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| 02:42 Uhr

Drei neue Augenärzte für Elbe-Elster

Neuer Augenarzt in Finsterwalde ist Przemyslaw Naturski (3.v.l). Bürgermeister Jörg Gampe, MVZ-Geschäftsführerin Andrea Trunev, Michael Lenk von der Sparkasse Elbe-Elster, Hausärztin Gabriele Krink und Dr. Erhard Kiesel vom Ärztenetz Südbrandenburg (v.l.) begrüßen ihn.
Neuer Augenarzt in Finsterwalde ist Przemyslaw Naturski (3.v.l). Bürgermeister Jörg Gampe, MVZ-Geschäftsführerin Andrea Trunev, Michael Lenk von der Sparkasse Elbe-Elster, Hausärztin Gabriele Krink und Dr. Erhard Kiesel vom Ärztenetz Südbrandenburg (v.l.) begrüßen ihn. FOTO: gb
Elsterwerda/Finsterwalde/Herzberg. Groß ist das Aufatmen in der Region: Zwei neue Augenärzte siedeln sich im Frühjahr in Elsterwerda beziehungsweise in Finsterwalde an. Eine weitere Augenärztin folgt am 1. Oktober in Herzberg. Damit endet eine akute Unterversorgung, die Patienten seit fast drei Jahren lange Wege bis Torgau, Dresden oder Cottbus aufzwangen. Gabi Böttcher und Frank Claus

Wie groß die Erleichterung über die ärztlichen Ansiedlungen ist, zeigen die Empfangszeremonien. Carmen Brückner, die neue Augenärztin in Elsterwerda, wird beim gemeinsamen Neujahrsempfang der Städte Bad Liebenwerda und Elsterwerda auf die Bühne gebeten. In Finsterwalde wird der Facharzt für Augenheilkunde Przemyslaw Naturski am vergangenen Mittwoch in der Remise des Schlosses der Öffentlichkeit vorgestellt.

Und auch in Herzberg wird es eine neue Augenärztin geben. Der Zulassungsausschuss der Kassenärztlichen Vereinigung hat dafür zu Wochenbeginn den Weg freigemacht. Zum 1. Oktober soll die Ansiedlung erfolgen. Nähere Details sollen zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben werden.

Mit Hochdruck hatten Kommunalpolitiker mit ihren jeweiligen Partnern daran gearbeitet, die schmerzlichen Versorgungslücken zu schließen. In der Sängerstadtregion war diese Lücke mit der Schließung der Augenarztpraxis von Thomas Eichler im Jahr 2013 gerissen worden. In Elsterwerda hatte Augenärztin Dr. Ulrike Fay im März 2013 ihre Tätigkeit im Landkreis beendet.

Carmen Brückner heißt die neue Augenärztin in Elsterwerda. Die 49-Jährige, bei Dresden aufgewachsene Medizinerin hat als angestellte Ärztin in einer Klinik in Radebeul und in einer Praxis in Dresden gearbeitet. Sie ist geschieden, hat zwei erwachsene Kinder und will sich neu orientieren. Nach eigenen Angaben hatte sie mehrere Angebote. Das Konzept in Elsterwerda hat sie überzeugt. Dort baut die Gewerbe- und Gründerzentrum GmbH (GGZ), eine hundertprozentige Tochter der Stadt Elsterwerda, gegenwärtig mit einem Investitionsaufwand von mehr als 100 000 Euro die Gründerschmiede der Wirtschaft schrittweise zu einem medizinischen Zentrum um. Betreiber sind der Ärzteverbund Medis in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitszentrum Niederlausitz. Die Arbeitsbedingungen gefallen ihr. "Ich wollte keine Niederlassung und auch keinen großen Kredit aufnehmen", sagt sie. Dass es ihr ernst ist mit dem neuen beruflichen Standort, belegt, dass sie schon nach Elsterwerda umgezogen ist. Das Personal für ihre Praxis - "es sind Mitarbeiter mit viel Erfahrung", wie sie sagt - hat sie schon. Wann Patienten die ersten Termine buchen können, steht hingegen noch nicht fest. "Sicher ist, im ersten Quartal", so Carmen Brückner. Den 1. April hat sie ins Auge gefasst. Die Umbauarbeiten im GGZ sind im vollen Gange. Die Möbel für die Praxis würden bereits angefertigt, die Medizin- und Computertechnik sei bereits geordert.

Die Stadt Elsterwerda will die ehemalige Entwicklungsschmiede der Wirtschaft im Gewerbegebiet Ost - die Nachfrage von Existenzgründern ist erheblich zurückgegangen - schrittweise zu einem medizinischen Zentrum entwickeln. Dabei gehe es um keine Konkurrenz zum Medizinischen Zentrum und zum Elbe-Elster-Klinikum, so Bürgermeister Dieter Herrchen. Es gehe darum, im Interesse der Bevölkerung Versorgungslücken zu schließen. Der Standort sei ideal. Krankenfahrzeuge könnten bis an den Fahrstuhl ins Gebäude hineinfahren, Parkplätze gibt es ausreichend und auch eine Bushaltestelle wird eingerichtet.

In der Sängerstadt öffnet die Augenarztpraxis von Przemyslaw Naturski am 1. April im ersten Obergeschoss des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) in der Westfalenstraße, den Einheimischen als Südambulanz bekannt. In einer gemeinsamen Initiative des Ärztenetzes Südbrandenburg (ANSB) und dessen Management, der KV Consult- und Managementgesellschaft mbH (KV Comm), sowie der Stadt Finsterwalde ist dies gelungen. Der Zulassungsausschuss der Kassenärztlichen Vereinigung hat die Stelle inzwischen bewilligt.

In den nächsten Wochen steht noch der Umbau der Räume im MVZ ins Haus. Wartebereich, Anmeldung und drei Behandlungszimmer werden vorbereitet. Zwei Schwestern sind noch zu gewinnen. Der aus dem polnischen Nachbarland stammende 49-jährige Facharzt wechselt von der Gesundheitszentrum Niederlausitz GmbH ans MVZ des Ärztenetzes Südbrandenburg. Er rechnet, dass viele seiner bisherigen Patienten aus Schwarzheide nach Finsterwalde kommen werden und freut sich auf die neuen Patienten. Nachdem er zehn Jahre eine eigene Praxis in Polen geführt hatte, arbeitet er seit nunmehr sechs Jahren ambulant in Deutschland, zwei Jahre am Klinikum in Cottbus und zuletzt vier Jahre in Schwarzheide. "Ich werde mein Bestes geben für die Versorgung in der Region", so der Arzt, der durch seinen Wohnsitz im benachbarten Oberspreewald-Lausitz-Kreis in der Region verwurzelt ist.

Przemyslaw Naturski konzentriert sich auf die augenärztliche Grundversorgung, die Diagnostik und die klassische Behandlung von Erkrankungen und setzt die Zusammenarbeit mit Kliniken in Dresden, aber auch in Hoyerswerda und Cottbus fort. Hausärztin Gabriele Krink aus Finsterwalde begrüßte den Kollegen: "Ich bin glücklich, dass diese Lücke geschlossen werden konnte." Gerade für altersbedingt in der Bewegung eingeschränkte Patienten sei das ein sehr wichtiger Schritt. Sängerstadt-Bürgermeister Jörg Gampe kann auf der Grundlage einer Förderrichtlinie der Stadt die Unterstützung für die neue Praxis mit 50 000 Euro beziffern. Im MVZ soll zu den hier praktizierenden zwei Hausärzten, einem Gynäkologen und einem Augenarzt in der Zukunft noch ein Kinderarzt hinzukommen.