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| 14:33 Uhr

Schule im Kino
Ein Filmstar kommt nach Finsterwalde

Szene aus „Das schweigende Klassenzimmer“ mit Florian Lukas (vorn) als Schuldirektor.
Szene aus „Das schweigende Klassenzimmer“ mit Florian Lukas (vorn) als Schuldirektor. FOTO: StudioCanal
Finsterwalde. Filmreihe für Kinder und Jugendliche lädt im Kino „Weltspiegel“ zur Diskussion ein. Von Heike Lehmann

Sein Gesicht kennt man vom Fernsehen und von der Kinoleinwand. Er hat den Martin Kupfer im Fernseh-Mehrteiler „Weißensee“ gespielt und er hat für seine Rolle als Denis in der Kino-Komödie „Good bye, Lenin!“ den Deutschen Filmpreis als Bester Nebendarsteller bekommen. Er hat im „Tatort“ gespielt und mehrere Jahre in der Friesland-Krimi-Reihe. Jetzt kommt Florian Lukas nach Finsterwalde ins Kino „Weltspiegel“. Dort wird am Mittwoch der Film „Das schweigende Klassenzimmer“ gezeigt. Anschließend stellen sich der Zeitzeuge Karsten W. Köhler und Schauspieler Florian Lukas als einer der Hauptdarsteller den Fragen der mehr als 300 Finsterwalder Schüler – vom OSZ Elbe-Elster und vom Sängerstadt-Gymnasium.

Den spannenden und informativen Filmtag hat die Initiative „Film­ernst“ – sehend lernen“, die Schule seit Jahren auch erfolgreich ins Finsterwalder Kino bringt, organisiert. „Das schweigende Klassenzimmer“ ist entstanden nach einer wahren Begebenheit. Karsten Köhler war dabei, als eine ganze Klasse Zusammenhalt, Solidarität und Zivilcourage zeigte. Er lebt heute in Luckau und wird im Gespräch nach dem Film darüber sprechen, wie dieses Ereignis sein Leben veränderte. Florian Lukas spielt den Schuldirektor, von dem die Schüler sich damals verraten glaubten.

Die Geschichte hat sich 1956 in einer 12. Klasse in Storkow ereignet: Die Abiturienten beginnen eine Geschichtsstunde mit einer Schweigeminute – im Gedenken an die im Ungarn-Aufstand gegen die Russen Gefallenen. Im Arbeiter- und Bauernstaat keine Meinungsäußerung, über die zu diskutieren wäre, sondern ein konterrevolutionärer Akt, den es zu enttarnen gilt, heißt es in den Angaben zum Film. Der Volksbildungsminister setzt das knallharte Ultimatum: Entweder sind binnen einer Woche die „Rädelsführer“ benannt, oder die gesamte Klasse wird vom Abitur in der ganzen Republik ausgeschlossen. Der Film ist ein Plädoyer für Wahrheit, Ehrlichkeit, Zivilcourage – einst und heute.

Der auf vielen Festivals national und international hoch gelobte und ausgezeichnete Kinderfilm „Königin von Niendorf“ wird zuvor im Weltspiegel gezeigt. Und auch zu dieser Vorführung gibt es einen besonderen Gast. Regisseurin Joya Thome wird die Fragen der Kinder beantworten. Mehr als 100 Schülerinnen und Schüler aus der Grundschule Finsterwalde-Nehesdorf und der Grundschule „Rosa Luxemburg“ aus Luckau sind angemeldet.

Zu dieser Filmgeschichte: „Irgendwie sind alle komisch geworden“, findet Lea zum Abschluss des Schuljahres. Eigentlich hatte die Zehnjährige ihre Freundin wieder ins Sommercamp begleiten wollen, aber Lara sagt, sie fährt gar nicht – was letztlich geschwindelt ist. Als Lea eher beiläufig von der Lüge erfährt, ist sie längst bedeutungslos für sie. Hinter ihr liegt ein Sommer in Niendorf, wie er aufregender nicht hätte sein können. Anfangs allerdings sieht es eher nach Langeweile aus. Natur und Stille und ein paar sonderbare Erwachsene. Wie Mark, der Musiker oder der Feuerwehrmann, der als Fitnesstrainer seiner Zwillingssöhne mit ihnen durch den Wald hetzt.

„Dass es viele Fragen geben wird, steht so gut wie fest: Drei Kinder aus dem Publikum waren bei den Dreharbeiten dabei“, sagt Dr. Jürgen Bretschneider von der Initiative Film­ernst. „Finsterwalde erlebt am Mittwoch zwei Veranstaltungen an einem Tag – und beide mit Gästen: Das gab es bislang in noch keinem unserer 25 Spielorte im Land Brandenburg“, so Bretschneider.