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| 18:32 Uhr

Eine neue Reihe ist begründet
Für einen Tag lebt das alte Schwimmbad der Gerberstadt

 Vor den Musikgruppen hatten Kinder aus Doberlug-Kirchhain ihren Auftritt beim Alive-Benefiz-Festival.
Vor den Musikgruppen hatten Kinder aus Doberlug-Kirchhain ihren Auftritt beim Alive-Benefiz-Festival. FOTO: Torsten Pötzsch
Doberlug-Kirchhain. In Doberlug-Kirchhain wird das Alive-Benefiz-Festival erfolgreich aus der Taufe gehoben. 4000 Euro werden für Kindereinrichtungen gespendet. Von Torsten Pötzsch

Totgesagte leben bekanntlich länger. Wer das alte Schwimmbad in der Gerberstadt Doberlug-Kirchhain schmerzlich vermisst, der durfte am Sonnabend noch einmal in Erinnerungen schwelgen. „Lass uns doch einmal eine etwas größere Sache aufziehen“, sagten sich Sebastian Rudolph und Kevin Schwarze und organisierten das erste Alive-Benefiz-Festival auf dem Boden des alten Schwimmbades.

Mit ihrer Idee rannten sie bei der Stadt, ortsansässigen Firmen und Vereinen offene Türen ein. Zwei Männer, ein Wort, mehr als ein Dutzend Helfer, sieben Bands aus der Region – und es konnte losgehen. Die Idee: Alle Spenden und Erlöse kommen den städtischen Kindereinrichtungen zugute. „Knapp 4000 Euro sind es nun“, freuten sich die beiden Organisatoren am Sonntagmorgen. „Dabei haben wir noch nicht einmal Kassensturz beim Getränkeverkauf gemacht“, fügt Kevin Schwarze hinzu. „Unsere Erwartungen wurden übertroffen“, gesteht Sebastian Rudolph schon am Samstagabend. „Etwas mulmig war uns schon, aber nun sind wir einfach nur erleichtert. Unser Publikum ist ja eher ein sehr traditionelles und so ein Open-Air gab es bisher noch nicht. Da waren wir schon etwas gespannt, wie es angenommen wird.“

Die Reihe mit Benefizkonzerten gibt es in Rudolphs „Kleinem Rathaus“ schon etwas länger und auch die sehr gute Resonanz bei den „Bademeisterpartys“ in Bad Erna. Das machte Mut. Ein geeigneter Ort war auch schnell gefunden. „Aus meiner Grundschulzeit verbinde ich mit dem alten Schwimmbad nur Gutes. Die Bühne, das letzte Überbleibsel, hat mich immer fasziniert. So entstand die Idee“, verrät er.

Kurzerhand wurde Kontakt zu den Bands aufgenommen. Als diese erfuhren, wofür sie auftreten sollten, waren sie sofort dabei. Ohne Gage versteht sich. Jetzt gibt es schon Zusagen für das kommende Jahr.

Dass am Sonnabend gleich noch die Geburtsstunde einer Festival-Tradition in der Gerberstadt geschlagen hatte, stand so nicht auf dem Plan. Obwohl einige Anwesende damit liebäugelten, wie Bürgermeister Bodo Broszinski und Landrat Christian Heinrich-Jaschinski, die vorbeischauten und begeistert waren. „Ich hoffe, wir erleben hier heute den Auftakt einer ganz neuen Reihe und Tradition“, wünscht sich das Stadtoberhaupt. „Ich finde die Grundidee einfach toll, drücke den Organisatoren die Daumen und bin neugierig, was sich hier Neues entwickelt“, so der Landrat.

Da sich am Sonnabend alles um die Jüngsten der Stadt drehte, durften sie auch das Festival eröffnen. Kinder aus dem gesamten Stadtgebiet standen auf der Bühne, bildeten so den ersten großen, gemischten Kinderchor von Doberlug-Kirchhains und begeisterten mit ihren Liedern und Tänzen nicht nur Familienangehörige.

Der Auftakt war mehr als gelungen und das Festival konnte mit „Area 52“ als Auftaktband am frühen Nachmittag Fahrt aufnehmen. Was dann auf der Bühne mit den „Flying Rockets“, „Random“, dem „Alaska Seelachs Quartett“, „Herrn Schmidt“, den „Bluesbeards“ und  den „Grünen Tüten“ passierte, interessierte die Kleinen weniger. Sie hatten Spaß unter einem überdimensionalen „Rasensprenger“, den die Feuerwehr Kirchhain zur Abkühlung aufgestellt hatte.

Von Stunde zu Stunde kam immer mehr Festivalfeeling auf, und auch die Spendenbereitschaft wuchs. So legten auch die Kameraden zusammen. Heiko Lehmann übergab auf der Bühne unter Applaus 300 Euro. Kurze Zeit später kam Fleischer Matthias Weiland, denn aus dem Verkauf von Würstchen und Steaks wurde ebenfalls ein Anteil gespendet. Er brachte 300 Euro für die Spendenkasse mit und ließ es sich nicht nehmen, die Summe auf 500 Euro aufzurunden.

Bis weit nach Mitternacht ging das Festival, dann hatte der Trubel ein gutes Ende. Am Sonntag wurde aufgeräumt. Nun liegt wieder eine große Stille über dem alten Schwimmbad – nach den Aussagen von Organisatoren und Bands aber nur bis zum kommenden Jahr.