ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:49 Uhr

Lesung in der Buchhandlung Mayer
Eitle Helden und Zickenkrieg der Königinnen zu Worms

 Autor Stefan Schwarz liet in Finsterwalde.
 Autor Stefan Schwarz liet in Finsterwalde. FOTO: Jürgen Weser
Finsterwalde. Stefan Schwarz adaptiert humorvoll Heldensagen. Von Jürgen Weser

Am Mittwochabend gab es mit neunzig Zuhörern eine prall gefüllte Buchhandlung Mayer. Grund war Kolumnist und Buchautor Stefan Schwarz, der bei seinem dritten Auftritt in Finsterwalde mit „Als Männer nicht in Betten starben“ seine humorvolle Adaption deutscher Heldensagen mitgebracht hatte.

Gerade erst erschienen, will das Buch „deutsches Bildungsgut“ in die heutige Zeit holen und mit der Übersetzung in „Schwarz-Deutsch“ lesbarer machen. Stolz präsentiert Stefan Schwarz sein bisher dickstes Buch, als Hardcover bei Rowohlt erschienen. Das gleiche den Umstand aus, dass er inzwischen mit 1,66 Meter Körpergröße in die Kategorie Klein gerutscht ist. Aber im Buch geht es ja neben Helden und Riesen auch um Zwerge wie Alberich.

Nachdem Schwarz den einzigen freien Platz im Leseforum fotografiert hat, nimmt er die Zuhörer mit auf einen lustvollen Streifzug. Dieser führt von Dietrich von Bern als Helmut Schmidt des Hochmittelalters über die Schweinereien aus der Sage um Wieland den Schmied bis zum Zickenkrieg der Königinnen zu Worms und Gunthers Schicksal, als Brunhildes Ehemann eine Nacht lang gefesselt am Nagel hängend. „Männer mit Mission sollten nicht heiraten“, lautet eine Weisheit des Abends. Natürlich habe er sich detailgetreu an die Vorlage gehalten, versichert Schwarz augenzwinkernd, „nur ein bisschen ausführlicher beschrieben an manchen Stellen“. Dabei geht es mitunter blutrünstig und nicht immer ganz jugendfrei, aber auch sehr heutig zu. Dem Finsterwalder Publikum bereitete er viel Spaß. Den verspricht auch „Der kleine Gartenversager – wenn der grüne Daumen nach unten zeigt“, der im kommenden März als nächstes Buch von Schwarz erscheint und selbstironisch 30 Jahre „Kleingartenglück“ untersucht.