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LiteraTour
Ein Buch geschrieben aus dem Herzen heraus                                                                        

Ein prima Ergebnis ist Stephanie Auras, Bettina Beyer und Katharina Wendt (von links) mit dem Kurzroman „Heeme“ und dessen szenischer Umsetzung als Schattentheater gelungen.
Ein prima Ergebnis ist Stephanie Auras, Bettina Beyer und Katharina Wendt (von links) mit dem Kurzroman „Heeme“ und dessen szenischer Umsetzung als Schattentheater gelungen. FOTO: Jürgen Weser
Finsterwalde. Sängerstädterin stellt in Finsterwalde und Bad Liebenwerda ihren Rückkehrerroman „Heeme“ vor und erntet viel Lob. Von Jürgen Weser

Bestens organisieren kann Stephanie Auras. So gab es die erste Vorstellung ihres soeben erschienenen Kurzromans „Heeme“ als so genannte Wohnzimmerlesung in der Cocktailbar ihrer Eltern genau an ihrem Geburtstag und tags darauf im Bad Liebenwerdaer Mitteldeutschen Marionettentheatermuseum. Eine zweijährige intensive Arbeitsphase endete erfolgreich.

Eine junge Frau und Mutter von zwei Kindern hat sich hingesetzt und sich einer bis dahin für sie ungewöhnlichen Arbeit gewidmet. Sie habe aus dem Herzen heraus angefangen zu schreiben, ohne zu ahnen, was alles auf sie zukommt, erzählt sie zur ersten Buchvorstellung. Aber das Motto ihrer Romanheldin Peggy Piepenkind, „gib alles, nur nicht auf“, ist auch das von Stephanie Auras. Natürlich sind eigene Erfahrungen und viele Erlebnisse aus ihren Notizbüchern eingegangen in die Rückkehrergeschichte aber auch die von anderen jungen Leuten, die in die Fremde gegangen und wieder heimgekehrt sind. Immerhin mit etwa 300 jungen Frauen und Männern hat sie selbst nach der Gründung der Rückkehreragentur „Come back Elbe-Elster“ gesprochen. Etliche davon sitzen bei der Lesung im Raum und lauschen den Geschichten von Peggy und ihrem Verlobten Ronny Rauschenberger. Zu den Zuhörern und Weggefährtinnen gehört Kathrin Wendt, die inzwischen als HNO-Ärztin in Meißen arbeitet, aber ihren künstlerischen Ambitionen treu geblieben ist. So finden sich ihre Illustrationen zur Heimkehrergeschichte im Buch, auf dem Cover und den Plakaten und Flyern.

Aufgeregt war Stephanie Auras schon kurz vor der Lesung. „Schließlich mache ich das zum ersten Mal.“ Aber das ging schnell vorbei, zumal sie während der gesamten Schreibphase mit Familie und Freunden tolle Unterstützer hatte und zur Lesung in Bettina Beyer eine große Hilfe. Die Bad Liebenwerdaer Museumspädagogin und begeisterte Schattentheaterspielerin hatte Szenen des Romans aufbereitet, Figuren und Kulissen extra für die Buchpräsentation angefertigt und begeisterte damit das Publikum. „Ich habe das Buchmanuskript im vergangenen Jahr gelesen, war hellauf begeistert und wollte die Geschichte als Schattentheater umsetzen“, erzählt sie. Äußerst angetan von dem Kurzroman und der Performance bei der optischen Umsetzung war auch Journalistenurgestein und Literaturkenner Klaus Wilke aus Cottbus.

So lernten die Besucher der ersten beiden „Heeme“-Lesungen die exemplarische Geschichte einer jungen Frau kennen, die sich nach dem Abitur mit viel Elan auf den Weg in die große Welt macht. Peggy verlobt sich vor dem Weggehen in der Heimatstadt Lieblingswalde, kämpft sich durch das Studium mit Prüfungsängsten in Löwenstadt, lernt frustriert einen ausbeuterischen Arbeitsmarkt kennen, sucht das Glück in New York, entscheidet sich jedoch für „Heeme“ und baut hier couragiert ihr privates und berufliches Glück auf.

„Wieder zu Hause ankommen ist total cool“, hat auch Stephanie Auras erfahren. Sie möchte mit dem Buch Rückkehrern Mut machen, aber auch Weggehern zeigen, wie man sich durchboxen kann. Nicht zuletzt will sie mit dem Buch gesellschaftliche Probleme aufgreifen.

Dass ihr das gelungen ist, wird ihr nach der Lesung von vielen Seiten bestätigt. Der Lesung mit Schattentheater sind noch zahlreiche Wiederholungen zu wünschen. Eine nächste wird es in der Bücherkammer in Herzberg geben.