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Zwei Dörfer – ein Name: Schönborn
Dokumentarfilm braucht Spender für den Weg auf die Leinwand

Die Flying Rockets im Hof des Plattenbaus bei den letzten Dreharbeiten in Deutschland für den Dokumentarfilm „Alles Gute“.
Die Flying Rockets im Hof des Plattenbaus bei den letzten Dreharbeiten in Deutschland für den Dokumentarfilm „Alles Gute“. FOTO: Christiane Seiler / Alexander Petrenko
Schönborn. Ein Schönborn liegt in der Niederlausitz in Brandenburg, eins 950 Kilometer entfernt in der Ukraine. Beide Dörfer verbindet ein Dokumentarfilmprojekt, für dessen Umsetzung jetzt Spenden gebraucht werden. Von Heike Lehmann

Viele Stunden tolles Filmmaterial haben Filmemacher  Maxim Melnyk aus der Ukraine und die Rundfunkautorin Christiane Seiler aus Berlin über beide Schönborns gesammelt. „Im Oktober 2015 startete das Projekt mit einem Besuch in der Ukraine anlässlich der Kommunalwahlen. Gedacht war etwas viel Kürzeres, Kleineres“, so Christiane Seiler. „Inzwischen waren wir in jedem Dorf etwa sechsmal zu Filmaufnahmen. Wir haben Kontakte aufgebaut und vertieft, sind zunächst etwas misstrauisch, dann aber sehr herzlich aufgenommen worden.“ Eine Delegation aus dem brandenburgischen Schönborn war im Herbst ins namensgleiche Dorf in der Ukraine gereist. Dort haben die Flying Rockets ein Konzert gegeben. Die Autorin sagt. „Es besteht weiterhin Kontakt zwischen den beiden Gemeinden, E-mails, sms und Facebook-Kommentare werden ausgetauscht.“

Ende Januar wurde noch einmal in Schönborn (EE) gedreht. Festgehalten wurde, wie die Jugendfastnacht gefeiert wird. Auch die Flying Rockets konnten sich noch einmal in Szene setzen. An diesem Wochenende surrt die Kamera in der Ukraine. Dann soll aus den einzelnen Szenen ein spannender Film entstehen. Ein Dokument, das von Flucht, Heimat und Veränderung erzählt. Bis jetzt haben Regisseur und Autorin alles selbst finanziert. Christiane Seiler sagt: „Ich habe eben statt Urlaub Recherchen gemacht.“ Und Maxim Melnyk hatte zum Glück ein Stipendium von der Freien Universität Berlin.  Seit diesem Semester ist er an der Filmuniversität Konrad Wolff in Potsdam als Master-Student für Dokumentarfilmregie. Um jetzt das Schneiden, Vertonen und das Marketing in gewollt hoher Qualität anzuschließen, müssen Fachleute  unterstützend hinzugezogen werden. Das kostet Geld. Seit letzten Freitag läuft deshalb über startnext eine  Crowdfunding-Kampagne zur Finanzierung des Dokumentarfilms über die beiden Dörfer mit dem Namen Schönborn. „In der kurzen Zeit haben wir schon 1462 Euro an Spenden bekommen. Darunter ist auch ein Großspender. Das sind schon mehr als zehn Prozent der Summe, die wir für den nächsten Schritt brauchen“, freut sich Christiane Seiler. Gespendet werden kann nur noch bis zum 12. April. Für einen 30-minütigen Film werden 14 200 Euro benötigt.

Am 3. Mai kommt das Projekt bereits als Sonderausstellung „Paralleldörfer – Leben in zwei Schönborns“ ins Museum Schloss Doberlug. Bürgermeister Daniel Mende erzählt: „Wir laden als Gemeinde zur Eröffnung den ukrainischen Bürgermeister mit seiner Frau ein.“

Zum Schönborner Dokumentarfilmprojekt wird es eine Ausstellung im Schloss Doberlug geben. Regisseur Maxim Melnyk bei der Besichtigung der Museumsräume.
Zum Schönborner Dokumentarfilmprojekt wird es eine Ausstellung im Schloss Doberlug geben. Regisseur Maxim Melnyk bei der Besichtigung der Museumsräume. FOTO: Christiane Seiler / Alexander Petrenko

Der Trailer zum Dokumentarfilm „Alles Gute“ über die beiden Schönborns.
Der Trailer zum Dokumentarfilm „Alles Gute“ über die beiden Schönborns. FOTO: LR