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| 17:55 Uhr

Elbe-Elster-Kunstallee
Lettland ist zum 100-Jährigen auch in Finsterwalde zu erleben

Ramona Kiesnere vor ihren Bildern in der Sparkassen-Kunstallee.
Ramona Kiesnere vor ihren Bildern in der Sparkassen-Kunstallee. FOTO: Jürgen Weser
Finsterwalde. Die 23. Sparkassen-Kunstallee zeigt Werke von Ramona Kiesnere aus der Partnerstadt Salaspils. Von Jürgen Weser

Besser konnte der Zeitpunkt für die Eröffnung der 23. Sparkassen-Kunstallee in der Finsterwalder Hauptgeschäftsstelle nicht gewählt sein. Einen Tag vor ihrem Geburtstag und dem Tag der Erneuerung der staatlichen Unabhängigkeit am 4. Mai 1990 erlebte die lettische Künstlerin Ramona Kiesnere aus Salaspils die Vernissage zu ihrer seit langem größten Personalausstellung. Außerdem wird im Juli 100 Jahre Lettland gefeiert.

Sängerstadt-Bürgermeister  Jörg Gampe freute sich, dass er auch seinen Amtsbruder Raimonds Curdars aus der Partnerstadt begrüßen konnte. Zur musikalischen Begrüßung hatte Diana Tobien mit englischen Songs der Kunst- und Englischlehrerin Ramona Kiesnere Freude bereitet und der Frauenchor der Sängerstadt mit einem lettischen Lied. Gemeinsam mit der Finsterwalder Delegation wird der Chor im Juli zur Jubiläumsfeier in Lettland am großen Chorfestival teilnehmen.

Mit der aktuellen Ausstellung hat sich die Kunstallee nach Kunst aus den Ländern Armenien, Frankreich und Schweden mit Lettland weiter international geöffnet, dabei jedoch immer den Bezug zu Finsterwalde im Blick. Die Sparkasse bereichere mit der Kunstallee das kulturelle Angebot der Sängerstadt, hob Bürgermeister Jörg Gampe lobend hervor. Mit der Ausstellung von Bildern der „wahren Patriotin“ sei eine „wunderbare Möglichkeit“ geschaffen worden, mit lettischer Malerei auch das Land bekannter zu machen, wie Salaspils Bürgermeister Raimonds Curdars betonte.

„Leben ist mee(h)r“, nennt die 1964 geborene Ramona Kiesnere ihre Bilderschau. Der Gang durch ihre Bilderwelt zeigt, dass sie zwei Dinge meint. Das armenische Leben und ihr eigenes ist auf den Bildern mit Szenen aus dem Alltagsleben nachzuvollziehen. Außerdem huldigt sie malerisch der Landschaft ihres Landes, die über mehrere hundert Kilometer entlang am Meer durch Strände und Küsten bestimmt wird. Den Bildern, sowohl im realistischen Malstil als auch mit expressionistischen und kubistischen Elementen gestaltet, sieht man die Liebe zur Heimat an. Auch an ihrer Freude an Blumen, an bunten Farben können die Ausstellungsbesucher teilhaben. Dazu gibt es die stillen Momente aus dem Alltagsleben mit dem Blick auf den „Tisch der Tante Vallja“, dem „Akt am Morgen“ und der „Milchstraße“. Dann wird es auch traumhaft-impressionistisch mit „Mädchen im Sonnenuntergang“ und expressiv mit dem Pferd „Der Sonne entgegen“.

Bis zum Sängerfest hinaus wird die Ausstellung zu sehen sein. Dann werden wieder Gäste aus Salaspils, sicher auch Ramona Kiesnere, in Finsterwalde zu Gast sein. Mit dem Erlös ihrer in Finsterwalde verkauften Bilder kann sie ihr Kunststudio weiter ausbauen und in die Renovierung historischer Bausubstanz stecken.

Intensive Betrachtung der ganz irdischen „Milchstraße“ von Ramona Kiesnere.
Intensive Betrachtung der ganz irdischen „Milchstraße“ von Ramona Kiesnere. FOTO: Jürgen Weser