Engagierte Männer halten eine 120 Jahre alte Tradition am Leben, sorgen damit für Heimatpflege dicht am und mit den Menschen und mischen sich ein.

Ausgangspunkt: Eine Posse auf die Provinz

„Wir sind die Sänger von Finsterwalde, wir leb’n und sterben für den Gesang.“ 1899 gilt als Entstehungsjahr des Sängerliedes, jeder kennt es in der Stadt, und es wird bei vielen Gelegenheiten gesungen. Was einst als Posse auf die Provinz gedacht war, machte die Stadt über Ländergrenzen hinaus bekannt und wurde zu ihrem positiven Markenzeichen. Der Bekanntheitsgrad des Liedes von den „Finsterwalder Sängern“ und der Sängerstadt ist nicht im Selbstlauf entstanden. Die Chöre der Stadt, das Sängerfest und vor allem auch die „Vier Finsterwalder Sänger“ im schwarzen Frack und mit Zylinder haben seit Jahrzehnten mit Engagement und Liebe zum Lied und zur Heimatstadt dafür gesorgt.

Aus vier werden neun

Die jetzt singenden Männer in Schwarz, die dem Männerchor „Einigkeit“ Finsterwalde angehören und dort ihr musikalisches Rüstzeug bekommen haben, erheben bei vielen Gelegenheiten in der Stadt und darüber hinaus ihre Stimmen und sorgen mit gesungener Heimatpflege für den Bekanntheitsgrad der Finsterwalder Sängertradition. Das ist nur mit viel persönlichem Engagement zu bewältigen. Deshalb sind die „Vier Finsterwalder Sänger“ nicht nur vier, sondern neun Sänger, anders wäre das Pensum von 52 Auftritten im Jahr 2018 und bei mehr als 60 Gelegenheiten 2019 nicht zu schaffen. Klaus Mayer hält die organisatorischen Fäden zusammen. Zu den langjährig singenden Mitstreitern Adolf Scholder, Günter Figur, Horst Radlach, Hartmut Neumann und Peter Heppe haben in den letzten Jahren neben Klaus Mayer auch Klaus Rippe, Rainer Fähnel und Günter Behla das singende Markenzeichen der Stadt verstärkt.

Kein Anlass ist den singenden Männern zu gering. Nicht nur bei Sänger- und Chorfesten erheben sie ihre Stimmen, auch wenn es die Freigabe sanierter Straßen, Richtfeste oder Hauseinweihungen gibt, Preisverleihungen durch die Stadt, den Start in die Legislaturperiode für die Stadtverordnetenversammlung oder Sportveranstaltungen und natürlich auch persönliche Jubiläen. Die Sänger und das Sängerlied dürfen nicht fehlen. Das Besondere ist dabei, dass es seit einigen Jahren aus der Feder von Klaus Mayer jeweils eine neue Strophe für den konkreten Anlass gibt. Da wird nicht nur gelobt, sondern auch Kritik geübt und gemahnt.

Traditionspflege mit Grundschülern

Die „Finsterwalder Sänger“ verstehen sich als Überbringer von Freude und Spaß, und sie bringen sich in gesellschaftliche und wirtschaftliche Themen und Vorhaben der Stadt mit ihrer Meinung ein. 215 zusätzliche Strophen sind so in drei Jahren entstanden! Den Sängern liegt auch die Pflege und der Erhalt der Sängertradition in Finsterwalde am Herzen. Deshalb haben sie 2019, im Jubiläumsjahr „120 Jahre Sängerlied“, ein Projekt an der Grundschule Stadtmitte Finsterwalde mit Hilfe der Sparkasse Elbe-Elster durchgeführt: Unterricht zur Geschichte des Sängerliedes, Lernen des Liedes, Anfertigen von Bannern und eine Exkursion in den Spreewald, so wie Lehrer Louis Schiller mit Schülern 1901 unterwegs war. Solche Traditionsförderung mit Hilfe der Stadt könnte zur Regel werden, wünschen sich die „Finsterwalder Sänger“.

Finsterwalder Sängerfest 2020 Große Bühne für den Schlosspark

Finsterwalde