Trotz der Beratung des Vereins durch eine Steuerberaterkanzlei streite sich der Verein mit der LVA um diesen Betrag. Dabei scheine es Diskrepanzen zwischen steuerrechtlicher und sozialversicherungsrechtlicher Betrachtung zu geben. Aber das Problem sei lösbar, versicherte Dr. Matthias Baxmann. Baxmann wurde ebenfalls als stellvertretender Vorsitzender bestätigt. Christine Kaiser aus Doberlug-Kirchhain folgte der aus gesundheitlichen Gründen ausscheidenden Elfriede Jentzsch als Schatzmeisterin. René Sodeik vertritt im Vorstand die Region um Bad Liebenwerda, Karin Lossack die um Luckau und Heinz Lehfeld die um Lauchhammer. Der Vorstand besteht nunmehr nur noch aus neun Mitgliedern. Einstimmig wurde außerdem durch die Versammlung eine Satzungsänderung beschlossen.
Vorsitzender Eckhard Gleitsmann berichtete, dass, obwohl die Mitgliederzahl seit 2004 um etwa 100 Personen gesunken sei, es gelungen sei, im vergangenen Berichtszeitraum diesen Trend aufzuhalten. Die demografische Entwicklung, Wegzug in andere Regionen, Hartz IV, aber auch die überhöhten Erwartungen einiger Mitglieder an das Machbare durch den Mieterverein hätten zu Austritten geführt. Außerdem wurden 35 Personen wegen fehlender Beitragszahlung ausgeschlossen.
„Wir haben eine gut funktionierende Geschäftsstelle. Sie ist verlässlicher Ansprechpartner in der Region und zugleich Grundlage für den Stopp des Mitgliederschwundes,“ hob Dr. Matthias Baxmann hervor. Den Hauptanteil in der Beratung habe die Überprüfung von Betriebskostenabrechnungen eingenommen, gefolgt von Wohnungsmängeln, Mietvertragsfragen und Fragen zu Schönheitsreparaturen.
Nach Aussage des Vorsitzenden sei die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins wenig wirkungsvoll, da es durch sie nur zu vier Neuaufnahmen gekommen sei. Dem widersprach Dr. Matthias Baxmann vehement. „Öffentlichkeitswahrnehmung ist weit mehr als ein direktes Eintrittsbekenntnis mit dem Hinweis auf die Pressearbeit. Die regelmäßige Kolumne in der Lausitzer Rundschau, welche sogar zu Beitritten aus Hoyerswerda geführt hat, die inhaltlichen Foren, beispielsweise zum Wohnungsabriss und die öffentlichen Mitgliederversammlungen sowie die Einladung der großen Vermieter in Finsterwalde und der Stadtwerke zum Thema Fernwärmepreiserhöhung unterstützen das Ansehen des Vereins in der Öffentlichkeit.“
Das Angebot an die Schulabgangsklassen, sich zum Thema „Meine erste Wohnung - woran ist zu denken?“ zu informieren, sei zwar noch nicht so richtig angenommen worden, aber es verstärkten auch zunehmend jüngere Mitglieder den Verein. „Leider zeigt sich dies bei der Mitgliederversammlung nicht“ , bedauerte Baxmann. Unter den 52 Anwesenden war Hobbykoch René Sodeik einer der Jüngsten. Klaus Jürgen Warnick aus Kleinmachnow lobte als amtierender Vorsitzender des Mieterbundes des Landes Brandenburg die Arbeit des Finsterwalder Mietervereins: „Finsterwalde ist unter den zurzeit 37 Mietervereinen im Land von Anfang an eine stabile Stütze des Landesverbandes. Auch im Land habe es einen Rückgang der Mitglieder gegeben. Doch Rechtsberatung und politische Einflussnahme auf Wohnungspolitik, der sozialverträgliche Übergang auf das westdeutsche Vergleichsmietensystem und Klärung im Bereich offener Vermögensfragen sind vorzuweisende Erfolge.“ Warnick warnte vor dem gegenwärtigen Trend, kommunale Wohnungen an amerikanische Interessenten zu veräußern. Zwei amerikanische Fonds seien bereits die größten Vermieter in Deutschland, die es mit Mieterrechten nicht so genau zu nehmen scheinen und ausschließlich Kapitalinteressen vertreten würden.