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Ein super Glasfasernetz ebenbürtig nutzen

Finsterwalde. Sie wollen einen dicken Fisch an Land ziehen. Deshalb werfen sich Finsterwalder derzeit in vier Arbeitsgruppen mächtig ins Zeug. Gabi Böttcher

Es geht um rund zwei Millionen Euro, die in die Sängerstadt geholt werden könnten, wenn die Jury im Bundeswettbewerb um die Zukunftsstadt von einer Projekt idee überzeugt werden kann. Diese soll in ihrer Umsetzung sowohl Finsterwalde nützen, als auch als Modellbeispiel für die Nachnutzung in anderen Städten dienen können. Die Latte liegt hoch, denn 23 Kommunen bewerben sich um die acht Finalplätze im Wettbewerb. In der vorigen Woche hatte sich die Arbeitsgruppe "Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen in der Stadt des schnellen Internets" zusammengefunden. Und das im Haus der Stadtwerke, die beispielhaft aufs Tablett legen, was nun im besten Sinne des Wortes ausgebeutet werden soll - ein leistungsstarkes Glasfasernetz. Bis Ende 2018 sollen 70 Prozent aller Haushalte mit dem schnellen Internet via Glasfaser erreicht sein.

Verlockend die Idee, mit Bundesmitteln einen Knüller der Nutzung dieser Infrastruktur in einem innovativen Produkt zu realisieren.

Jetzt bereits erfolgreich getestet ist die Lieferung eines Datenvolumens von 1 GBit/s sowohl im Up- als auch im Download. Stadtwerke-Geschäftsführer Andy Hoffmann gibt den Ausblick auf zwei Fasern, die bis in jede Wohnung gelegt werden können. Die Sogkraft, die von einem solchen Glasfasernetz ausgehen kann, gibt Raum für vielfältige Überlegungen. Sven Guntermann brachte die Nutzung für den Schulalltag, die Beförderung von Unternehmensansiedlungen zum Beispiel in der Kreativ-Branche ins Gespräch. Julian Winter kann sich einen digitalen touristischen Pfad ebenso vorstellen, wie die Verknüpfung von Angeboten für Kunden. Aber auch ein Kontakt in Bild und Ton zwischen Bewohnern von Pflegeheimen und deren Angehörigen wurde in die Runde eingebracht.

Dass jede der Arbeitsgruppen für die Qualifizierung ihrer Ideen eine finanzielle Unterstützung erhält, soll für externes Wissen genutzt werden. So fiel der Vorschlag von Stephan Klimpke von der Firma Kaupisch IT auf fruchtbaren Boden, Experten von Fujitsu zu bereits praktizierten Anwendungen modernster Infrastruktur zu hören. Den Zahn, Studenten naheliegender Universitäten mit dem schnellen Internet in einen externen Campus nach Finsterwalde zu locken, musste Andy Hoffmann jedoch sogleich ziehen. Hochschulen würden über ein eigenes Wissenschaftsnetz verfügen und seien auf ein solches Angebot nicht angewiesen. Naheliegender und sich förmlich aufdrängend ist da der in der Arbeitsgruppe "Kreativzentrum für junge Familien als Glasfaser-Campus" verfolgte Gedanke. Er liegt in der Verknüpfung des Arbeitens mithilfe des schnellen Internets, des Wohnens und eines Konzeptes der Kinderbetreuung. Und das alles in einer Kleinstadt in attraktivem ländlichen Raum. Sven Guntermann: "Auch wenn wir mit unserer letztendlich entwickelten Idee im Wettbewerb nicht weiterkommen sollten, so sollte sie über den Wettbewerb hinaus verfolgt werden."

Zum Thema:
Die derzeit in vier Arbeitsgruppen diskutierten Ideen für Projekte im Bundeswettbewerb "Zukunftsstadt" sollen für alle Finsterwalder transparent werden. Neben den Podien im Internet soll eine weitere Form der Präsentation in einem derzeit nicht genutzten Laden am Markt geschaffen werden. Ziel ist es, ab 1. September ein Schaufenster und zugleich einen Treffpunkt anzubieten, an dem die Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen gezeigt werden können und darüber diskutiert werden kann. Bis zum 30. April kommenden Jahres müssen die Projekt-Konzepte für die Abgabe reif sein.