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Eierpieler dank Sanierung vorm Austrocknen gerettet

Ohne Sanierung wäre der Eierpieler in diesem Jahr ausgetrocknet, sagt eine Expertin.
Ohne Sanierung wäre der Eierpieler in diesem Jahr ausgetrocknet, sagt eine Expertin. FOTO: Dieter Babbe
Finsterwalde/Eichholz. Der Eierpieler, der Moorteich am Rande der Finsterwalder Bürgerheide, hatte in diesem Jahr wegen der trockenen und heißen Witterung einen extrem niedrigen Wasserstand. "Hätte es die Maßnahmen zur Revitalisierung nicht gegeben, wäre der Moorteich wohl ausgetrocknet", vermutet Anja Kaussow. Dieter Babbe

Die Frau vom Gewässerverband Kleine Elster-Pulsnitz hat vor drei Jahren die Arbeiten und zuvor auch die jahrelange Vorbereitung zum Erhalt des Eierpielers begleitet. Dabei sind in den Gräben um den Eierpieler acht Sohlschwellen eingebaut und ein altes Wehr am Heidemühlgraben so saniert worden, dass das Wasser angestaut wird. Ein möglichst gleichbleibender Wasserstand soll die seltenen Pflanzen an den Ufern, von denen viele auf der Roten Liste stehen, erhalten helfen.

Die Maßnahmen haben ihre Wirkung nicht verfehlt. "Die bei der Revitalisierung des Moores eingebrachten fünf Grundwassermessstellen werden ständig von uns überprüft - mit dem erfreulichen Ergebnis: Es gibt jetzt nicht mehr die starken Schwankungen beim Grundwasser, wie wir sie vorher hatten, die Wasserstände sind ausgeglichener", erklärt Anja Kaussow. Auch Befürchtungen, das Wasser von Siebenbrunnen könnte in Richtung Finsterwalde drücken und hier den ohnehin feuchten Westen der Stadt weiter durchnässen, hätten sich nicht bewahrheitet. "Die Sanierung hat ihr Ziel erreicht", so Anja Kaussow.

Das Landesumweltamt hat vor Jahren in einer Studie 585 Moore in Brandenburg erfasst und dabei festgestellt, dass nur noch 186 davon als Torfmoosmoore weitgehend erhalten geblieben sind. Lediglich drei Moore weisen eine Besonderheit auf: In den in der älteren Eiszeit entstandenen Mooren wachsen die Torfe unmittelbar über einer Wasser stauenden Lehm- oder Tonschicht auf. Dazu zählt auch der Eierpieler. Der sei neben dem Loben bei Hohenleipisch "das besterhaltene Torfmoosmoor im Landkreis Elbe-Elster", heißt es in der Studie. Es sei wichtig, den Eierpieler als Heidemoor zu erhalten - das Land hatte sich den Erhalt 107 000 Euro kosten lassen.

Am Montag wird beim Rundgang durch die Bürgerheide auch der Eierpieler bei allen drei Strecken des 20. Kreiswandertages angesteuert. Start ist um 9 Uhr auf dem Einheitsportplatz der Spielvereinigung in der Kirchhainer Straße. Startgeld zwei Euro.