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Dodge und Co. unterm "Eiffelturm”

Beim US-Car-Treffen werden nach Veranstalterangaben bis Sonntagabend etwa 900 Fahrzeuge gezählt. 700 waren es im vergangenen Jahr.
Beim US-Car-Treffen werden nach Veranstalterangaben bis Sonntagabend etwa 900 Fahrzeuge gezählt. 700 waren es im vergangenen Jahr. FOTO: M. Sattler/sam1
Lichterfeld. Im normalen Straßenverkehr sieht man ab und an ein Fahrzeug aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Am liegenden Eiffelturm in Lichterfeld wimmelt es am vergangenen Wochenende nur so davon. Mirko Sattler / sam1

Aus ganz Deutschland und den Nachbarländern strömen die Fans der US-Car-Szene in den kleinen Ort. "Wir sind hier schon zum 6. Mal zu Gast. Durch die F60 ist die Location einmalig. Es gibt viele gute Orte in Deutschland, aber von dieser Kulisse schwärmen unsere Gäste", sagt Veranstalter Tino Krämer, der lachend meint, dass der ostdeutsche Stahl wunderbar zu dem aus Amerika passe.

Ob Oldtimer aus der guten alten Zeit von Elvis und James Dean, Youngtimer aus den 70er- und 80er-Jahren oder die aktuelle Palette der amerikanischen Autoschmieden - in Lichterfeld war so gut wie alles vertreten, egal ob Pontiac, Chevrolet, Viper, Ford oder Mustang. Teils sind die Autos älter als ihre Besitzer. Im Schein der Sommersonne über der Förderbrücke funkeln die Boliden und zeigen sich von ihrer schönsten Seite. "Wir rechnen mit bis zu 900 Fahrzeugen. Damit würden wir die Marke aus dem letzten Jahr toppen. Wieder dabei sind unsere Freunde aus Lettland", so Krämer.

Seit Sommer 2015 mischt Jörg Unbehaun in der US-Car-Szene mit. Wo er mit seinem Dodge aufkreuzt, können sich die Teilnehmer und Besucher sicher fühlen. "Von einem Berliner Händler habe ich mir ein Dodge Charger in schwarz-weiß besorgt. Noch ein paar Aufkleber an die Karosserie, einen Lichtbalken aufs Dach, eine amerikanische Sirene unter die Haube und schon war mein amerikanisches Polizeiauto fertig", sagt der 53jährige Wittenberger. Trotz einer Straßenzulassung darf er mit dem Lichtbalken auf dem Dach nicht im öffentlichen Verkehr fahren. "Dafür habe ich alles mobil gehalten und kann es auf die Rückbank legen", versichert der Dodge-Fahrer. Mit 375 Pferdestärken unter der Haube schafft er 260 Kilometer in der Stunde.

Gerade angekommen sind Volker Höhne und Mario Nevyhasteny. Ihr erster Eindruck ist überwältigend. "Wir sind das erste Mal heute ihr und haben es von Freunden erfahren. Hier ist es cool", meint Volker Höhne, der mit seinem 300 PS-starken Ford LTD aus dem Jahr 1971 anreist. Geprägt für die Liebe zu amerikanischen Fahrzeugen hat ihn das Fernsehen. "Die US-Serie mit Colt Seavers hat es mir angetan. Schon als Kind wollte ich auch solche Autos fahren. Nun fahre ich seit 25 Jahren einen US-Schlitten", verrät der 48-Jährige aus Fredersdorf bei Berlin. Eingestiegen in die Szene ist er, als die Fahrzeuge noch nicht hipp waren. Im Laufe der Zahl sprang der Preis für solch ein Fahrzeug steil nach oben. "Je nach Ausstattung, Alter und Zustand legt man heutzutage zwischen 4000 und 30 000 Euro auf den Tisch", meint der Liebhaber amerikanischer Fahrzeuge.

Für Unterhaltung wird auf dem weiten Areal bestens gesorgt: Es gibt eine Kids-Area, Händlermeile sowie Shows wie Show & Shine-Fahrzeugpräsentation, Dezibel-Contest und das Sexy-Car-Wash. Für die passende amerikanische Musik sorgen die Bands Ricky Fabian & Desperado5 bzw. The Alistair Christl Band am Freitagabend. Großer Beliebtheit erfreut sich auch das Autocross vor der Kulisse der F60. Auf einem abgesteckten Parcours hat jeder die Gelegenheit, sein Können unter Beweis zu stellen und seine Fahrkünste zu testen. Die Teilnahme beim Autocross ist kostenlos, für die schnellste gefahrene Zeit gibt es in jeder Klasse ein Preisgeld und einen Pokal.