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| 13:57 Uhr

Bereits der zweite Anschlag
Drei Schüsse auf Kater Oskar

Zwei angeschossene Kater auf den Armen: Heinz Gromuth mit dem frisch operierten Oskar und Sabine Delloch mit dem dreibeinigen Kalle.
Zwei angeschossene Kater auf den Armen: Heinz Gromuth mit dem frisch operierten Oskar und Sabine Delloch mit dem dreibeinigen Kalle. FOTO: Dieter Babbe
Friedersdorf. Es war bereits der zweite Anschlag auf Haustiere bei Familie Gromuth in Friedersdorf. Der Finsterwalder Tierschutzverein spricht von einer „total grausamen Tat“. Von Dieter Babbe

Das neue Jahr beginnt für Familie Gromuth aus dem Rückersdorfer Ortsteil Friedersdorf mit einem Schock – als der Tierarzt ihren schwer verletzten Kater untersucht. Diagnose: Auf Oskar ist gleich mehrmals geschossen worden. Drei Geschosse stecken in seinem Körper. Für Gromuths schon der zweite Fall, dass ihre Haustiere Opfer von brutalter Gewalt werden – und geradeso mit dem Leben davon kommen.

„Einen Tag nach Neujahr bricht Oskar plötzlich sein Futter aus und spuckt Blut dabei. Wir dachten erst, er hat sich durch irgendetwas vergiftet, weil durch das wuschelige Fell keine Wunden zu sehen waren. Doch der Tierarzt machte ein Röntgenbild und zeigte auf drei Kugeln in seinem Körper. Eine steckte an der Speiseröhre, kurz vor der Lunge. Sie war lebensgefährlich und musste sofort herausoperiert werden, damit sie nicht weiterwandert“, erzählen Marianne und Heinz Gromuth. Zwei weitere Geschosse findet der Tierarzt in Oskars hinterem rechten Oberschenkel. Sie müssen im Körper bleiben und verkapseln sich dort, bei einer OP ist das Risiko zu groß. Es könnten Nerven oder Muskeln so verletzt werden, dass der achtjährige Kater nicht mehr laufen kann, erklärt der Tierarzt den Gromuths.

Bei den drei „Kugeln“ handelt es sich um große Diabolos vermutlich von einem Luftgewehr. „Die Waffe muss mit einer stärkeren Feder manipuliert worden sein, sonst könnten die Einschüsse nicht so schwere Verletzungen verursachen“, steht für Heinz Gromuth fest. Er hat den Anschlag auf Oskar diesmal bei der Polizei angezeigt – weil es für das Friedersdorfer Rentnerehepaar schon der zweite schlimme Vorfall ist.

Bereits vor zwei Jahren hat es Gromuths jungen Kater Kalle erwischt. „Sein rechtes Hinterbein baumelte nur noch am Körper, es schwoll stark an. Wir schienten das Bein zunächst, doch es entzündete sich immer mehr. Der Tierarzt hat dann festgestellt, dass das Sprunggelenk völlig zerschmettert ist – ein kompletter Durchschuss. Das Bein war nicht mehr zu retten, es musste abgenommen werden“, erinnern sich Marianne und Heinz Gromuth. „Es tat uns selbst sehr weh, mit ansehen zu müssen, wie Kalle leidet – wir wollten ihn schon einschläfern lassen. Doch der Tierarzt meinte: Den kriegen wir wieder hin.“

Tatsächlich ist der inzwischen dreijährige Kater längst wieder mobil und fängt auch mit nur drei Beinen weiter Mäuse. Auch Kater Oskar hat die frische OP zwischen Hals und Bauch sowie am Bein recht gut überstanden. Noch muss er eine Schutzhaube um den Hals tragen, damit er seine Narben nicht aufkratzt. In den nächsten Tagen wird der Tierarzt die Fäden ziehen.

„Was müssen das für Menschen sein, die so etwas den Tieren antun“, fragen sich Marianne und Heinz Gromuth, die diesmal nicht nur die Polizei, sondern auch den Finsterwalder Tierschutzverein verständigt haben, damit der schlimme Vorfall bekannt wird. Beide Kater sind kastriert und entfernen sich nur kurz vom Hausgrundstück. Vermutungen über den Täter wollen Gromuths nicht anstellen, „alle unsere Nachbarn haben ja selbst Katzen“.

Als „total grausam“ empfindet es Sabine Delloch, wenn Katzen oder andere Tiere durch Schüsse verletzt werden. „Menschen können doch ihre Aggressionen nicht an anderen Lebewesen auslassen“, meint die Vorsitzende vom Finsterwalder Tierschutzverein. Solche Fälle seien im Elbe-Elster-Kreis allerdings recht selten. „In Schönborn ist vor Jahren mal auf etliche Katzen geschossen worden, sie mussten eingeschläfert werden“, erinnert sich Sabine Delloch.