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Dokumente aus dem Gericke-Nachlass

Christoph Gericke (M.) im Finsterwalder Museum mit Dr. Rainer Ernst (l.) und Olaf Weber.
Christoph Gericke (M.) im Finsterwalder Museum mit Dr. Rainer Ernst (l.) und Olaf Weber. FOTO: Heike Lehmann
Finsterwalde. Originalschriften, alte Zeitungen und Dokumente aus dem Nachlass von Wilhelm Gericke hat dessen Enkel Christoph Gericke jetzt dem Finsterwalder Museum übergeben. Heike Lehmann /

Christoph Gericke brachte dieser Tage schon zum zweiten Mal Dokumente aus dem Archiv seines Großvaters ins Finsterwalder Museum. Der 69-jährige Chemiker aus Chemnitz sichtet derzeit den Nachlass. Er sagt: "Das Finsterwalder Museum ist der richtige und würdige Ort für die Schriften." Olaf Weber, wissenschaftlicher Mitarbeiter, erklärt: "Wir freuen uns über die Übergabe. Es handelt sich vor allem um Literatur, die Gericke selbst als Quelle genutzt hat."

Wilhelm Gericke (1882-1962) war als junger Lehrer nach Finsterwalde gekommen und versuchte zur Bereicherung seines Unterrichts, Lücken in der Regional- und Stadtgeschichtsschreibung durch eigene Forschung zu schließen. So entwickelte er sich zu einem Stadthistoriker, auf dessen Arbeitsergebnisse noch heute zurückgegriffen wird. Seine drei Hauptwerke sind die Stadtgeschichte von 1936, eine Artikelserie "Bilderbuch der Heimat" im Niederlausitzer Anzeiger (1943-1945) und sein postum in Bearbeitung von Gottfried Mai 1979 in Stuttgart erschienenes Buch "Geschichte der Stadt Finsterwalde und seiner Sänger".

Von 1922 bis 1931 war Wilhelm Gericke ehrenamtlicher Stadtrat in Finsterwalde und von 1928 bis 1945 Direktor der Knaben-Volksschule (heute Sängerstadt-Gymnasium). Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete Gericke in verschiedenen Finsterwalder Betrieben, zuletzt im Schweißbetrieb Kjellberg als Pförtner.

Gerickes Sohn Wolfgang, der Vater des heutigen Nachlass-Verwalters Christoph Gericke, war von 1950 bis 1961 Pfarrer in Finsterwalde, bevor er die Pfarrstelle in Doberlug übernahm.