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| 01:09 Uhr

Drei „Ehrenbürger 2004“

Doberlug-Kirchhain.. Beim gemeinsamen Neujahrsempfang von Bürgermeister und Bundeswehr in der Lausitz -Kaserne wurde gestern erstmals die „Medaille für besondere Verdienste der Stadt Doberlug-Kirchhain“ verliehen und das gleich dreimal. Horst Schultz, Joachim Schüler und Klaus-Joachim Wilker heißen die „Ehrenbürger der Stadt 2004“ . Von Heike Lehmann

Viele Vertreter des öffentlichen Lebens waren der Einladung in die Lausitz -Kaserne gefolgt. Unter ihnen auch der Bundestagsabgeordnete Stephan Hilsberg und „eine starke Abordnung aus dem Brandenburger Landtag“ , wie sich das Stadtoberhaupt freute. Neben den vier Landtagsabgeordneten der Region weilte der SPD-Fraktionsvorsitzende Günter Baaske in Doberlug-Kirchhain. In einem kurzen Grußwort nahm er Bezug auf den eigentlichen Anlass seines Besuchs, die weitere Nutzung der Lausitz-Kaserne nach Abzug des Fallschirmjägerbataillons 373. „Wir haben das Gespräch mit dem Parlamentarischen Staatssekretär im Verteidigungsministerium hierher gelegt, weil hier in Doberlug-Kirchhain die Not am größten ist, was die Konversion militärischer Standorte in Brandenburg betrifft“ , erklärte er. Dennoch: An der Entscheidung vom 2. November sei nicht zu rütteln, jetzt müsse man nach vorn schauen, versuchte er Mut zu machen. „Bildung, Forschung, Ausbildung und Entwicklung“ seien die Säulen, auf die sich Brandenburg ver stärkt stützen muss, auch mit Blick auf die Liegenschaft an der Torgauer Straße. „Das Systeminstandsetzungszentrum 890 hat bis 2015 Bestand“ , verkündete Baaske. Diese Zusage habe der Parlamentarische Staatssekretär gegeben. „Bei einer Vollbeschäftigungsgarantie für die Mitarbeiter. Das ist viel wert“ , betonte er.
„Eine vernünftige Nachnutzung der Lausitz-Kaserne“ wünschte auch Bataillonskommandeur Schmidt der Stadt Doberlug-Kirchhain. Logistisch und finanziell sei es richtig, die Luftlandebrigade an einem Standort zu konzentrieren. Auch wenn es die Stadt und die Region hart treffe. Für die Fallschirmjäger begann vergangene Nacht um 0.00 Uhr die halbjährige Stand-by-Phase für die Nato Response Forces, auf die man sich monatelang vorbereitet habe. „Wir sind einsatzbereit“ , bekräftigte Schmidt.
Der Bürgermeister verband seinen Rückblick auf 2004 mit dem Ausblick auf das laufende Jahr. Es sei nicht leicht, „in wirtschaftlich schwierigen Zeiten an ein Fest zu denken“ , lenkte er auf die Ersterwähnung Doberlugs vor 1000 Jahren über. „Die Feier dieses besonderen Jubiläums soll ein Höhepunkt für die Bürger werden.“
Überraschend war die anschließende Verleihung der Ehrenmedaille der Stadt vor allem für die drei Geehrten selbst. Die Laudatoren Lutz Kilian (Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung), Bodo Broszinski (Bürgermeister) und Walter Spiering (stellvertretender Bürgermeister) ließen kein Argument aus, warum gerade diese drei Herren als erste die Medaille bekamen.
Horst Schultz (70) wirbt als Vorsitzender des Bürger- und Heimatvereins Doberlug-Kirchhain und Umgebung und Ehrenmitglied des Schlossfördervereins auf dem Gebiet der Heimatgeschichte und des Tourismus ausgezeichnet für die Stadt. Joachim Schüler (62) hat 1991 den Verein für Ballspiele (VfB) mitgegründet und ist seitdem dessen Vorsitzender. Der VfB hat sich unter seiner Leitung zum größten und leistungsstärksten Verein der Stadt entwickelt mit derzeit über 300 Mitgliedern, die Hälfte davon unter 21 Jahren. Klaus-Joachim Wilker (77) aus dem neuen Ortsteil Trebbus ist zu verdanken, dass die dortige Bockwindmühle erhalten blieb und seit 1969 als Mühlenmuseum Anlaufpunkt tausender Besucher war. Zur 1000-jährigen Ersterwähnung von Trebbus im vergangenen Jahr hat der Ortschronist ein zusammenhängendes Bild der Ortsgeschichte sowohl in einer gelungenen Festschrift als auch in Vorträgen vermittelt.

Hintergrund Ehrenmedaille der Stadt
 Die „Medaille für besondere Verdienste der Stadt Doberlug-Kirchhain“ soll jeweils zum Neujahrsempfang verliehen werden und ist verbunden mit einem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt. Wer sie bekommt, entscheiden die Stadtverordneten.