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Landwirte bereiten Milchrinder auf die Verbands-Tierschau vor
Elbe-Elster bei Miss-Wahl dabei

Elbe-Elster-Kreis. Im vorigen Jahr war die traditionelle Tierschau des Rinderzuchtverbandes Berlin-Brandenburg "Blickpunkt Rind" ausgefallen. Der historische Tiefstand der Milchpreise hatte allen die Petersilie verhagelt. Gabi Böttcher

Und in einer Zeit, wo Betriebe gar ihre Tore schließen mussten, war keinem nach einer Miss-Wahl zumute. Der inzwischen wieder steigende Milchpreis veranlasst den Rinderzuchtverband Berlin-Brandenburg, am 19. Oktober wieder nach Paaren/Glien einzuladen und den Milchrindzüchtern ein Podium für die Präsentation ihrer Leistungen zu bieten.

Auch aus Elbe-Elster sind Agrarbetriebe dabei. Welche genau es sein werden und mit wie vielen Tieren sie anreisen werden, entscheidet sich dieser Tage. Eine Sichtung möglicher Kandidatinnen ist jedenfalls vorgenommen worden. So wartete Waldemar Dietrich von der Agrargesellschaft Prösen gestern Nachmittag noch auf eine Information, ob auch Milchkuh 32796 aus seinem Betrieb ausgewählt wurde. Sicher ist, dass Tiere aus Finsterwalde, Sonnewalde, Frankena und Züllsdorf in Paaren mit von der Partie sein werden.

Gundula Frank, in der Sonnewalder Agrargenossenschaft verantwortlich für die Tierproduktion, und ihre Kollegin Gudrun Lange aus der Agrargenossenschaft Frankena haben schon vor Tagen mit den Vorbereitungen begonnen. "Das muss schon geübt werden, wenn eine Kuh vor Publikum durch den Ring geführt wird", sagt Gundula Frank. Gudrun Lange übt mit Unterstützung von Lehrlingen. "Die Tiere sind es ja nicht gewöhnt, angebunden zu werden. Seit Freitag machen wir sie mit dem Halfter vertraut", erklärt die Fachfrau. Drei Milchkühe sind aus ihrem Betrieb für den Schauwettbewerb ausgewählt worden. Zwei Nachzuchten sind außerdem für die Teilnahme vorgemerkt. Ebenfalls drei Milchkühe werden in der Sonnewalder Agrargenossenschaft vorbereitet.

Erhard Pieper, Vorstandsvorsitzender und Chef der Tierproduktion in Züllsdorf: "Vier unserer Milchkühe sind für den Wettbewerb vorgesehen. Außerdem drei Nachzuchten." Star unter den Abgesandten aus Züllsdorf dürfte die "Nummer 94" sein. Diese Kuh hat schon drei Kälber zur Welt gebracht. Erhard Pieper hat noch einen jüngst im Sommer errungenen Miss-Titel in bester Erinnerung. Anlässlich des Jubiläums "45 Jahre Genreservezucht Deutsches Schwarzbuntes Niederungsrind in Brandenburg" konnten die Züllsdorfer die Miss stellen. Diesmal reisen sie allerdings mit einer anderen Rasse, den Holstein Friesen, nach Paaren. Erhard Pieper bestätigt, dass zuvor jedoch noch allerhand zu tun ist, um die Kandidatinnen wettbewerbsfit zu machen. "Ja, sie werden frisiert. Es wird die Schermaschine angesetzt, Härchen vom Euter entfernt." Und natürlich werde das Führen geübt.

Warum die Landwirte trotz des hohen Aufwandes nach Paaren fahren? "Wir sind doch mit Herzblut dabei", sagt Erhard Pieper. Gudrun Lange: "Wir möchten unsere Tiere den Zuschauern präsentieren." Außerdem nutze sie die Gelegenheit, um sich Nachzuchten anzuschauen und zu analysieren, welcher Bulle was vererbt. "Ziel ist es, dass die guten Kühe wieder älter werden", erklärt Gudrun Lange ein wichtiges Zucht-Anliegen. Dass die Tradition der Tierschau "Blickpunkt Rind" trotz des Ausfalls im vorigen Jahr weiterlebt, ist auch für die Sonnewalder Agrargenossenschaft Grund genug, den Mehraufwand zu stemmen. Viele Zuschauer am 19. Oktober wären natürlich für alle Akteure ein besonders schöner Lohn.

Zum Thema:
19. Oktober, Brandenburghalle auf dem Gelände des MAFZ Erlebnisparks in Paaren/Glien.