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Ein Budha-Baby wird dazugehören

Die Doberlug-Kirchhainer Künstlerin Catrin Große führt gemeinsam mit ihrem Kollegen Paul Böckelmann aus Altenau die künstlerische Regie für die Präsentation der 10. Berufskunstausstellung in Elbe-Elster, die am 14. Juni im Schloss Doberlug eröffnet wird. Zwei Elemente ihres eigenen Ausstellungsbeitrages mit dem Titel "Demografie" zeigt sie schon mal vorab in ihrem Atelier.
Die Doberlug-Kirchhainer Künstlerin Catrin Große führt gemeinsam mit ihrem Kollegen Paul Böckelmann aus Altenau die künstlerische Regie für die Präsentation der 10. Berufskunstausstellung in Elbe-Elster, die am 14. Juni im Schloss Doberlug eröffnet wird. Zwei Elemente ihres eigenen Ausstellungsbeitrages mit dem Titel "Demografie" zeigt sie schon mal vorab in ihrem Atelier. FOTO: Böttcher
Doberlug-Kirchhain. Bevor die erste Brandenburgische Landesausstellung in Doberlug-Kirchhain spruchreif geworden war, hatte Catrin Große ans Wegziehen gedacht. Jetzt – noch auf der Woge der erfolgreichen Schau im vorigen Jahr – denkt die freischaffende Malerin, Grafikerin und Bildhauerin auch nach dem Ende der Landesausstellung nicht ans Weggehen. Gabi Böttcher

Die Landesschau war für Catrin Große Inspiration und Anlass, an ihrem mehr als 100 Jahre alten, denkmalgeschützten Haus am Eingang zum Schlossareal einen Skulpturengarten einzurichten. Gemeinsam mit ihrer Künstler-Kollegin Chris Bird-Jones aus Wrexham in Wales schuf sie das Kleinod, das sich im vorigen Jahr vor allem an den Wochenenden neugierigen Interesses erfreute. Bis zu 100 Gäste schauten allein an diesen Tagen bei der Künstlerin vorbei. "Es gab wahnsinnig viel positive Resonanz. Es war ein sehr schönes Jahr und ein halbes Jahr Party ", blickt Catrin Große zurück.

Der Gedanke ans Weggehen ist nach dem Ende der Landesschau nicht wieder aufgelebt. Wenngleich das Nachdenken über die Zukunft des Hauses, die verquickt ist mit der persönlichen Zukunft der Künstlerin, immer drängender wird. Präsent ist die Überlegung, das Anwesen als Künstler-Haus zu gestalten, wofür es eindrucksvolle Vorbilder wie das Otto-Niemeyer-Holstein-Haus in Koserow auf Usedom gibt. Doch dafür bedürfe es einer langfristigen Basis, einer Trägerschaft für die Zukunft. "Ich möchte schon rational mit meiner Lebenszeit umgehen und wissen, ob es sich lohnt, das Objekt weiter zu gestalten", sagt Catrin Große. Als Pendant zu den großen Objekten wie dem Schloss, dem Refektorium und der Kirche könne sie sich ein solches Künstlerhaus sehr gut vorstellen.

Doch Zukunftsüberlegungen solcher Art werden immer wieder von aktuellen Projekten in den Hintergrund gedrängt. Höhepunkt des Jahres 2015 ist zweifellos die 10. Kunstausstellung der bildenden Künstler des Landkreises und ihrer Gäste. Catrin Große führt gemeinsam mit ihrem Künstler-Kollegen Paul Böckelmann aus Altenau die Regie für diese Präsentation. "Das wird wirklich ein Höhepunkt.Wir haben im Schloss super Ausstellungsräume. Es ist schön, dass Künstler aus Sachsen und Preußen ausstellen. Mal sehen, was an Arbeiten noch kommt. Einige habe ich schon gesehen. Ich freue mich ganz besonders, dass im Unterschied zum vorigen Jahr die Moderne Platz findet im Schloss", sagt die Künstlerin. Ihr eigener Beitrag für die Schau steht unter dem Titel "Demografie". Man kann auf eine Installation aus mehreren Stücken gespannt sein. Ein Budha-Baby wird dazu gehören, inspiriert von ihrer Künstlerreise, die sie gemeinsam mit vier anderen Kollegen aus Berlin und Sachsen zu Jahresbeginn nach Thailand geführt hatte. "Es wird aber eine europäische Sicht auf den Budha sein", lässt Catrin Große wissen. Sie findet es toll, dass der Titel der diesjährigen 10. Berufskunstausstellung "Land zwischen Elbe und Elster" keine Einengung auf die Landschaft bedeutet, sondern auch inhaltliche Interpretationen zulässt. Unter anderem will sie dem viel diskutierten Thema "demografischer Wandel" eine positive und schmunzelnde Sicht auf das Alter entlocken.

Doch bevor die Schau am 14. Juni eröffnet wird, steht noch einiges andere ins (Catrin Große-)Haus. Anlässlich des 70. Todestages von Käthe Kollwitz und des 20-jährigen Bestehens des Käthe-Kollwitz-Hauses in Moritzburg wird die Doberlug-Kirchhainerin mit ihrem zweiteiligen Holzschnitt "Scheidung" neben Nuria Quevedo, Elke Hopfe, Klaus Weidensdorfer, Angela Hampel, Gerda Lepke, Harald Metzkes und 40 weiteren Künstlern aus Sachsen, Berlin und Brandenburg vertreten sein. Am 26. April, 11 Uhr, wird die Sonderschau "Saatfrüchte sollen nicht vermahlen werden" eröffnet.

Bevor am Tag des offenen Ateliers am 3. Mai auch Catrin Große ihr Publikum einlädt, hat sie noch einiges in Atelier und Skulpturengarten vorzubereiten. Die drei Brunnen sind zu ergänzen, zu reparieren und zu installieren, der winterfest gemachte Ausstellungsraum wieder für Gäste vorzubereiten. Beim Blick in ihren Terminkalender 2015 finden sich bereits eine Reihe von Angeboten, die im historischen Gemäuer und Garten am Schlossareal verschiedene Künste und Menschen zusammenbringen sollen.

Zum Thema:
3. Mai: Tag des offenen Ateliers mit Druckschau und Imbiss13. Mai, 18.30 Uhr: Juke Box-Munich - Igor Quennehen, Paris (Gesang) und Franz Große, Madrid (Drums)30. Mai, 18.30 Uhr: Duo Tanderas - Philine Jobst, Dresden (Violine) und Benjamin Arnold, Dresden (Violoncello)20./21. Juni: offene Ateliertüren zum Aktionstag des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg in Elbe-Elster25. Juni: Lesung "Sprachspiele" - Peter Möck, Berlin23. Juli, 18.30 Uhr: "Hexereien" - Schriftstellerlesung mit Überraschungen - Ursula Winkler, Dresden6. August, 18.30 Uhr: "Irr-Land" - Lesung mit Undine Materni 30. November: Eröffnung einer Große-Ausstellung in der Kleinen Galerie "Hans Nadler" in Elsterwerda.11. Dezember, 19 Uhr: Galeriegespräch in Elsterwerda.