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| 01:03 Uhr

Domsdorfer hatte die schärfste Sense

Schönewalde.. Die schattigen Plätze unter Bäumen entlang der Dorfstraße waren am frühen Sonnabendnachmittag frühzeitig besetzt. Mit Stühlen und an Tischen machten es sich die Zuschauer bequem. Zum Auftakt des diesjährigen traditionellen Blasmusikfestes in Schönewalde bei Sonnewalde gab es einen zünftigen Umzug der Feuerwehren des Amtes Sonnewalde. Das hatte seinen guten Grund. Die Schönewalder Wehr feierte 70. Geburtstag. Von Jürgen Weser

So freute sich nicht nur Ortswehrführer Jörg Müller über die Wehren aus Sonnewalde, Friedersdorf, Brenitz, Frankena, Breitenau, Lichtena, Zeckerin und Münchhausen, die sich gemeinsam mit den Schönewaldern am Dorfeingang zum stattlichen Umzug formierten. Angeführt vom Sonnewalder Spielmannszug, der flotte Marschmusik intonierte, zuckelte die alte Handdruckspritzentechnik aus den Anfängen der dörflichen Feuerwehren an der Spitze des Zuges die staubige Dorfstraße entlang. Vorneweg die Schönewalder Spritze, die Rainer Richter in historischer Uniform mit einem Gespann vom Sonnewalder Reit- und Fahrverein kutschierte, gefolgt von der Friedersdorfer Handdruckspritze aus dem Jahr 1912, die Werner Hanisch lenkte. Erst danach durfte sich die in den letzten Jahren zum Teil erneuerte moderne Feuerwehrtechnik zeigen.
Gerade noch rechtzeitig hatte es der Tettauer Spielmannszug geschafft, um gemeinsam mit den Sonnewaldern auf dem Festplatz ein zünftiges Platzkonzert zu geben. Dazu löschten bei der großen Hitze Feuerwehrleute und Gäste zum Siebzigsten den Durst mit schäumendem Gerstensaft. Anderes gab es zum Glück nicht zu löschen.
Während die Kemlitzer Blasmusikanten im Festzelt ihr Bestes gaben, um die nicht allzu zahlreich erschienenen Besucher zum Schunkeln zu bringen, gab es den traditionellen Kegelwettkampf der Feuerwehren. Dabei zeigten die Pießiger wieder einmal, dass sie die beste Kugel schieben. Bei den Männern konnten die Friedersdorfer zunächst noch mithalten, hatten im Stechen allerdings nichts entgegenzusetzen. Die Pießiger Frauen nahmen sich zwar am längsten Zeit, waren aber auch nicht zu schlagen. Trotz Hitze ließen sich die Kemlitzer Musiker nicht davon abhalten, die Blasmusikfreunde zu begeistern. Wer sich bis ins Festzelt traute, bekam neben Ohren- auch Augenschmaus geboten, denn die Schönewalder Landfrauen hatten sich mit der Ausgestaltung der Bühne wieder große Mühe gegeben.

Neben viel Blasmusik ging es am Sonntag noch einmal richtig sportlich zu. Zehn starke Landmänner traten mit geschärften Sensen beim vierten Mähwettbewerb unter Regie von Kurt Hille gegeneinander an. Um Sauberkeit und Schnelligkeit ging es auf der 15 Meter langen und eineinhalb Meter breiten Wettkampfstrecke, die schon zwei Wochen lang von der Schönewalder Wehr fleißig präpariert und gewässert worden war. Horst Stößer aus Domsdorf war auch in diesem Jahr unter den fachmännischen Blicken der Zuschauer nicht zu schlagen. Nach 1:07 Minuten hatte er alle Gräser sauber weggesenst, die sich ihm in den Weg gestellt hatten.