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| 09:08 Uhr

Historischer Stadtkern
Doberluger Feuerwehr wird Baustelle

Die Grimmerstraße 52 ist eines der ältesten Häuser im Stadtteil Doberlug. Nach der Wende ist die Freiwillige Feuerwehr dort eingezogen.
Die Grimmerstraße 52 ist eines der ältesten Häuser im Stadtteil Doberlug. Nach der Wende ist die Freiwillige Feuerwehr dort eingezogen. FOTO: Heike Lehmann
Doberlug-Kirchhain. Denkmalgeschütztes Gebäude in Doberlugs Kern bekommt eine Komplettsanierung. Von Heike Lehmann

Vor der Freiwilligen Feuerwehr Doberlug liegt ein ereignisreiches Jahr – im besten Sinne. Im Oktober kann das 130-jährige Bestehen gefeiert werden. Noch 2018 soll ein neues Fahrzeug eintreffen und – lange genug haben die Kameraden Geduld bewiesen – schließlich wird  das von der Feuerwehr genutzte Gebäude in der Grimmerstraße 52 komplett saniert.

Das denkmalgeschützte Gebäude ist eines der ältesten Häuser im historischen Stadtkern. In der Vergangenheit war es das Haus des Schlossgärtners, später wurde es auch als Gefängnis genutzt. Heute ist es im Erdgeschoss Domizil der Feuerwehr. Es liegt im Sanierungsgebiet „Doberlug Hauptstraße“ mit dem die Stadt im so genannten D-Programm eine 80-prozentige Förderung genießt. „Das federt die  recht hohe Bausumme von etwa 450 000 Euro ab“, sagt Fachbereichsleiterin Kerstin Stahl bei der Stadtverwaltung. Der Eigenanteil ist im Haushalt eingeplant.

„Zur Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft der Feuerwehr in Doberlug ist die Komplettsanierung notwendig“, heißt es bei der Stadtverwaltung. Die Biberschwanzeindeckung ist verschlissen. Sie wird erneuert. Die Sozialräume werden den Standards der Feuerwehrunfallkasse entsprechend hergerichtet. „Wir wollen den Zuschnitt der Räume verbessern und Wände versetzen“, erklärt Enrico Dieke vom Bauamt. Die Sanitäranlagen entsprechen nicht mehr heutigen Erfordernissen. Räume für den Ortswehrführer und die Jugendwehr werden renoviert.

Fachbereichsleiterin Kerstin Stahl und Enrico Dieke vom Bauamt mit den  Plänen für die Komplettsanierung der Feuerwehr Doberlug.
Fachbereichsleiterin Kerstin Stahl und Enrico Dieke vom Bauamt mit den Plänen für die Komplettsanierung der Feuerwehr Doberlug. FOTO: Heike Lehmann

„Wir haben die Gewerke akribisch ausgeschrieben und können nach Ostern mit den Arbeiten beginnen“, sagt Kerstin Stahl. Der Haupt- und Finanzausschuss hat vor wenigen Tagen die Vergabebeschlüsse für neun Lose gefasst. Ausschließlich Firmen der Region werden beauftragt – aus Sonnewalde, Herzberg, Finsterwalde, Kraupa, Falkenberg, Luckau und Doberlug-Kirchhain.

Die Planung ging natürlich in enger Abstimmung mit den Kameraden vonstatten. Ortswehrführer René Wunderlich spricht von einer guten Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und den Stadtverordneten. Dass es höchste Zeit für die Sanierung war, beschreibt er so: „Im Schulungsraum, wo wir im Winter die theoretische Ausbildung haben und auch zum Teil die kreisliche Funkausbildung durchgeführt wird, sind die Wände so nass, dass die Tapete abfällt. Es gibt nur zwei Steckdosen. Die sanitären Anlagen waren nicht getrennt für Männer und Frauen.“ Die Kameraden wollen helfen, wo es Sinn macht. So haben sie schon mal für Baufreiheit gesorgt und ausgeräumt.

Die Doberluger Wehr ist die zweitstärkste Wehr der Stadt, was die Einsatzhäufigkeit betrifft, sagt Wunderlich, der auch stellvertretender Stadtbrandmeister ist. „Der Doberluger Feuerwehrverein zählt 85 Mitglieder, davon sind 25 aktive Kameraden“, listet er auf. Jugendwart Marten Lehmann kümmert sich um den Nachwuchs. „Dazu gehört auch die Jugendwehr von Lugau, mit der wir eng zusammenarbeiten“, sagt Wunderlich. In den Doberluger Fahrzeughallen stehen derzeit ein Tanklöschfahrzeug, ein Löschgruppenfahrzeug, ein Quad für den Brandschutz Elbe-Elster und der alte H3A, den der Verein lieb gewonnen hat. Die Garagen bleiben von der Komplettsanierung unberührt. „Die sind 1997 als erstes Gerätehaus im Land Brandenburg mit Fördermitteln ausgebaut worden“, weiß der Ortswehrführer.