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Hand in Hand
Doberlug-Kirchhainer feiern eine großartige Bereicherung

Anita Pietzner (r.) freute sich über viele Gratulanten und Unterstützer.
Anita Pietzner (r.) freute sich über viele Gratulanten und Unterstützer. FOTO: Ivonne Kommolk
Doberlug-Kirchhain. Vor 40 Jahren ahnte wohl kaum ein Doberlug-Kirchhainer, welch große Bereicherung die Stadt bald erfahren würde. Am 29. Oktober 1977 startete der Bau des Lehrschwimmbeckens in Doberlug. Ein Unterfangen, was nicht immer ganz leicht sein sollte. Nach zwei Jahren Bauzeit ging die Schwimmhalle 1979 in Betrieb. Von Ivonne Kommolk

„Macht schöner unsere Städte und Gemeinden! Macht mit!“ – Was konnte man tun, um die Bevölkerung zu beruhigen, was konnte gebaut werden, um zu zeigen: Die DDR ist da für das Volk? Eine Frage, die in Doberlug-Kirchhain schnell beantwortet war: Eine Schwimmhalle musste her. Wer nun glaubt, jetzt rückte eine Baukolonne an und die Sache wurde mal eben schnell durchgezogen, der irrt. Ein 17-köpfiges Team bildete sich aus Arbeitskollegen, Sportkameraden, Freunden. Den Hut auf hatte Ulrich Kühn, nach dem sehr zu Recht viele Jahre später eine Straße im Doberluger Ortsteil benannt wurde. Jeder der handwerklich begabt war, war gefragt, und zwar nach Feierabend. Ralf Berthold, einer der 17, erinnert sich: „Ja das war eben anders als heute. Wir sind bis halb vier unserer geregelten Arbeit nachgegangen. Dann nach Hause, Kaffee trinken, umziehen und ab auf die Baustelle. Viele hundert Stunden haben wir dort freiwillig geackert.“ Heinz Schindler hat für die Geburtstagsparty am vergangenen Sonntag, zu der Anita Pietzner und Uwe Schwarze eingeladen hatten, in der Vergangenheit gekramt und den Gästen heute kaum noch fassbare Geschichten erzählt. Diese berichteten von Materialengpässen und von Sonderschichten in der Fliesenfabrik Boitzenburg. Er erzählte von täglichen freiwilligen Arbeitszeiten von 17 bis 21 Uhr und 30 Samstagen im Jahr, von geheimen Verhandlungen mit Staatssekretären, Österreichern und Ungarn auf der Messe der Meister von Morgen in Leipzig und vieles mehr.

Bürgermeister Bodo Broszinski betonte, wie stolz er auf diese kleine Attraktion der Stadt sei, dass sie es wert sei, sie zu erhalten. Die nötige Sanierung der Lüftungsanlage sei beschlossene Sache. Anita Pietzner dankte den Bürgern, die sich 2010 so aktiv an der Unterschriftensammlung zum Erhalt der Schwimmhalle engagiert haben. Sie selbst ist bereits seit 25 Jahren Schwimmmeisterin, einige Jahre danach kam Uwe Schwarze. „Wir leben und kämpfen für den Erhalt der Schwimmhalle und viele andere mit. Die Sparkasse Elbe-Elster hat sich finanziell an unserer Feier beteiligt. Danke auch an den Bürgermeister und die Stadtverordneten, dass sie uns so gut unterstützen“, so Anita Pietzner.