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| 02:34 Uhr

Ein Bad, das viele überrascht

Eine von mehreren Attraktionen in Tröbitz: die 42 Meter lange Wasserrutsche. Justin Liebig aus Hannover hat in diesem Bad vor einigen Jahren die Schwimmprüfung gemacht. Mit Opa, Bruder und Vater ist er zum Badespaß jetzt aus Elsterwerda gekommen.
Eine von mehreren Attraktionen in Tröbitz: die 42 Meter lange Wasserrutsche. Justin Liebig aus Hannover hat in diesem Bad vor einigen Jahren die Schwimmprüfung gemacht. Mit Opa, Bruder und Vater ist er zum Badespaß jetzt aus Elsterwerda gekommen. FOTO: Heike Lehmann
Tröbitz. Wassertemperatur? Genau 23 Grad Celsius. Zwei bis drei Grad wärmer als die Luft. Das gibt's weit und breit unter freiem Himmel nur im Erlebnisbad Tröbitz. Heike Lehmann

Viele Stammgäste wissen es zu schätzen, dass hier alle Becken solarbeheizt sind. Sie kommen aus Doberlug-Kirchhain, Finsterwalde, Bad Liebenwerda, Elsterwerda, Schönborn, Falkenberg, Herzberg und natürlich aus Tröbitz selbst. Stralsund, Berlin, Buchhain und Leipzig waren in der vergangenen Woche auch dabei. "Momentan haben wir sogar Gäste aus Glasgow", sagt Schwimmmeister Armin Zöllner. Der 56-Jährigearbeitet die zweite Saison in Tröbitz. Bislang leider eine mit eher verkorkstem Wetter. "Der Sommer war bisher ein Flop", sagt er. Aber der August kommt ja noch, und die Ferien haben gerade angefangen.

Wer erstmals oder nach Jahren wieder ins Erlebnisbad kommt, ist überrascht von der Anlage. Volkmar Liebig aus Elsterwerda ist mit seinen Enkeln Justin (11) und Kevin (15) sowie seinem Sohn Enrico zum Badespaß gekommen. Sie leben in Hannover und sind zu Besuch. Justin hat in Tröbitz vor ein paar Jahren seine Schwimmprüfung gemacht. Schnell haben die Liebigs die 42-Meter-Rutsche erobert.

Schwimmmeister Armin Zöllner zieht den Hut vor der Gemeinde, die sich dieses "herrlich, hübsche Bad leistet", wie er sagt. Er weiß, wovon er redet. Er hat in der Schwimmhalle in Gröditz gearbeitet. Die ist heute geschlossen. Im Wonnemar in Bad Liebenwerda war er Abteilungsleiter Bad. Das Erlebnisbad in Tröbitz kannte er nicht, gibt er zu. Bis ihn die Mundpropaganda erreichte, dass man dort einen neuen Schwimmmeister braucht. "Das war Gründonnerstag voriges Jahr. Nach Ostern habe ich meinen Arbeitsvertrag unterzeichnet", erinnert er sich.

Armin Zöllner hat das Bad gut im Griff. Er misst und protokolliert. Dass Gemeindearbeiter und andere Beschäftigte mit für Sauberkeit und Ordnung sorgen, helfe ungemein. "Jeder Badegast hat laut DIN Anspruch auf 30 Liter Frischwasser pro Tag", sagt Zöllner. Einmal im Monat kommt das Labor und dazu noch die Hygiene - unangemeldet. "Chlor- und pH-Wert sind optimal", sagt er zufrieden. Repariert wurde jetzt die Überlaufrinne. "Wir hatten bis zu 40 Kubikmeter Wasserverlust pro Tag. Das war Wahnsinn", sagt er. Und man merkt, hier macht einer seinen Job mit Herz und Leidenschaft. Für Schüler hat er auch schon den Neptun gespielt, erzählt er schmunzelnd. "Wenn es sein muss, mach' ich auch den Weihnachtsmann!"

Mit 24-Stunden-Schwimmen, Beachparty, Mehrjungfrauenschwimmen - das nächste ist am 23. August, Anmeldungen sind noch möglich, versucht man, Besucher zu locken. Dass die Anzahl der Anmeldungen für Schwimmkurse steigt, freut den Schwimmmeister. Auch Erwachsenen bietet er Unterricht an - zum Erlernen, immerhin 25 Prozent der deutschen Bevölkerung können nicht schwimmen, oder zur Korrektur des Schwimmstils. Dies geschieht vor oder nach der Öffnungszeit wegen der Hemmschwelle. Das ist für Armin Zöllner kein Problem.