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| 01:10 Uhr

Ein Radweg muss her

„Muss es erst Tote geben? Mit dem Rad ist es absolut lebensgefährlich auf dieser Straße zu fahren. Ich ziehe den Hut vor allen, die den täglichen Mut aufbringen und mit dem Fahrrad nach Finsterwalde oder Doberlug-Kirchhain fahren. In den Ferien müssen die Kinder auf das Rad umsteigen und das ist eigentlich nicht mehr zu verantworten.“ – Aufgefordert, an Ortsbürgermeister Rüdiger Willing und Bürgermeister Bodo Broszinski ihre Fragen zu stellen, brachten die Hennersdorfer am RUNDSCHAU-Stammtisch ihren Unmut über den noch immer fehlenden, doch lange versprochenen Radweg zum Ausdruck. Von Torsten Pötzsch

Die L60 fordert immer wieder ihre Opfer, dass es bisher noch keinen Radfahrer erwischt hat, das sehen die Bürger als einen Glücksumstand an. Nun können die beiden Bürgermeister auch keinen Radweg herzaubern, doch in ihren Funktionen könnten sie an entsprechenden Stellen nachhaken, nachfragen und Druck machen, forderten die Stammtischbesucher.
„Lange wird es nicht mehr dauern“ , versuchte Ortsbürgermeister Willing die Gemüter zu beruhigen. „Entsprechende Projekte sind seit Jahren in Planung, doch es spielen eine Vielzahl von Faktoren eine Rolle. Oft mussten Planungen geändert werden, da sich die Gesetze geändert haben.“ Die L60 ist eine Landesstraße und darin liegt wohl das größte Problem, denn die Kassenlage des Landes ist bekanntermaßen dünn. Bemühungen, aus der viel befahrenen Landesstraße eine Bundesstraße zu machen, waren bisher erfolglos.
Auch für einen Radweg innerhalb des Ortes ist die Planung nach Aussage Willings fertig. „Es wird einen Radweg geben, allerdings nur auf einer Seite in der Ortslage, doch wann es so weit sein wird, steht in den Sternen. Es hängt, wie alles, immer nur am Geld.“ Wie weit die Planspiele für einen Radweg zwischen Hennersdorf und Doberlug-Kirchhain gediehen sind, darüber konnte Bodo Broszinski die Bürger am Stammtisch informieren.
„Als Stephan Hilsberg noch Staatssekretär im Verkehrministerium war, habe ich an ihn eine Anfrage gestellt. Gleich am nächsten Tag lag ein Antwortfax auf meinem Schreibtisch. Hilsberg hat sich auch direkt an den Brandenburgischen Verkehrsminister Meyer gewandt, der hat aber bisher noch nicht reagiert. Ich werde dort nachhaken.“ Für die Bürger war das eine unbefriedigende Auskunft.
Dann sprach Broszinski von „straßenbegleitenden Maßnahmen“ , einem Sonderprojekt des Landes, wofür es auch Förderungen gibt. „Unsere Ideen haben wir dazu eingebracht, doch traten dabei größere Probleme auf. Eines der Probleme sind unsere Vorschläge der Streckenführung, die alle zu weit weg von der Straße sind und damit nicht mehr als ,straßenbegleitende Maßnahme' zählen. Die Definition dazu ist aber auch etwas schwammig.“
Dann brachten Bürger das Argument der „touristischen Erschließung“ ein, von der immer so viel im Land geredet wird. Darauf angesprochen, reagierte Broszinski gereizt: „Da wird der Wald asphaltiert, und den Kommunen die Unterhaltung der Wege aufgebürdet. Aber was die Kommunen wirklich wollen, danach wird nicht gefragt.“
Das war der Schlussstrich unter dieses Thema. Für die Anwesenden blieb nur die Erkenntnis, dass es weiterhin sehr gefährlich bleiben wird, wenn man sich einmal auf das Rad schwingt und in die Stadt fahren möchte, egal in welche Richtung.