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| 01:27 Uhr

Ein Dorf will auf sich aufmerksam machen

Die Kirche in Gruhno. Foto: Lehmann
Die Kirche in Gruhno. Foto: Lehmann FOTO: Lehmann
Gruhno. Einen solchen Höhepunkt, wie das bevorstehende Festwochenende, hat es im Dorf lange nicht gegeben. Gruhno feiert 780 Jahre Ersterwähnung und will damit auf sich, die Orgel und die Kirche aufmerksam machen. leh

Gruhno ist ein kleines Dorf im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft mit rund 140 Einwohnern und seit 1998 Ortsteil von Schönborn. Das einstige Klosterdorf der Zisterzienser von Dobrilugk ist vor 780 Jahren erstmals erwähnt worden.

Das muss gefeiert werden, dachten sich der Förderverein Gruhno, der Jugendklub und interessierte Bürger. Denn es stimmt nicht, dass in Gruhno nichts los ist. Seit Anfang des Jahres wird das Festwochenende vorbereitet. Etwa zehn Leute gehören zum Vorbereitungskomitee. Am Montag fanden die letzten Absprachen statt, so Eckhard Heinrich, der Vorsitzende des Fördervereins. Der hat sich im Februar dieses Jahres gegründet und zählt zehn Mitglieder.

Vor allem der Kirche, eine Feldsteinkirche aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, die zur Route 8 der Kirchenstraße Elbe-Elster gehört, gilt ihre Aufmerksamkeit. Und dort insbesondere der Orgel. Sie ist 1832/33 von Johann Christoph Schröther d. J. aus Sonnewalde gebaut worden und muss dringend saniert werden. Auch an der Kirche sind stabilisierende Arbeiten notwendig. "Alles in allem brauchen wir dafür mindestens 70 000 Euro", sagt Heinrich. "Wir brauchen Öffentlichkeit, um dieses Geld einzuwerben", argumentiert er.

Die Schirmherrschaft am Festwochenende hat Landrat Christian Jaschinski (CDU) übernommen. Den Festgottesdienst hält Lorenz Wilkens, Pfarrer i.R. aus Berlin. Ein Bücherbasar soll Geld für die Kirche einspielen. Ehemalige, mit familiären Wurzeln in Gruhno, sind zum Fest eingeladen worden. Auch Pfarrer und Lehrer, die hier gewirkt haben.

Geheimnisvoll wird auf so manchem Hof derzeit gehämmert und geschraubt - für den Festumzug am Samstag um 14 Uhr als Paukenschlag zum Auftakt. "Wir haben keine Ahnung, was da im Einzelnen entsteht. Die Gruhnoer können sehr verschwiegen sein", sagt Sybille Schrey. Bei Kutschfahrten wird sie am Wochenende Erklärungen zum Dorf geben. Und auch durch die Kirche führt sie.