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| 02:42 Uhr

Eine fitte Region braucht intakte Sportstätten

Bürgermeister und Amtsdirektoren haben das Integrierte Sportentwicklungskonzept für die Sängerstadtregion in der Hand. Links im Bild Heinz Tibbe, rechts Michael Pinetzki von ContextPlan.
Bürgermeister und Amtsdirektoren haben das Integrierte Sportentwicklungskonzept für die Sängerstadtregion in der Hand. Links im Bild Heinz Tibbe, rechts Michael Pinetzki von ContextPlan. FOTO: Heike Lehmann
Doberlug-Kirchhain. Mit einem integrierten Sportentwicklungskonzept hat die Sängerstadtregion ein weiteres richtungsweisendes Papier in der Hand. In dieser Woche ist es an die Bürgermeister und Amtsdirektoren von Finsterwalde, Doberlug-Kirchhain, Sonnewalde, Kleine Elster und Elsterland übergeben worden. Heike Lehmann

Diese Studie war Voraussetzung, um Fördermittel für bauliche Maßnahmen im Sportbereich zu bekommen. Dazu fanden 2013 zwei Workshops unter Beteiligung der Sportvereine und anderer Akteure statt. Außerdem wurde mithilfe einer Bürgerumfrage das Sportverhalten in der Sängerstadtregion untersucht. Entstanden ist mehr als nur ein Maßnahmekonzept, wie der Doberlug-Kirchhainer Bürgermeister Bodo Broszinski (FDP) unterstreicht.

Sportstättenkonzentration

Die wichtigsten Ergebnisse und Projektideen hat Heinz Tibbe, Geschäftsführer der Gruppe Planwerk, zusammengefasst. Über ein Ausschreibungsverfahren war sie vor gut einem Jahr mit der Studie beauftragt worden. Dass es eine Sportstättenkonzentration in Finsterwalde gibt, ist keine Überraschung. Gottfried Richter, Amtsdirektor Kleine Elster: "Die ist dort wichtig, wo die meisten Menschen leben."

Insgesamt verfügt die Sängerstadtregion über etwa 32 Hektar Sportaußenfläche und 14 000 Quadratmeter überdachte Sportfläche. Vor allem die Anlagen im Freien seien jetzt schon dreimal so viel, wie eigentlich Bedarf je Einwohner besteht. "Mit der demografischen Entwicklung bis 2030 sind wir bei fünfmal so viel", so Tibbe. Keine Überversorgung gebe es momentan bei den Sportinnenflächen. Was sich bis 2030 freilich auch ändert.

Der Kommunalverbund wird also die zur Verfügung stehenden Mittel konzentrieren müssen - dort, wo die Einwohnerdichte und die Erreichbarkeit im Einklang stehen, wie Tibbe formuliert. Die langfristige nachhaltige Nutzung müsse im Vordergrund stehen. Nur zwei Prozent der befragten Einwohner gaben an, zum Sportplatz, in die Schwimm- oder Turnhalle mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren. Die meisten setzen sich ins Auto. Hier müsse der ÖPNV unbedingt angepasst werden, so Gottfried Richter, "vor allem für Kinder".

Überraschung für die Sportregion Sängerstadt dürfte sein, dass bei der Sportaktivquote im Vergleich zu anderen Regionen "noch Luft nach oben" ist, wie es Tibbe umschreibt. Das ist unter anderem ein Ergebnis der Bevölkerungsbefragung vor einem Jahr. Rad fahren, Schwimmen, Fußball, Gymnastik und Laufen führen die Hitliste der sportlichen Betätigungen an. Vermisst werden bessere Radwege, ein Kletterpark und Tennisanlagen. Dass bei den Defiziten auch ein Schwimmbad vorkommt, obwohl die Region mit acht Bädern eine besondere regionale Qualität aufweist, wie Tibbe einschätzt, macht zumindest stutzig.

Zu entwickeln seien künftig vor allem Sportstätten für die Kinder- und Jugendarbeit sowie gesundheitsorientierte Angebote für die ältere Generation. Das heißt, die abzuleitenden Maßnahmen - intensiv diskutiert wurden immerhin bis zu 70 Empfehlungen - werden vor allem Schulstandorten zugutekommen, sofern sie bis 2030 Bestand haben. Im Zeitraum bis 2017 sollen etwa 20 Projekte für ein Gesamtvolumen von etwa drei Millionen Euro beantragt werden.

Neuer Kunstrasenplatz

Ein erstes großes Projekt ist schon der neue Kunstrasenplatz in Finsterwalde. Auch die Ertüchtigung der Tennisanlagen in Finsterwalde gehört zu den Maßnahmen. Der Sanierungsstau am Kulturhaus Sonnewalde wird indes als problematisch angesehen. "Das könnte ein Fass ohne Boden sein", so Tibbe. Die Sporthallen in Tröbitz, an der Grundschule Rückersdorf, die Doppelturnhalle in Finsterwalde und an der Grundschule Nord werden als wichtig erachtet. Tibbe schwärmt geradezu von den vielfältigen Möglichkeiten in der Bürgerheide. Die vor Jahren äußerlich sanierte Waldhufenturnhalle verlangt danach, ertüchtigt zu werden. Für die Dörfer seien Bolzplätze wichtig.

Für den Finsterwalder Bürgermeister Jörg Gampe (CDU) ist das Sportentwicklungskonzept "ein wichtiger Schritt, über den Tellerrand hinauszuschauen". Als "großes Aufgabenheft" für die nächsten Abgeordneten bezeichnet es Bodo Broszinski. Für ihn sind die einzelnen Maßnahmen nicht nur freiwillige kommunale Aufgaben. "Wir halten für die Gesundheitsprävention Plätze und Hallen vor", sagt er und regt an, die Gesundheitskassen bei deren Finanzierung mit ins Boot zu holen. Gottfried Richter bekräftigt den Weg, Sportstätten in die Regie von Vereinen zu geben. Das war der Rettungsanker für das Waldbad Crinitz. Auch der Sportplatz an der ehemaligen Lausitzkaserne werde vom Tennis- und Laufverein 2011 bestens in Schuss gehalten.

Zum Thema:
Der Kommunalverbund Sängerstadtregion arbeitet seit 2009 zusammen, um frühzeitig auf die Herausforderungen des demografischen Wandels reagieren zu können. Neben den Bereichen Bildung und Kultur ist das Thema Sport ein wichtiger Themenschwerpunkt in der gemeinsamen Projektentwicklung. Die Kommunen werden dabei finanziell durch das Städtebauförderprogramm "Kleinere Städte und Gemeinden" von Bund und Land unterstützt.