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Drohnen am Frühlingshimmel

Klaus George und sein Sohn Felix trainieren mit ihren selbst gebauten Drohnen.
Klaus George und sein Sohn Felix trainieren mit ihren selbst gebauten Drohnen. FOTO: Veit Rösler/vrs1
Elsterwerda. Sonne, Wärme. Und emsiges Summen liegt in der Luft. Darauf haben die Modellbauer schon lange gewartet. Klaus (58) und Felix George (22) sind auch gleich losgezogen, um auf dem Modell- Flugplatz zwischen Elsterwerda und Saathain mit ihren selbst gebauten Drohnen zu trainieren. Das Wetter bot wieder optimale Flugbedingungen. Veit Rösler/vrs1

Drohnen werden immer öfter am Himmel über Elsterwerda gesichtet. Sie sind schnell, extrem wendig, sie können bei Bedarf aus hoher Geschwindigkeit nahezu Millimeter genau an einer Stelle im dreidimensionalen Raum verharren. Und ihre Möglichkeiten für die Zukunft sind weitaus größer, als sie normale Flugzeuge und Hubschrauber bieten können. Drohnen unterschiedlicher Bauarten haben mittlerweile auch bei den Elsterwerdaer Modellbauern Einzug gehalten.

Vater und Sohn George haben bereits einige solcher Drohnen gebaut. Die unterschiedlichen Varianten der Funktionsdrohnen zum sportlichen Fliegen, mit vier bis zu acht Rotoren, können im Hobbybereich etwa 25 Minuten in der Luft bleiben und dabei mehrere Kilometer zurück legen. An die GPS-Satellitensteuerung gekoppelt, lassen sich die Fluggeräte exakt steuern und sogar einprogrammierte Flugmanöver und Zielorte sind möglich. Als Nutzlast tragen die Drohnen meist eine Kamera, deren Bilder in am Boden gesehen werden können.

Bei der Übertragungsentfernung solcher Bilder gebe es keine Grenzen, erklärt Klaus George. Doch schon jetzt gebe es gesetzliche Einschränkungen, die nur einen Sichtflug zwischen Fluggerät und Modell-Sportler zulassen. Daneben wäre sogar ein professioneller Einsatz möglich, zum Beispiel für die Begutachtung von hohen oder unzugänglichen Gebäuden. Solche Einsätze aber müssten dann beim Luftfahrtamt angemeldet werden. Daneben müssten die Drohnen dann über eine Haftpflichtversicherung verfügen. Wegen verschiedener Vergehen, wie die Verwendung von Drohnen in Einflugschneisen von Flughäfen, gäbe es derzeit Diskussionsbedarf zur Verschärfung gesetzlicher Einschränkungen. So würde gegenwärtig über einen Drohnenführerschein debattiert.

Während die Drohnen von jedem Standplatz aus, quasi aus dem Transportkoffer heraus, gestartet werden können, wird es aber auch zukünftig noch Modellsportler geben, die mit altbewährten Flugzeugen und Hubschraubern im Miniformat ihrer Leidenschaft nachgehen werden. Diese brauchen auch künftig noch den ausgedehnten Modellsport-Flugplatz auf der riesigen Landwirtschaftsfläche südlich von Elsterwerda.

Dabei hätte die Landwirtschaft in diesem Jahr beinahe für die Flugmodellbauer für eine große Einschränkung gesorgt. "Ursprünglich hatte die Betreiberfirma, die Agrargenossenschaft Stolzenhain, auf den Flächen um den Flugplatz herum Mais anbauen wollen", erklärt Klaus George. "Die Landwirte sind uns dann aber entgegen gekommen und nun ist in unmittelbarer Nähe zum Flugplatz nur Hafer gesät worden." Mannshoher Mais hätte zu Einschränkungen im Flugbetrieb geführt. Auch bei einer "Außenlandung", einem Absturz einer Maschine wäre es schwierig, diese ohne Hilfsmittel in einem Maisfeld wieder zu finden.

Am 11. Juli laden die Elsterwerdaer Modellsportler Interessierte zu einem Tag des offenen Flugplatzes ein.