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| 19:00 Uhr

Doberlug-Kirchhain/Accra
Echt abgefahren: Krokodile nur fünf Meter entfernt

Anna Wessel mit Freundin Ronja in Ghana.
Anna Wessel mit Freundin Ronja in Ghana. FOTO: LR / Anna Wessel
Doberlug-Kirchhain/Accra. Anna Wessel schreibt von ihrem Einsatz in Ghana. Für einen Jungen bezahlt sie in dem afrikanischen Land das Schulgeld.

Wieder gibt es Nachrichten von Anna Wessel aus Ghana. Nach ihrem Praktikum in der Evangelischen Klosterkirchengemeinde Doberlug entschloss sie sich,  an einem  sozialen Projekt in Ghana mitzuarbeiten und Leser der RUNDSCHAU daran teilhaben zu lassen. Anna schreibt unter anderem: Ich habe mich wirklich sehr gut hier eingelebt und komme super zurecht. Die Zeit vergeht irgendwie wie im Flug... Mittlerweile waren wir schon auf dem Stoffmarkt und haben wundervolle afrikanische Stoffe gekauft, um uns Klamotten schneidern zu lassen...

Kürzlich war bei uns in der Schule eine „Worship-Lesson“. Das ist wie eine Art Gottesdienst. Es war super cool, das mitzuerleben. Die Schüler haben erst gebetet, dann wurde viel gesungen und es gab noch eine kleine Predigt über Nächstenliebe. Ganz zum Schluss wurde dann nochmal gesungen und getanzt. Also ganz anders als in Deutschland.

Ronja (ebenfalls eine freiwillige Helferin, d.R.)  und ich haben viel mit dem Schuleigentümer gesprochen, um herauszufinden, wofür er noch Geld braucht und wie wir helfen könnten. Momentan sparen sie fleißig, damit bald neue Dächer aufgebaut werden können und es nicht mehr reinregnet. Außerdem wäre richtiger Fußboden toll. Aber man sieht auch, dass es an allen Ecken und Kanten fehlt...(das Problem in Ghana ist, dass reichere Schulen besser vom Staat gefördert werden, als arme).

Viele Kinder gehen nicht zur Schule, weil das Geld fehlt. In drei Monaten müssen die Kinder 100 Cedi Schulgeld zahlen. Dies sind umgerechnet 20 Euro. Das heißt: Im Jahr müssen sie nur 60 bis 70 Euro zahlen und trotzdem können viele Eltern das nicht bewältigen. Für mich ist es oft wahnsinnig erschreckend und traurig zu sehen, in welch einem Luxus wir leben und diese Kinder können nicht zur Schule gehen. Deswegen werde ich für einen Jungen, der mir besonders ans Herz gewachsen ist, das Schulgeld bezahlen. Es ist nicht wirklich viel, was man machen kann, aber so hat er zumindest eine bessere Chance.

Dann waren wir im Kakum-Nationalpark, das ist im Regenwald. Dort haben wir eine Tour über Hängebrücken gemacht. Die Höchste war 40 Meter über dem Boden. Wir hatten perfekten Blick über den Regenwald... Es war atemberaubend schön. Danach hatten wir noch eine kleine Führung zu Fuß durch den Regenwald. Dort wurden uns viele verschiedene Bäume erklärt, wie sie wachsen, welche Funktion sie haben und teilweise auch welche heilenden Kräfte sie besitzen.

Das war wirklich super interessant.

Danach haben wir in einem Hotel Mittag gegessen, in dem es Krokodile gab. Wir haben welche aus fünf Metern Entfernung gesehen... Das war echt abgefahren.

Von der Hängebrücke bietet sich ein perfekter Blick über den Regenwald.
Von der Hängebrücke bietet sich ein perfekter Blick über den Regenwald. FOTO: LR / Anna Wessel