Der erhoffte große Publikumsmagnet war es nicht. Parallele Veranstaltungen, tropische Temperaturen und die unglücklich gewählte Mittagsstunde verhinderten ein volles Zelt.

Jene, die sich die Zeit genommen hatten -"mehr als ich bei dieser Hitze dachte", sagte Geyer höflich - hatten eine kurzweilige Stunde mit dem einstigen Energie-Coach. Schon die Zahlen, die er in seinen Vortrag gepackt hatte, sprachen für sich. "300 Millionen Menschen auf der Welt spielen aktiv Fußball - eine Milliarde Menschen guckt aktiv Fußball", zitierte er FIFA-Präsident Sepp Blatter. 18 000 Mannschaften sind Mitglied im Deutschen Fußballbund. Und auch das berichtete Geyer: "90 Prozent der Fußballprofis wollen nach ihrer Karriere beruflich beim Fußball bleiben. 75 Prozent aber haben keine Ausbildung oder Qualifikation, 25 Prozent bleiben arbeitslos. Nur zehn Prozent haben finanziell ausgesorgt." Hier mahnte Geyer die Verantwortung der Berater an. Er selbst ist Maschinenbauer mit Ingenieurstudium und Diplomlehrer-Abschluss.

Der Fußball ist temporeicher, aber aus seiner Sicht zahmer geworden. "Die individuelle Klasse spielt eine größere Rolle. Aber auch ein Messi braucht eine starke Mannschaft, um erfolgreich zu sein", verteidigte Geyer Tugenden wie Teamgeist.

In Erinnerung an die Zeit nach 1990 sagte er: "Der Ostfußball hat damals seine besten Spieler verloren. Scharlatane und Blinde aus dem Westen wollten uns im Gegenzug helfen."

Cottbus sieht er am Ende der Saison 2013/14 zwischen Platz 5 und 8 der zweiten Bundesliga -"das ist nicht so schlecht", meinte er. Bayern München sieht auch er als "Übermacht - die anderen spielen um die Plätze zwei bis 18".

Seine Prinzipien brachen aus ihm heraus, als ihn zwei unaufmerksame Jungen nervten. "Ruhe hier!", herrschte er sie an. "Ihr könnt' doch hier nicht quatschen, wenn einer redet. Dann rennt doch lieber ein paar Runden!"

Bevor Eduard Geyer zahlreiche Autogramme auf Programmheften, Trikots und Base-Caps gab, durfte er sich im Goldenen Buch der Stadt verewigen. "In guter Gesellschaft mit Extremsportler Joey Kelly und Handball-Weltmeister Christian Schwarzer", wie Bürgermeister Bodo Broszinski (FDP) betonte. Geyer blieb bei seinem Eintrag ganz er selbst und wünschte dem FSV Kirchhain den Wiederaufstieg in die Kreisliga. Heike Lehmann