ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:05 Uhr

Drei neue Gesichter in der Revierpolizei
Alte Heimat ist neues Revier

Nicole Hensel, Michael Baumbach und Aurica Hauwetter unterstützen seit diesem Jahr die Revierpolizei in Finsterwalde unter der Leitung von Inga Haupt (v.l.). Ihr Fokus liegt dabei auf Bürgernähe.
Nicole Hensel, Michael Baumbach und Aurica Hauwetter unterstützen seit diesem Jahr die Revierpolizei in Finsterwalde unter der Leitung von Inga Haupt (v.l.). Ihr Fokus liegt dabei auf Bürgernähe. FOTO: LR / Josephine Japke
Finsterwalde. Drei neue Revierpolizisten treten ihren Dienst in der alten Heimat rund um Finsterwalde an. Ziel ist es, ein bürgernaher Ansprechpartner zu sein. Von Josephine Japke

Den Spruch „Die Polizei, dein Freund und Helfer“ halten viele Menschen nur für eine Floskel. Dass das aber auch gelebte Realität sein kann, beweisen die Revierpolizisten aus Finsterwalde. „Wir sind bürgernah, hören zu und nehmen uns die Zeit, um die Anwohner persönlich zu betreuen und ihren Anliegen direkt nachzugehen“, erklärt Inga Haupt, Leiterin der Revierpolizei Finsterwalde. Drei neue Gesichter unterstützen ihr nun zehnköpfiges Team seit diesem Jahr. Drei „Neue“, die gewissermaßen in ihre alte Heimat zurückkehren.

Worauf es bei der Arbeit als Revierpolizistin ankommt, weiß die erste im Bunde, Aurica Hauwetter, ganz genau. „Die Revierpolizei hat oft mehr Zeit, als die Kollegen auf der Wache. Wir können nicht nur Termine ausmachen, sondern auch mal direkt mitgehen und uns Probleme sofort ansehen“, erklärt sie. Ein bürgernaher Ansprechpartner eben. Dass man oft auch einfach mal nur ein offenes Ohr haben, zuhören und ins Gespräch kommen kann, versteht sich von selbst.

Aurica Hauwetter arbeitet schon seit 1993 bei der Polizei und hat in all den Jahren etliche Stationen durchgemacht, unter anderem auch beim Wasserschutz in Oranienburg und im Spreewald. „Doch es ist schön hier endlich meine neue Stelle anzutreten“, sagt die Polizistin aus Plessa.

Ihr neues Büro im Ärztehaus an der Westfalenstraße hat sie am 1. Oktober bezogen – jetzt müssen nur noch die Bürger kommen. „Es muss sich erst noch rumsprechen, dass wir dort wieder eine Anlaufstelle eröffnet haben. Aber ab sofort bin ich immer donnerstags von 14 bis 17 Uhr dort zu finden“, erklärt Aurica Hauwetter.

Ebenfalls in die alte Heimat verschlagen hat es Nicole Hensel, die in Sachsen-Anhalt studiert und bis 2015 bei der dortigen Kriminalpolizei gearbeitet hat. „Aber ich komme aus der Ecke hier und bin aus familiären Gründen zurück nach Finsterwalde gekommen“, erklärt sie. Bis vor Kurzem arbeitete sie auch hier als Kriminalpolizistin, doch dann war es endlich Zeit für was Neues. „Ständig nur am Schreibtisch zu sitzen und Akten zu wälzen, wollte ich nicht mehr. Also habe ich jetzt die Stelle als Revierpolizistin übernommen. Da bin ich viel an der frischen Luft und das gefällt mir gut.“

Dienstags, von 14 bis 17 Uhr hat Nicole Hensel Sprechstunde in der Schulstraße in Sonnewalde. „Wenn zum Beispiel sein Fahrrad geklaut wird, muss der Bürger jetzt nicht mehr bis nach Finsterwalde kommen und das zur Anzeige bringen, sondern kann das auch bei mir machen“, sagt sie. 18 Orte rund um Sonnewalde liegen seit September in ihrem Zuständigkeitsbereich. Gut, dass sie schon ortskundig ist. „Aber es ist gewöhnungsbedürftig, dass die Leute einen noch aus der Kindheit kennen und man jetzt ständig gegrüßt wird“, gibt sie zu.

Neben der wöchentlichen Sprechstunde ist die Revierpolizei auch für das Überprüfen des Waffenrechts, Fahrerermittlungen, Schulpartnerschaften, die Busschule und die Fahrradpolizei in Zusammenarbeit mit den Schulen zuständig. „Aber natürlich gehören auch Gespräche über den Gartenzaun mal dazu, das ist ganz klar“, sagt Chefin Inga Haupt mit einem Schmunzeln.

Ganz so romantisch, wie man das aus Filmen und Serien kennt, ist der Arbeitsalltag dann allerdings auch nicht. „Kaffee und Kuchen werden nur in den seltensten Fällen angeboten“, erzählt Michael Baumbach, der im Februar die Stelle als Revierpolizist in Finsterwalde/Mitte angetreten hat. In einem, wie er selbst sagt, wunderschönen Büro im Rathaus auf dem Markt kommt er nun mit den Menschen ins Gespräch. „Es ist mein Anliegen, dass man mich auf der Straße erkennt und von sich heraus zu mir kommt. Mittlerweile klappt das schon ganz gut“, sagt er.

Michael Baumbach ist ebenfalls „Rückkehrer“. Aus Senftenberg kommend ging er schon 1994 nach Potsdam und Brandenburg an der Havel. Jetzt ist er aus privaten Gründen wieder in die Gegend gezogen. „Der Umgang mit den Leuten hier ist ganz anders. Hier nehmen sich die Leute nicht so wichtig, wie die Potsdamer das gerne tun“, erklärt er und freut sich auf die kommenden Begegnungen mit Finsterwaldern und Co. „Und wer nicht wegen mir zur Sprechstunde kommt, der kann sich wenigstens mal unser neues Büro angucken“, sagt Michael Baumbach mit einem Zwinkern.