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| 20:03 Uhr

Gelebter Tierschutz
Zwei Tiere aus Rumänien gerettet

 Franziska Bathelt-Peschel (l.) und Dr. Franziska Bathelt haben sich in neue vierbeinige Familienmitglieder verguckt.
Franziska Bathelt-Peschel (l.) und Dr. Franziska Bathelt haben sich in neue vierbeinige Familienmitglieder verguckt. FOTO: Dieter Babbe
Doberlug-Kirchhain. Kater Monti und Hund Simba finden bei einem jungen Ehepaar in Doberlug-Kirchhain ein neues Zuhause. Von Dieter Babbe

In Rumänien sind Hunde und Katzen wertlos – „sie verhungern im Sommer, erfrieren im Winter, sie werden totgeschlagen, die meisten leben unter erbärmlichen Umständen auf der Straße. Hier werden sie immer mal wieder in ‚Säuberungsaktionen’ eingefangen, kommen in Tötungsstationen, gleich mit einer Verbrennungsanlage daneben“, erzählt Franziska Bathelt-Peschel. Die junge Frau bekommt Gänsehaut, wenn sie vom Schicksal der Tiere in Rumänien erzählt. Wenigstens einer Katze und einem Hund von der Straße wollten sie und ihre Lebenspartnerin dieses grausame Leben ersparen.

Durch ihre Recherche im Internet sind sie mit der dramatischen Situation der Straßentiere in Rumänien konfrontiert worden. „Wir sind dann auf eine Adresse gestoßen, über die diese Tiere vermittelt werden, auch nach Deutschland“, berichten Franziska Bathelt-Peschel und Dr. Franziska Bathelt, die eine Studentin im Fernstudium, die andere Wissenschaftlerin. „Auf diese Weise haben wir Monti kennengelernt – und wir haben uns beide sofort in den kleinen grauen Kater verguckt“, gesteht das Ehepaar aus Doberlug-Kirchhain.

Der erst ein Jahr alte „Tiger“ ist in der rumänischen Stadt Krajowa eingefangen und – zusammen mit anderen Straßentieren – bei einem 30-stündigen Autotransport nach Deutschland gebracht worden. Bei dem jungen Ehepaar hat Monti sofort Freunde und Spielkameraden gefunden: vier weitere Katzen, die zur Familie gehören. Die 200 Euro für die Vermittlung und den Transport des Tieres aus Osteuropa haben die beiden Frauen gern bezahlt.

Warum es gerade eine Katze aus Rumänien sein muss, wo es doch genug auch bei uns gibt, werde sie oft gefragt. Dann erklärt Franziska Bathelt-Peschel, die 28-Jährige ist auch Mitglied auch im Finsterwalder Tierschutzverein: „Jedem Tier in einem deutschen Tierheim geht es besser, als den Tieren in Rumänien.“

Das ist auch der Grund, weshalb sich das Ehepaar Ende vorigen Jahres auch einen Hund angeschafft haben – natürlich aus Rumänien. Den erst acht Monate alten Schäferhund-Mischling haben die beiden Frauen auch bereits im Internet kennengelernt. Wenn Besuch kommt bellt er eine Weile, bis er zutraulich wird – wer weiß, was er im rumänischen Tierheim alles erlebt hat. „Simba sorgt mit dafür, dass wir noch sportlicher geworden sind“, berichten die beiden Frauen von den täglichen Spaziergängen mit dem Hund – „bis zu dreimal am Tag sind wir unterwegs“.

Dass auch andere mit dem traurigen Schicksal der Straßenhunde mitfühlen, berichtet Franziska Bathelt-Peschel. Sie ist dieser Tage zusammen mit Sabine Delloch, der Vorsitzenden des Finsterwalder Tierschutzvereins, nach Hamburg gefahren, wo Hunde aus Kreta angekommen sind. Eine Frau aus Annahütte hat sich in solch einen bisher herrenlosen Hund im Internet verliebt. „Tierschutz kennt keine Grenzen – auch wenn unsere Hilfe nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist“, sagt die junge Tierschützerin – und streichelt ihren verschmusten Kater Monti.