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| 09:54 Uhr

8. Finsterwalder Kammermusikfestival
Ein Auftakt „mit Leib und Seele“

Berlin City Brass mit Matthias Kühnle, Ingo Klinckhammer, Elliot Dushman, Andra Fejer und Felix Wilde (v.l.) begeisterte zum Auftakt des 8.Finsterwalder Kammermusikfestivals.
Berlin City Brass mit Matthias Kühnle, Ingo Klinckhammer, Elliot Dushman, Andra Fejer und Felix Wilde (v.l.) begeisterte zum Auftakt des 8.Finsterwalder Kammermusikfestivals. FOTO: Jürgen Weser
Finsterwalde. Das Blechbläserquintett Berlin City Brass erwärmt mit furiosem Konzert die Zuhörerherzen in der Trinitatiskirche und trotzt defekter Heizung. Von Jürgen Weser

Finger und Instrumente möglichst warm halten war die Devise für die fünf Musiker von Berlin City Brass am Sonnabend in der Finsterwalder Trinitatiskirche. Die defekte Heizung hinderte sie und die 260 Besucher nicht daran, einen furiosen Start zum 8. Finsterwalder Kammermusikfestival zu erleben. Fünf Konzerte und drei Konzerte „Kammermusik junior“ folgen bis zum 7. April. Dazu gibt es zwei Kinderkonzerte.

„Es ist eine große Ehre für uns, hier spielen zu dürfen“, machte Trompeter Matthias Kühnle vom Berliner Sinfonieorchester den Organisatoren des Kammermusikfestivals um Johanna Zmeck ein großes Kompliment. Der gute Ruf der vorangegangenen Finsterwalder Festivals hat sich auch in den Orchestern der Hauptstadt herumgesprochen. Außerdem, so Kühnle, habe der Komponist Edvard Grieg als „Patron“ des diesjährigen Festivals mit seiner besonderen, etwas mystischen Kammermusik gereizt, zu dessen Musik sie als „Berlin City Brass“ im vergangenen Jahr intensiven Kontakt in Griegs Heimat hatten. So erklang nach dem Einstieg des Quintetts mit Ausschnitten aus Albinos Sonate „San Marco“ der feierlich-romantische „Hochzeitstag auf Troldhaugen“, mit dem die Musiker in die Welt der Trolle führten.

Zuvor hatten sich Johanna Zmeck und Bürgermeister Jörg Gampe bei den vielen treuen Sponsoren und dem Publikum bedankt, das sich nicht davon beeindrucken ließ, dass die Heizung im Kirchenschiff kurzfristig ausgefallen war. Mit dem besonderen Charme großartig konzertant gespielter Blechbläsermusik vom Barock über die Spätromantik bis zu fröhlich emporsteigenden Swing-Brass-Rhythmen erwärmten die fünf vorzüglichen Orchestermusiker aus den renommiertesten Berliner Orchestern die Herzen der Zuhörer. Immer wieder Neues auszuprobieren, wie Johanna Zmeck als einen Anspruch betonte, bewährte sich diesmal mit erstmals beim Kammermusikfestival zu hörenden Trompeten.

Zuhörer beim Auftaktkonzert für das 8. Finsterwalder Kammermusikfestival.
Zuhörer beim Auftaktkonzert für das 8. Finsterwalder Kammermusikfestival. FOTO: Jürgen Weser

Jana Müller aus Lugau war von der Vielseitigkeit des Konzertprogramms begeistert. Die Zuhörer wurden durch die Posaune zum zauberhaften Broadway geführt, mit der Trompete in den mystischen Nebel und mit überraschenden Tönen vom Horn zu bekannten Filmmusiken mit James Bonds „Lizenz zum Töten“.

Zum ersten Mal habe er die von Elliot Dushman geblasene Tuba so wunderbar melodisch hören dürfen, zeigte sich Joachim Willeke aus Werenzhain begeistert. Maria und Hans-Peter Genilke gehören zu den eifrigen Kammermusikbesuchern. Sie freuen sich „nach dem wundervollen Auftakt“ schon auf die nächsten Konzerte.

Mit Rossinis „Barbier“ und ungarischem Temperament der „Csárdásfürstin“ zelebrierten die fünf „Orchester- und Kammermusiker mit Leib und Seele“ das Finale, weshalb die Zuhörer begeistert Zugaben erklatschten. Der Auftakt zum 8. Kammermusikfestival hat Lust auf die nächsten Konzerte gemacht.