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Sammlertreff
Eine Russische Kopeke von 1763 ist das älteste Stück

Wolfgang Bauer, Manfred Kauer und Manfred Lehmann stöbern in einem Album mit historischen Geldscheinen.
Wolfgang Bauer, Manfred Kauer und Manfred Lehmann stöbern in einem Album mit historischen Geldscheinen. FOTO: Heike Lehmann / LR
Sallgast. Der Heimatverein aus Sallgast bietet Sammlern seit dem vorigen Jahr einmal jährlich eine Plattform zum Präsentieren.

Zum zweiten Mal hatte der Heimatverein Sallgast am Sonnabend zu einem Sammlertreff in das Schloss Sallgast eingeladen. Im Rittersaal waren diesmal vor allem Münzen, Briefmarken und alte Geldscheine auf den Tischen ausgebreitet. Im vorigen Jahr – zur Premiere des Sammlertreffs – standen historische Ansichtskarten im Mittelpunkt. 2018, so kündigt Bernd Güttes an, werden es Autogramme und Autogrammkarten sein.

Dem schlechten Wetter ist es zuzuschreiben, dass an diesem Samstag nicht so viele Interessenten zum Sammlertreff gekommen sind. Denn Sammler gibt es mehr als man denkt. Und Sammlerstolz ist im stillen Kämmerlein nur halb so schön.

Das wissen die Mitglieder vom Heimatverein, die den Blick in ihre Alben und auf ihre seltensten Stücke gewährt haben. Manfred Kauer, ­Ortschronist von Massen und selbst Philatelist, staunt nicht schlecht über die Briefmarkensammlung von Wolfgang Bauer. „Das ist absolut professionell“, sagt er anerkennend. „Ich wollte heute eigentlich mal sehen, wie es um die Philatelisten steht.“

Manfred Lehmann, bis zum Jahr 2012 Bäcker in Lichterfeld, präsentiert stolz die älteste Münze des Tages – ein russisches 2-Kopeken-Stück aus dem Jahr 1763. Und auch eine Gedenkmünze für seine Urgroßeltern, Wilhelmine und Karl Bobach in Lichterfeld, zu deren goldener Hochzeit im Jahr 1930, hat er mitgebracht, wie so manch anderes Stück, was sich über Generationen im Familienhause angesammelt hat. Aber auch eine Münze von der Expo 1970 in Osaka kann der 72-Jährige zeigen. Hintergrund ist, dass er einst fünf Jahre zur See gefahren ist.

Die meisten Sammelobjekte an diesem Tag steuert Bernd Güttes bei. Er sammelt leidenschaftlich Mineralien, Edelsteine, Briefmarken, Münzen und Geldscheine, Ansichtskarten sowie Autogramme und Stahlstiche. Fündig wird er bei Auktionen, in Katalogen, bei Firmen, im Internet und auf Trödelmärkten. Er verweist auf eine Ansichtskarte von 1910, die ein junger Mann an seine Liebste geschickt hatte. „Ganz höflich und anständig beschrieben, schließlich konnte der Vater der jungen Frau mitlesen. Aber unter der Briefmarke versteckt stand mit minimalster Schrift die eigentliche Botschaft. Da wurde deutlich, dass die beiden schon intimer waren, als der Vater vermutlich wissen durfte.“

Manfred Kauer staunt unter anderem über einen 50-Pfennig-Schein von 1948, den er bei Bernd Güttes findet. Erinnerungen werden wach beim Geld, dass ihnen selbst als Zahlmittel diente – zunächst DM, dann MDN – Mark der Deutschen Notenbank, dann Mark und schließlich Mark der DDR.

Ebenfalls ausgestellt hat Oksana Kolinska. Sie ist im Kleine-Elster-Ordnungsamt beschäftigt und Verbindungsfrau für die Ortschronisten. Sie zeigt Stücke aus der Ukraine.

2018 mit dem Thema „Autogrammkarten“ ist dem Sallgaster Heimatverein mehr Beteiligung und Besucherinteresse zu wünschen.

Bei dem Sammlertreff in Sallgast zeigte Manfred Lehmann die Gedenkmünze für seine Urgroßmutter zur Goldenen Hochzeit 1930.
Bei dem Sammlertreff in Sallgast zeigte Manfred Lehmann die Gedenkmünze für seine Urgroßmutter zur Goldenen Hochzeit 1930. FOTO: Heike Lehmann / LR