restaurator Hans-Peter Bethke in Halle. Sein Studium der Malerei in Dresden hat Böckelmann im Jahr 1982 abgeschlossen. Seit 1981 ist der Künstler mit seiner Frau Elke, die unter dem Künstlernamen E.R.N.A. bekannt ist, zusammen. Im Jahr 2004 hat das Paar eine eigene Galerie eröffnet.
Paul Böckelmann widmet sich in seiner künstlerischen Tätigkeit der Malerei, Collagen, der Grafik, Fotografie und Plastik ebenso wie Design und Raumgestaltung.
Zahlreiche Ausstellungen in Galerien und Museen im In- und Ausland haben den Künstler unter anderem nach Paris, Lausanne und Italien geführt.

Die Ausstellung „Wasserspiegel“ im Refektorium Mühlberg ist bis 7. Oktober täglich (außer montags) von 10 bis 12 Uhr und von 13 bis 17 Uhr geöffnet.