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Dorf und F 60 touristisch verbinden

Interessiert verfolgen Lichterfelder die Vorschläge der Studenten, wie ihr Dorf mehr aus sich machen könnte – die F 60 in Sichtweite. Prof. Holger Schmidt und Dr. Thomas Fischer lassen wissen: Zuerst wurden die Ergebnisse in Lichterfeld und am 11. Juli werden sie an der Uni präsentiert.
Interessiert verfolgen Lichterfelder die Vorschläge der Studenten, wie ihr Dorf mehr aus sich machen könnte – die F 60 in Sichtweite. Prof. Holger Schmidt und Dr. Thomas Fischer lassen wissen: Zuerst wurden die Ergebnisse in Lichterfeld und am 11. Juli werden sie an der Uni präsentiert. FOTO: Gabi Böttcher
Lichterfeld. Das war eine erfrischende, in die Zukunft weisende Begegnung von Studenten der TU Kaiserslautern und Einwohnern von Lichter- feld am Bergheider See. Gabi Böttcher

Handfeste Vorschläge der Studenten im Fachgebiet Stadtumbau und Stadterneuerung / Stadt- und Regionalentwicklung sollen ihnen nach zehn Semestern Studium nicht nur gute Noten, sondern den Lichterfeldern Anregungen für die Entwicklung ihres Ortes an der F 60 geben. Nachdem Dennis Kwasniok, Maximilian von Versen und Thiemo Sprenger bereits im Frühjahr den Ort genau unter die Lupe genommen hatten und mit Einheimischen ins Gespräch gekommen waren, stießen sie jetzt bei der Präsentation ihrer Untersuchungsergebnisse auf reges Interesse. Mit dabei war sogar ein Neu-Lichterfelder. Dirk Haase (50) aus Schwanebeck ist neuer Eigentümer des Dorfgasthauses und hat sich zunächst in der Pension von Martin und Christina Bressel einquartiert. Musik in seinen Ohren und natürlich in den Ohren der Lichterfelder dürfte es gewesen sein, welche Entwicklungspotenziale die Studenten in Lichterfeld sehen. Bei einem Ortsrundgang schärften sie den Blick für den wunderschönen Dorfanger. Durchreisende würden ihn bei Tempo 30 viel besser wahrnehmen können. Am schönsten Haus des Ortes, jetzt mit Kindergarten, fehle eine sichere Querung. Die Studenten versicherten, dass es auch nach brandenburgischem Recht möglich sei, einfach einen Kreisel auf die Straße zu malen.

Fußwege, die nicht länger im Nirgendwo enden sollten, ein weiterer Fußgängerüberweg in Höhe der Bushaltestelle und ein straßenbegleitender Radweg in Richtung Schacksdorf würden die Attraktivität ebenso erhöhen. Ein touristisches Wegesystem zwischen See und Ort sowie im Ort gehört ebenfalls zu den Vorschlägen für die Dorfentwicklung. So könnte die Gartenstraße mit Blick auf die Streuobstwiese und den wunderschönen Mühlberg einbezogen werden. Dass der Mühlberg derzeit als Biotop geschützt sei, sollte kein Hinderungsgrund sein, hier einen Rastpunkt mit Blick auf die F 60 anzulegen. Viel Potenzial für Entwicklung haben die drei aus Kaiserslautern im Inneren des Ortes ermittelt. Leerstände und Baulücken böten 49 Wohneinheiten Platz. Weitere 26 Wohneinheiten wären mithilfe einer Erweiterungssatzung zu aktivieren. Weitere sechs neue Wohneinheiten könnten schließlich auf dem Wege der Neuausweisung von Fläche geschaffen werden. Zum Beispiel für eine dörfliche Ferienhaussiedlung als Pendant zu den am Bergheider See geplanten Ferienhäusern. 81 Wohneinheiten mit Platz für 162 Menschen im Dorf sind für die Studenten demnach keine Utopie. Weitere Wegebeziehungen hinunter zum See, die Möglichkeit eines Abstechers zum Restloch, eine Anbindung zum Sportverein, ein Schauweg entlang des Klinkerwerkes… Jede Menge Inspiration im Ergebnis der Kooperation des IBA-Studierhauses Lausitzer Seenland, der Uni Kaiserslautern, des Amtes Kleine Elster samt Gemeinde Lichterfeld und dank des Inkula-Projektes des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung (MIL). Bürgermeister Ditmar Gurk ist stolz auf die Studenten und der Zukunft aufgeschlossene Lichterfelder gleichermaßen.